Ärzte

Bei so manchem Arzt könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er seine Doktorarbeit geschenkt oder auf der Rolltreppe von Karstadt gemacht hat. Was sich diese Götter in weiß manchmal einbilden wer sie eigentlich sind. Sicherlich können jedem Fehler unterlaufen, Ärzte sind auch nur Menschen. Doch wenn eine Diagnose der einfachsten bzw. naheliegendsten Dinge aus Ignoranz beiseite geschoben wird geht es schon ein wenig weit.

Und was es eigentlich geht…..

Ich habe gerade telefonsich erfahren, dass ein Bekannter am vergangenen Sonntag gesundheitliche Probleme hatte (Kreislauf, massive Kopfschmerzen, Übelkeit). Er wurde dann von seiner Familie in ein Krankenhaus gefahren um abklären zu lassen was los sei. Der Gott in weiß Arzt nahm die Patienten in Augenschein, untersuchte ihn und ließ sich seine Krankengeschichte (später dazu mehr) berichten.

Seine Diagnose war dann, dass es nichts schlimmes sei. Er solle am Montag zu seinem Hausarzt gehen. Er schickte ihn einfach wieder nachhause. Heute morgen konnte er dann kaum noch reden und das was er sagte war unverständlich bzw. totaler Durcheinander. Statt Hausarzt jetzt Klinikum – Diagnose Schlaganfall. Er hätte längst behandelt werden müssen, so das Klinikum.

Um nochmals auf seine Krankengeschichte zurückzukommen. Er hatte schon mal einen leichten Schlaganfall und auch das wurde diesem Weißkittel am Sonntag gesagt…..

Bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Schäden nicht zu groß geworden sind und es bald wieder bergaufgeht mit ihm. Dazu alles Gute von hier aus.

Was ich mit diesem Arzt von Sonntag machen würde schreibe ich lieber nicht. Eines jedoch ist sicher, sein Name würde hinterher keinen sonderlich guten Ruf mehr haben, das ist sicher. Wenn Arroganz und Selbstüberschätzung von Ärzten zu derartigen Vorgängen führt hört für mich der Spaß echt auf.

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

7 Kommentare

  • Antworten
    9. Juni 2009

    Als erstes deinem Bekannten auch von hier aus gute Besserung.

    Aber das ist ja an der Tagesordnung, dass die Weisskittel zuerst einmal auf die Kohle schauen und dann Leistung bringen, gerade im ambulanten Bereich. Was aber in diesem Fall passiert ist sollte glatt zur Aberkennung der Approbation ausreichend sein. Vielleicht sollte man dem Herren aber auch zu Gute halten, dass er am Ende einer 36 Stundenschicht war und so die Konzentration einfach nicht mehr vorhanden war.

    Aber das Passierte halte ich für unterlassene Hilfeleistung und somit fuer einen Straftatbestand.

    • Antworten
      Thomas Autor
      9. Juni 2009

      Danke.

      Das mit der 36-Stunden-Schicht ist zwar schon richtig, trotzdem ist das ein schwacher Trost, wenn überhaupt. Ich bin der Meinung, wenn er nicht mehr konzentriert arbeiten kann sollte er entweder einen fitten Kollegen hinzuziehen oder abklärende Maßnahmen einleiten. Unkonzentriert Beilagescheiben zu sortieren – meinetwegen. Aber hier geht es um Menschen. Das scheint doirt noch niemand kapiert zu haben. Auch wenn es heute den Eid des Hippokrates in seiner urpsrünglichen Form nicht mehr gibt… dieser spezielle Arzt wäre besser Bäcker geworden.

      In Deutschland einem Arzt “vor den Karren fahren” kannst Du vergessen. Erstens haben sie schneller eine Ausrede aus die Maus ein Loch und zweitens hakt eine Krähe der anderen kein Auge aus. Ein Handwerker wenn Mist baut muss dafür gerade stehen, einen Arzt lässt man einfach davonkommen.

