Zivilcourage

Immer wieder hört man die Forderung nach Zivilcourage zur Verhinderung von Straftaten. Die Forderung hat durchaus ihren Sinn und hat schon die eine oder andere Straftat verhindert, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen. Sich einmischen hat immer öfter aber auch Folgen für den/die couragierten Helfer(-in).

Im aktuellen Fall im S-Bahnhof München-Solln wollte ein 50-jähriger auch couragiert in einen Streit eingreifen, bei dem zwei 17 und 18-jährige Jugendliche andere jüngere Fahrgäste “abzocken” wollten. Seine Courage musste der 50-jährige mit dem Leben bezahlen.

Angesichts solcher Vorfälle wundert es mich nicht, wenn bei künftigen und ähnlichen Vorfällen die beherzten Helfer der Situation fernbleiben und sich ihre Courage zum Selbstschutz verkneifen. Selbst wenn es “nur” mit teils schweren Verletzungen für den Helfer endet muss dieser sich mit den Folgen ggf. lebenslang auseinander setzen während die Täter manchesmal Dank psychologischer Begutachtungen verhältnismäßig glimpflich davon kommen.

Der Griff zum Handy oder einer Notrufsäule am Bahnsteig um die Polizei zu rufen beendet zwar die Notsituation der angegriffenen Fahrgäste nicht unmittelbar, rettet unter Umständen aber das eigene Leben. Egoistisch würde ich das dann nicht nennen.

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

5 Kommentare

  • Antworten
    22. September 2009

    Die Polizei rufen ist das Eine – wenn sie aber wegen Personalmangel nicht oder sehr spät kommt……? Wenn Stellen unbesetzt bleiben oder gestrichen werden, ist der Ruf nach Zivilcourage und die Entrüstung der Politiker über die Totschläger scheinheilig. Das wird billigend in Kauf genommen – nach dem Motto: Ein bißchen Schwund gibt es immer.
    Ein Terrorvideo führt dagegen zu Polizeipräsenz auf Bahnhöfen??

  • Antworten
    Bernd Klawitter
    18. Januar 2010

    Die Polizei rufen ist das Eine – wenn sie aber nicht kommt, was dann ??

    Ich werde hier in Hamburg systematisch durch Psychoterror fertig gemacht, obwohl ich nichts gemacht habe. Gerade heute habe ich wieder
    die Polizei gerufen, leider vergeblich. Man weigert sich zu kommen.

    Polizei in Hamburg ? Nein danke. Wahrscheinlich sind die Beamten auch
    noch bestochen worden, sonst kann es ja wohl nicht sein, dass so etwas nicht bearbeitet wird und man nicht kommt.

    Zivilcourage, ha, ha, ha. Und gerade jetzt wird in Hamburg der Opfer
    der NAZI’s erinnert. Welche Blendung !! Es hat sich in Deutschland leider nichts verändert.

    • Antworten
      Thomas Autor
      18. Januar 2010

      @Bernd: Willkommen bei Nicht spurlos. Welche Gründe auch immer für das Nichterscheinen der Polizei sprechen mögen, Bestechung ist es garantiert nicht. Hier schießt Du sicherlich über das Ziel hinaus. Sollte tatsächlich Psychoterror ausgeübt werden, gibt es neben der “110″ auch noch etliche andere Möglichkeiten der Angelegenheit rechtlich zu begegnen.