Immer wieder hört man die Forderung nach Zivilcourage zur Verhinderung von Straftaten. Die Forderung hat durchaus ihren Sinn und hat schon die eine oder andere Straftat verhindert, das möchte ich gar nicht in Abrede stellen. Sich einmischen hat immer öfter aber auch Folgen für den/die couragierten Helfer(-in).

Im aktuellen Fall im S-Bahnhof München-Solln wollte ein 50-jähriger auch couragiert in einen Streit eingreifen, bei dem zwei 17 und 18-jährige Jugendliche andere jüngere Fahrgäste “abzocken” wollten. Seine Courage musste der 50-jährige mit dem Leben bezahlen.

Angesichts solcher Vorfälle wundert es mich nicht, wenn bei künftigen und ähnlichen Vorfällen die beherzten Helfer der Situation fernbleiben und sich ihre Courage zum Selbstschutz verkneifen. Selbst wenn es “nur” mit teils schweren Verletzungen für den Helfer endet muss dieser sich mit den Folgen ggf. lebenslang auseinander setzen während die Täter manchesmal Dank psychologischer Begutachtungen verhältnismäßig glimpflich davon kommen.

Der Griff zum Handy oder einer Notrufsäule am Bahnsteig um die Polizei zu rufen beendet zwar die Notsituation der angegriffenen Fahrgäste nicht unmittelbar, rettet unter Umständen aber das eigene Leben. Egoistisch würde ich das dann nicht nennen.