Nachgefragt: Rauchen im Zug bei massiver Verspätung

Folgendes Szenario: Du bist mit einem ICE von München nach Hamburg unterwegs, die Fahrtzeit liegt im Schnitt bei 6,5 Stunden. Wegen eines technischen Defekts bleibt der Zug auf freier Strecke liegen. Die Zwangspause dauert 4 Stunden ohne Möglichkeit den Zug zu verlassen. So geschehen neulich kurz vor Hamburg HBF.

Vom Servicecenter der Deutschen Bahn wollte ich nun wissen wie in einem solchen Fall das Rauchverbot im Zug gehandhabt wird. Wird für Raucher die Möglichkeit eingeräumt eine Zigarettenpause einzulegen?

Die Deutsche Bahn AG äußerte sich dazu wie folgt:

Zunächst möchten wir uns für die Unannehmlichkeiten auf Ihrer Reise von München nach Hamburg recht herzlich bei Ihnen entschuldigen.

Die Deutsche Bahn ist dazu verpflichtet, den seit 1.September 2007 gesetzlich verankerten Nichtraucherschutz in den öffentlich zugänglichen Bereichen umzusetzen. Ausnahmen für gesonderte Raucherbereiche, die das Gesetz nur unter strengen Auflagen zulässt, sind in der vorhandenen Fahrzeugflotte nicht mit vertretbarem Aufwand realisierbar. Insofern ist die Entscheidung, keine gesonderten Bereiche für Raucher mehr anzubieten, die Entscheidung für ein einheitliches und kundenfreundliches Angebot und keinesfalls als Diskriminierung der rauchenden Kunden zu verstehen.

Wir können Ihre Verärgerung über den Misstand, dass Sie wegen der Verspätung längere Zeit nicht rauchen konnten, gut nachvollziehen, aber Ihnen leider keine andere Lösung anbieten.  Sie können jedoch Ihre Entschädigungsansprüche wegen der Zugverspätungen beim „Servicecenter Fahrgastrechte“ geltend machen.

Ich habe zwar nie behauptet in dem Zug gesessen zu haben, aber egal. Wie wohl der Servicecenter auf Entschädigungsansprüche wegen Nichtrauchens reagieren würde? Eine Stange gratis? smilie

Und wer noch mehr über den Kundenservice der Deustchen Bahn haben möchte – bitte sehr: Costa Concordia überlebt und dann sitzengelassen. Auch hier wird sich das Servicecenter Fahrgastrechte  über das Handeln der Kollegen sicherlich gefreut haben.

 

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

4 Kommentare

  • Antworten
    25. Januar 2012

    ….das Szenario lässt sich ja beliebig steigern: Diabetes-Spritze konnte nicht pünktlich gesetzt werden, Methadon nicht rechtzeitig bekommen und daher einen Dealer im Bord-Bistro aufgesucht, …. ect. smilie Wäre interessant zu testen, wie lange die Bahn geschmeidig in ihren Antworten bleibt. smilie

    • Antworten
      Thomas Autor
      25. Januar 2012

      Willkommen bei Nicht spurlos, Sarah. So ganz auf die Spitze treiben wollte ich es nicht gleich. Mit der angesprochenen Geschmeidigkeit wäre es dann glaube ich auch schnell vorbei.

  • Antworten
    26. Januar 2012

    Sieht alles sehr stark nach einem vorgefertigten Mustertext aus.
    Mir als Nichtraucher macht das Szenario nichts aus, allerdings kann ich mir vorstellen dass die Situation für einen Raucher schon recht unangenehm werden kann.

    • Antworten
      Thomas Autor
      26. Januar 2012

      @Timo: “Textblock aus F7″… das könnte ich mir sehr gut vorstellen.