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    10. Juni 2009

    Stimmt, was den Regressanspruch anbelangt. Langer Atem und besser noch eine gute Rechtsschutzpolice wirken Wunder. Hätte ich nicht selbst mal die Erfahrungen gemacht, sollte mann es kaum glauben. Bei mir war es nur eine verpfuschte Zahnbehandlung, aber trotzdem. Es gab in meinem Fall die Gutachterstelle, soll heißen, ich musste erstmal 400 € Vorkasse leisten um in 6 Wochen einen Termin zu bekommen. Unverschämt sowas besonders dann wenn der verpfuschte Zahn dringend eine Wurzelbehandlung nötig hat.

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    Horst Schulte
    11. Juni 2009

    Wenn einem solche Sachen passieren oder wenn man auch nur von ihnen hört, dann ist Unverständnis und Wut über die, die solche Fehler machen, schon verständlich. Das Problem ist auf der anderen Seite natürlich, dass wir alle Fehler machen. Nur bei Ärzten geht es eben um die Gesundheit und sogar um das Leben von Menschen. Ich hoffe, dass mit deinem Bekannten trotzdem alles gut geht. Gestern ist ein Bekannter von uns beim Spazierengehen plötzlich umgefallen. Er erlag einem so genannten plötzlichen Herztod. Der Mann war allerdings schon fast 90 Jahre alt. Aber er war noch topfit. Entsprechend geschockt waren wir von der Nachricht. Ein Arzt konnte da nicht mehr helfen.

    • Antworten
      Thomas Autor
      11. Juni 2009

      Es geht ihm den Umständen entsprechend. Gut wäre übertrieben und nicht angebracht. Weil ich es noch nicht erwähnt hatte, er ist 65 Jahre. Auch kein Alter wenn ich mal so sagen darf.

      Klar dürfen Fehler passieren. Hatte ich ja auch geschrieben. Doch habe ich absolut kein Verständnis dafür, wenn Ärzte für ihren Pfusch nicht gerade stehen wollen – und damit auch noch oftmals durchkommen! Ich verlange von Ärzten keine Hexerei und keine Wunder, nur Pflichtbewusstsein und die Fairness sich zu Fehlern zu bekennen. Abstreiten oder bagatellisieren macht die Wut nur noch größer.

      90 ist ein schönes Alter. Wer weiß welche Qualen ihm erspart blieben. Ich vertrete für mich die Einstellung, der “schönste” Tod ist abends einzuschlafen und morgens nicht mehr aufzuwachen. Ein Schock für die Angehörigen, aber ein monatelanges Dahinsiechen auf der Intensivstation ist weder für den Betroffenen, noch für die Angehörigen etwas.

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    15. Juni 2009

    Wenn der Arzt dazu stehen sollte, dann müsste er auch über seine Fehldiagnose informiert werden. Vielleicht mal das Gespräch mit dem Arzt suchen! Oder einen ausführlichen Brief an die besagte Klinik schicken. Wie soll sich sonst die Möglichkeit einer Veränderung/Verbesserung ergeben, wenn niemand Bescheid weiß?

    • Antworten
      Thomas Autor
      15. Juni 2009

      @SuMu: Willkommen bei Nicht-spurlos. Ein Brief an die entsprechende Klinik landet im Sekretariat und wird wenn überhaupt abwimmelnd beantwortet. Zugeben würde der Arzt seine Fehldiagnose weder im persönlichen Gespräch geschweige denn in einem Brief. Das ist keine Einschätzung, das ist leider die eigene Erfahrung.

      Dein Denken ist durchaus richtig aber eben Theorie, die Praxis sieht ganz anders aus. Eine Verbesserung ist wohl eher Wunschdenken, wie nicht zuletzt etliche TV-Dokus zu dieser Thematik schon gezeigt haben. Hierzu leben wir im “falschen Land”, hier ist die ärztliche Selbstherrlichkeit kaum rechtlich angreifbar.

      Bescheid dass es so ist wissen mehr als Du denkst. Doch entweder sie sitzen im selben Boot und schweigen oder sind in einer sonstigen Form abhängig und äußern sich dazu nicht. Der beste Arzt ist immer noch der, den man nur von hinten sieht smilie .