Startseite » Dies & Das » Ironie im Internet fördert nicht nur Diskussionen

Ironie im Internet fördert nicht nur Diskussionen

Ironisch geschriebene Artikel ziehen nicht selten irrsinnig viele Kommentare auf sich. Je populärer ein Thema ist, desto mehr Leute zieht ein solcher Artikel an und lässt teils heftige Diskussionen entstehen. Ironie im Internet gehört einfach mit dazu. Trotzdem ist das Schreiben eines ironischen Artikels anders. Je nach Größe der untergemischten Portion Ironie kann es ganz schnell in Richtung Beleidigung gehen – zumindest ist die Möglichkeit vorhanden, dass es so verstanden wird.

Ganz auf ironische Pointen verzichte auch ich nicht. Gerade gesellschaftspolitische Themen, von denen es zeitweise eine große Bandbreite gibt werden von mir gerne mal mit ironischen Sätzen „gewürzt“.

Falsch verstandene Ironie

Mit Ironie kann nicht jeder Leser gleich gut umgehen. Während die einen – zu denen auch ich mich selbst zähle – schmunzeln, vielleicht einen ebenso ironischen Kommentar hinterlassen und es dabei bewenden lassen gibt es noch die sehr kritischen Leser. Diese sehen sich dann je nach Thematik ggf. ertappt, auf den Schlips getreten oder gar massiv persönlich angegriffen.

ironieImmer wieder kommt es vor, dass als Reaktion auf einen ironischen Artikel „Bloggerfreundschaften“ ins Wanken geraten. Das äußert sich dann darin, dass dem ironischen Autor mitgeteilt wird, dass sein Feed gekündigt wurde oder er aus der Blogroll (dort wo es sie noch gibt) geflogen ist. Das sind nur zwei Beispiele auf mögliche Reaktionen. Das es sie gibt habe ich selbst schon erfahren müssen.

Ja, die Gefahr mit einem ironischen Artikel von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten ist wahrlich sehr groß.

Ironie ist wie ich meine eine schwere Kost. Solche Artikel zu schreiben muss dem Autor liegen. Nicht jeder hat die Ader ironisch zu schreiben ohne großartig missverstanden zu werden. Eben das ist mit ein Grund warum ich mit ironischen Artikeln eher sparsam umgehe. Nicht weil ich Angst habe Leser zu verlieren. Schließlich kann man durch derartige Text auch neue Leser gewinnen. Mir fehlt eben die besagte Ader um hier tiefer einzusteigen.

„Gefährliche“ Themen für Ironie

Das Wort Gefahr mag hier überzogen klingen. Und trotzdem – es gibt Themenbereiche bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Tritts in den besagten Fettnapf ungleich höher ist als bei sog. Allerweltsthemen.

Politik, Sport und Religion sind hier in erster Linie zu nennen. Alle drei Bereiche sind stark von persönlichen Einstellungen bzw. Empfindungen geprägt in welchen man sich nur sehr ungerne „eines besseren“ belehren lassen möchte. Die Sichtweisen eines jeden Menschen sind hier anders gelagert. Und weil Ironie auch etwas von veräppeln hat ist das recht schnell passiert und die Diskussion kann beginnen.

Politik, Sport und Religion sind nun mal sehr beliebte Themen zu denen sich Ironisten auslassen. So jedenfalls meine Beobachtungen. Natürlich gibt es auch viele andere Bereiche die durch den Kakao gezogen werden und bei denen sich Menschen regelrecht angegriffen fühlen. Es ist eben eine sehr individuell zu betrachtende Ebene auf die man sich mit ironischen Artikel begibt, dessen sollte man sich stets bewusst sein.

Bestimmte Themen werden durch die Würze der Ironie regelrecht polarisiert.

Ironie hat auch Grenzen

Der Grat zwischen Ironie und Beleidigung / Verunglimpfung ist bekanntlich sehr schmal. So gerne ich solche Artikel lese, es gibt definitiv Grenzen die meines Erachtens von der Ironie nicht übertreten werden sollten. Vorrangig bei Verstorbenen muss die Pietät unbedingt vor Ironie kommen.

Im wahrsten Sinne des Wortes ironisch ist es, wenn man aufgrund eines „verunglimpfenden Artikels“ anderer sich dazu hinreißen lässt Stellung zu beziehen. Denn auch dabei droht die bereits erwähnte Gefahr bestimmten Personengruppen auf den Schlips zu treten – wenn auch auf eine wieder etwas andere Art.

Mein Fazit

Ironie ist weder aus dem Internet noch aus der Gesellschaft als solches komplett wegzudenken. Wie man damit umgeht – sowohl als Schreiber als auch Leser – muss jedem selbst überlassen sein. Dass Ironie im Internet nicht funktioniert stimmt nicht ganz. Ich habe gegen ironische Artikel grundsätzlich nichts einzuwenden solange die Grenze des guten Geschmacks bewahrt bleibt.

Doch wo diese Grenzen gesetzt werden ist wiederum Ansichtssache die jeder anders auslegt. Wie diese Ansichten geartet sind kann man diese Woche beim Webmasterfriday und dessen Artikelsammlung nachlesen.

Ironie ist und bleibt ein recht heißes Eisen, daran wird sich auch in Zukunft nichts verändern. Dessen bin ich mir absolut sicher.

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

Artikelempfehlung

Ein Lappen namens Führerschein

Alles ist in den 30 Jahren kleiner geworden. Fernsehgeräte und Mobiltelefone waren damals noch richtig ...

5 Kommentare

  1. Ob mich schon jemand aus dem Feedreader oder der Blogroll geschmissen hat, kann ich nicht sagen. Tatsache ist aber, dass Ironie bei mir oft dazu gehört. Ich finde das auch überhaupt nicht schlimm, sofern man ein gewisses Maß nicht überschreitet.

    Besonders feinfühlige sollten allerdings um meinen Blog besser einen Bogen machen oder am besten gleich das Internet abmelden…

    • So schlimm finde ich jetzt Deine Ironie nicht. Es ist halt eben Ansichtssache. Ob mich jemand aus dem Reader kickt, nur weil ich mal etwas ironisch geworden bin ist mir ebenfalls egal. ich finde es einfach… naja, sagen wir kindlich. Hat ein wenig von dem Motto „nein meine Suppe ess´ ich nicht“.

  2. Ironische Artikel bringen also Kommentare? Okay, dann wird mein nächster Artikel ein ironischer sein, denn Kommentare habe ich derzeit zu wenige. Was ich aber weiß, ironische Tweets über den FC Bayern München bringen sehr viele Favs ;-)

  3. Hättest du, hast du aber nicht #grins ;-) – außerdem habe ich schon verstanden, was du im Artikel sagst, nur wie gesagt, du sagst ja gleichzeitig, dass es viele Kommentare bringt und mir dürstet es nach Kommentaren ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.