Beiträge der Kategorie "Im Kreuzfeuer"

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Kirche – Welt jenseits der Gesetze

Freitag, 12.03.2010

Meine persönlichen Gedanken zu den Missbrauchsfällen bei der katholischen Kirche hatte ich erst kürzlich veröffentlicht. Dass es ein Fass ohne Boden werden würde konnte man bereits an der großen Zahl der Missbrauchsopfer erahnen. Die Tiefe dieses Fasses kann keiner genau abschätzen, die Kirchenoberen am aller wenigsten. Oder etwa doch?

Sind all die getroffenen Forderungen nach lückenloser und schneller Aufklärung der Fälle nicht mehr als Schall und Rauch – obwohl sie vom Chef persönlich kommen, dem Papst? Man könnte es fast meinen, liest man sich das Interview mit einem Kirchenrechtler aus Münster durch. Das liest sich ein wenig als wäre die Kirche eine Macht für sich, die sich an Gesetze von “Normalsterblichen” nicht halten müsse. Alleine schon der Umstand, dass es Kirchengerichte gibt halte ich für mehr als nur anmaßend absurd.

Dass Opfer von Missbrauchsfällen ungern darüber sprechen und sich an die Öffentlichkeit wenden ist mir klar. Aber sich diesen Umstand mit den Worten

Den Opfern muss es nicht lieb sein, wenn ihre Fälle an die große Glocke gehängt werden.

Automatismus

Mittwoch, 10.03.2010

Alice-DSL ist ja schon länger in meine Ungnade gefallen, weil einfach die Leistung nicht passt. Und aus meiner Natur heraus werde ich dann auch pingelig, ist ein Unternehmen erstmal unangenehm aufgefallen. Freunde werden wir wahrscheinlich nie mehr werden.

Alleine schon, dass man als Bestandskunde die gebührenpflichtige Hotline verwenden darf, während die “Kundenfanglinie” auf 0800 basiert stößt mir sauer auf. Kommt es dann noch zu Warteschleifen wird meine Laune nicht zwangsläufig besser. Die teilweise rüberkommende Arroganz der Servicemitarbeiter gibt dann das Tüpfelchen aufs “i”.

Wenn Alice eine Kundennummer vergibt und diese auf ihrem Briefkopf mit vermerkt, sollte man glauben dass diese auch stimmt. Eine andere kann ich der Hotline nicht benennen, weil ich keine andere habe. Meint der “Spezialist” am anderen Ende auf schnippische Art doch glatt, die Nummer sei falsch, da gehöre ein “DE” davor.

Wehrter Hotliner, würde das “DE” dort stehen, hätte ich es auch so vorgelesen. Also bitte nicht den Kunden anpampen wenn der nicht vorliest, was er gar nicht kennen kann. Das abwertende

… ach ich sehe schon, Sie sind ja Hansenet Kunde…

Skandalsumpf katholische Kirche

Dienstag, 09.03.2010

Kein Tag vergeht zur Zeit, an den nicht neue Skandale aufgedeckt werden. Führend auf Platz eins der Kirchenskandale, die große Anzahl an Missbrauchsfällen an Schülern von kirchlichen Schulen und anderen Einrichtungen. Plötzlich ist man in Kirchenkreisen um rasche Aufklärung bemüht und bedauert die Vorfälle zutiefst. Plötzlich deshalb, weil die Straftaten längst bekannt waren und unter den Teppich gekehrt worden sind – schließlich kann man keine schlechte Presse gebrauchen, will man am Sonntag von der Kanzel herab das gläubige Volk “maßregeln”. Heuchelei pur.

Während die Herren mit den purpurroten Bauchbinden die Straftaten nun versuchen mit haarsträubenden Erklärungsversuchen zu beschönigen und sogar “Entschädigungen” bezahlen und das Schweigen erzwingen, können sich die aktiven Täter der Verjährung erfreuen. Mord komischerweise verjährt zu keinem Zeitpunkt. Aber ist Kinderschändung wirklich etwas anderes als Mord? In meinen Augen handelt es sich dabei um psychischen Mord, der ebenso von einer Verjährung ausgeschlossen sein muss.

Kampf gegen die Schweiz

Freitag, 26.02.2010

Minarett IstanbulIch nenne es einen durch Drohung ausgelösten Beugezwang, was Libyen jetzt gegen die Schweiz ausübt, nur weil man sich dort per Volksentscheid gegen den Bau von Minaretts gestellt hat. Die Schweiz sei abtrünnig, ungläubig und zerstöre die Häuser Gottes so der libysche Staatschef beim Aufruf zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz. Und dieser Krieg müsse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt werden. Unter dem Strich bedeutet das nichts anderes als “Minarett oder Krieg”. Das kann man jetzt auslegen wie man es möchte, was “mit allen Mitteln” genau bedeuten mag.

Einerseits sind Minaretts Bauwerke die, wenn wir ehrlich sind, nicht wirklich in die westliche Baukultur passen. In den Gebirgsstaat Schweiz passen sie noch viel weniger. Andererseits haben sich die Schweizer dagegen ausgesprochen und somit ihren Willen offen gelegt.

Diese Mehrheitsentscheidung haben sowohl Gäste als auch “Einheimische” zu akzeptieren. Hier endet eigentliche jegliche Diskussion darüber. Es kann ja nicht angehen, dass sich die Schweiz von Libyen vordiktieren lassen muss was getan wird oder auch nicht. Noch ist Bern die Hauptstadt und nicht Tripolis.

Respekt und Hut ab

Mittwoch, 24.02.2010

Ich hatte heute schon mal kommentiert, dass das Bodenpersonal beider Kirchen nicht mein uneingeschränktes Vertrauen genießt. Aber in einer Sache ziehe ich meinen Hut und sage Respekt Frau Käßmann. Die EKD-Ratsvorsitzende trat nach ihrem Alkoholausrutscher, bei dem sie mit 1,54 Promille das Rotlicht nicht mehr als solches sah, als Konsequenz von ihrem Amt zurück. Das nenne ich Zivilcourage und stehen zu den eigenen Fehlern die man begangen hat.

Glücklicherweise ist nichts passiert, es kam kein Mensch zu Schaden. Trotzdem ergibt es mehr als nur ein schräges Bild, wenn Vertreter der Kirche während der Fastenzeit betrunken durch die Gegend fahren. Einerseits Wasser predigen und dann doch Wein trinken schafft keine solide Grundlage für Vertrauen unter den Gläubigen und der Gesellschaft im allgemeinen. Deshalb und hier wiederhole ich mich gerne – Respekt vor diesem Entschluss.

Soviel Mumm in der Hose, Schuld einzugestehen haben lange nicht alle Gottesvertreter. Der Augsburger Bischof Mixa sieht beispielsweise die sexuellen Übergriffe auf Kinder in einer Jesuiten-Schule in Berlin und anderen kirchlichen Einrichtungen wie teilweise darin begründet, dass es in unserer Gesellschaft eine sexuelle Revolution gegeben habe. Damit demütigt er für meine Begriffe betroffene Kinder und deren Familien ein weiteres Mal. Diese Fast-Rechtfertigung beweist ein Fingerspitzengefühl des Kirchenoberhauptes von gleich Null.

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