Geheimschrift

Montag, 09.11.2009

In Zeiten von Arial, Times New Roman und Verdana ist Sütterlin sicherlich keine Schriftart die noch weit verbreitet ist geschweige denn von sehr vielen Menschen überhaupt gelesen werden kann. Ich selbst kenne zwar den Namen und das Aussehen dieser Schriftart aus den Zeiten als meine Oma noch lebte, lesen konnte ich diese Schreibweise auch noch nie.

Bewundernswert finde ich diese Schreibweise allemal, für die (Vor-)Kriegsgenerationen war sie “ganz normal”. Hauptsächlich vermute ich die Nutzer und Versteher dieser Schriftart in den Älteren unter uns, so ab 75 aufwärts. Aber auch in den 60er-Jahrgängen gibt es Sütterlin-Freaks – hätte ich jetzt so nicht pauschal getippt.

Ein kurioser Fall kommt da aus dem niedersächsischen Celle, genauer gesagt aus der dortigen Justizvollzugsanstalt. Weil dort ein 37-jähriger Insasse Briefe in Sütterlin-Schrift “nach draußen” schickte und diese vom Gefängnispersonal nicht “gelesen” werden konnten sollte der Schreiber die Kosten für eine “Übersetzung” tragen, andernfalls würden diese nicht verschickt werden. Wie bitte? :roll:

Per Urteil wurde dem Insassen dann die freie Wahl der Schriftart zugestanden.

Mit welchem Kram sich die deutsche Gerichtsbarkeit doch herumschlagen muss. Ob es im Celler Gefängnis nun Kurse für “Geheimschriften” geben wird besagt das Urteil nicht :cool: .

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Veröffentlicht wurde dieser Beitrag von Thomas am 09.11.2009 um 16:45 Uhr, eingeordnet unter der Kategorie Politisches. Die Kommentare hierzu kannst Du auch per RSS Feed verfolgen. Deine Meinung interessiert mich natürlich auch, Du kannst sie hier schreiben oder von Deiner Seite einen Trackback senden. Diesen Beitrag ausdrucken .

3 Kommentare


geschrieben von hans
10.11.2009, 05:53 Uhr

hach, diese sütterlin… meine oma hat mir damals immer ihre einkaufszettel darin geschrieben. welche ich nur im tante-emma-laden abgeben musste, da die eigentümerin auch sütterlin lesen konnte.

war für mich immer wieder überraschend, was ich denn nun eigentlich einkaufen musste… :lol:

geschrieben von Marco
26.12.2009, 13:09 Uhr

Vor einiger Zeit hatte ich wegen meines anderen Internetprojektes Kontakt in die Staaten. Neben dem eigentlichen Thema (US-Oldtimer) schrieb mir ein Besitzer auf einmal, ob ich ihm nicht einen gefallen tun könnte. Irgendeiner seiner Vorfahren kam aus Deutschland und er hatte noch Unterlagen in dieser Schreibweise, konnte diese aber nur teilweise entziffern und übersetzen. Er sandte mir die Sachen dann zu.
Ich konnte auch wenig damit anfangen und reichte es ohne weitere Resultate in der Familie herum.
Letztendlich half mir ein älterer Herr, dem ich schon mal bei PC-Problemen helfe. Für ihn war das alles auch ganz normal.

geschrieben von Thomas
27.12.2009, 17:32 Uhr

Sütterlin ist so schon nicht einfach, in den USA ist damit natürlich noch weniger anzufangen. Zum Glück finden sich immer wieder ein paar Leute die es dann “übersetzen” können. Wäre vielleicht auch eine Marktlücke bzw. ne Idee zur Selbstständigkeit :grin: .

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