Rassismus auf der HSV-Nordtribüne

Die volksverhetzenden Vorkommnisse beim Bundesligaschlager HSV vs. Bayern München schlagen hohe Wellen. Aus meiner Sicht wird hierbei aber oftmals über das Ziel hinausgeschossen, in dem man vom “Alltag in den Stadien” spricht. Vorwürfe gegen die jeweiligen Fussballclubs, wenn ein Fall bekannt wird, sind nicht angebracht. Schließlich kann kein Verein bei der Kartenvergabe in die politischen Köpfe der vermeintlichen Fans blicken und entscheiden, ob er das Stadion betreten darf oder nicht.

An dieser Stelle sollte aber auch genau differenziert werden zwischen Fussballfans und solchen, die sich nur den Fussball als Bühne für Gewalt ausgesucht haben. Dies ist alles andere als eine neue Erscheinung und seit Jahrzehnten Fakt. Leider gibt es Fussballfans, die sich vom Nazi-Parolen “anstecken” lassen und sie deswegen mitgröhlen, um einerseits cool zu wirken und andererseits dem “Gegner” seine Mißachtung zu zeigen, ohne dabei wirklich zu überlegen was sie eigentlich für einen Blödsinn rufen!

Der Nazi-Szene sind diese Mitläufer keineswegs zuzuordnen, was ich natürlich nicht als Rechtfertigung für deren Tun gelten lasse. Dass ermittelte Täter ein Stadionverbot erhalten ist völlig in Ordnung, löst aber noch lange nicht die eigentliche Problematik der Nazi-Parolen beim Fussball, die sich dann eben auf andere Orte rund um das Fussballereignis verlagern.

Es handelt sich um kein Problem der Bundesliga oder gar eines Vereins als solches. Derartige Vorkommnisse kann es in jedem Stadion zwischen Rostock und München geben. Es kommt eben lange nicht jeder “Fall” ans Tageslicht bzw. so groß in die Presse. Rechtsextremismus ist ein gesellschaftliches Problem, keines von Fussballvereinen oder deren Anhängerschaft. Lösungswege muss die Politik suchen, nicht der DFB oder wie im aktuellen Fall der HSV.

Deutschland besteht nicht nur aus Fussballtribünen, von denen man das braune Klientel einfach durch Aussperrung vertreiben kann.  Pauschal einfach von einem braunen HSV-Mob zu sprechen ist zu blauäugig.

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

2 Kommentare

  • Antworten
    Fred
    5. Februar 2009

    Nabend Thomas, in Fankleidung des Gegners, das hätte man wissen müssen. Ich habe das Pech (zu hektisch gebucht) bei meinem FC Bayern Besuchs in der Kurve des BVB zu sitzen, auf der Eintrittskarte ist deutlich vermerkt das das der Besuch in der Nordkurve in FC Bayern Fantracht verboten ist. So soll es sein…doch jubeln über ein Tor des FC Bayern muß doch wohl erlaubt sein, oder..? Ich denke so ganz ohne ist so ein Besuch nie…was die beiden erlebt haben….ich hätte das Spiel wohl nicht bis zum Ende bei solch guter Gesellschaft ausgehalten…gruß, FRED

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      Thomas Autor
      5. Februar 2009

      Moin Fred, ich verstehe zwar schon was Du meinst, aber die eigentliche Problematik hat nichts mit Fankleidung alleine oder dem besuchten Fanblock zu tun. Diese “Krawallos” sind auch dann da, wenn kein gegnerischer Fan im Block zu sehen ist. Und volksverhetzerische Parolen werden auch nicht einzig und allein auf den Tribünen skandiert. Wie ich eben schrieb… dieses Probelm ist nicht auf Stadiontribünen zu begrenzen und daher nicht von Vereinen oder dem DFB gelöst! Dir eine gute Reise nach München smilie .