Der DFB zwischen Theorie und Praxis

Vorneweg möchte ich erwähnen, dass ich die Vorkommnisse während des Bundesligaspiels Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Nürnberg keineswegs gut heißen will. Feuerwerkskörper innerhalb einer Tribüne und/oder auf das Spielfeld zu werfen hat absolut nichts mit Fussballfans zu tun. Von den möglichen Verletzungsgefahren und sonstiger gesundheitlicher Nachteile einmal ganz abgesehen. Nicht selten handelt es sich um Personen, die den Fussball nur als Bühne für Ausschreitungen suchen und auch finden.

Jedoch anhand der Äußerungen, die DFB-Vizepräsident Rainer Koch nun der Süddeutschen Zeitung gegenüber machte kann man deutlichst erkennen, dass ein Vizepräsident eben nicht mehr als ein Theoretiker hinter verschlossenen Türen ist. An Spieltagen im V.I.P Bereich sitzend ein Spiel zu verfolgen ist etwas vollkommen anderes als dort zu stehen, wo der “gemeine Fussballfan” eigentlich steht.

Diese Mengen an Feuerwerkskörpern, welche während der Partie abgebrannt wurden müssen zunächst erst einmal ins Stadion gelangen. Die oftmals so hochgelobten Eingangskontrollen sind nicht mehr als heiße Luft um nicht zu sagen ein absoluter Witz. Würden diese Kontrollen, durchgeführt von teilweise Möchtegern-Agenten in 007-Manier, so effektiv sein wie sie auch in der Öffentlichkeit angepriesen werden, dann würde es nicht zu solch massiven Entgleisungen kommen!

Jetzt mit Forderungen nach Zivilcourage in den Fanblöcken zu kommen verdeutlicht die tiefgreifende Ahnungslosigkeit von Koch ganz massiv. Haben Sie Herr Koch sich schon mal mit gewaltbereiten Möchtegernfans schon einmal angelegt und wegen eines abgebrannten Feuerwerkskörper diskutiert? Wahrscheinlich nicht, denn sonst wüßten Sie nämlich, dass diese vermeintliche Zivilcourage ganz schnell im Sanitätsraum enden kann! Mit Worten wie “Lass den Unsinn!” sind diese Leute nicht zu beeindrucken, höchstens noch weiter zu provozieren! Einen Dialog zu solch angeblichen Fans zu suchen ist vergebene Liebesmühe.

Verhöhnende Gesänge und Transparente in den Stadien gehören schon seit langem zum Geasmtbild der Fussballfanszene. Diese jetzt verschwinden lassen zu wollen nennt man auch den Gaul von hinten aufzuzäumen! Warum sollen sonst friedliche Fussballfans, die den Gegner nun einmal gerne verspotten aus den Stadien verschwinden, nur weil ein unfähiges Ordnungspersonal es nicht auf die Reihe bekommt jene handvoll Spinner auszusortieren?

Warum einen ganzen Baum fällen, nur weil ein Ast morsch ist? Letztlich leben gerade die kleineren Vereine hauptsächlich von der breiten Masse. Und diese Masse trellert nun mal gerne ihre Gesänge, die auch mal gegen den anderen Verein gerichtet sind oder hängt das eine oder andere Transparent auf. Und für das nächste Interview mit einer Zeitung überlegen Sie vorher, ob ihnen singende und transparentschwinge Fans nicht etwa doch lieber sind als eine handvoll pyrotechnischer Vollidioten! (Quelle: SZ)

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

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