Zwischen- (End-) Lager Gorleben

Mittwoch, 12.11.2008

Etwas mehr als 3 Tage später als geplant ist der Müll im Zwischenlager Gorleben nun endlich angekommen. Begeisterung löst das sicherlich keine aus, aber was bleibt übrig, außer den Fakten ins Gesicht zu sehen? Die Demonstrationen rund um Gorleben verliefen diesmal sehr diszipliniert. Sowohl von Seiten der Polizei noch von Seiten der angereisten Demonstranten gab es große, nennenswerte Zwischenfälle zu hören. das war ja nicht immer so gewesen.

Für die Atomkraftgegner habe ich grundsätzlich auch Verständnis, für die Anwohner rund um Gorleben sowieso. Wer möchte schon gerne neben einer solchen “tickenden Bombe” sitzen? Doch hier wird in den ganzen Diskussionen das Pferd m.E. von hinten aufgezäumt. Die Kosten für die 3 zusätzlichen Tage sind ganz bestimmt auch nicht unbeträchtlich. Diese Gelder könnte man sicherlich in wichtigere (Umwelt-)Projekte stecken als in derartig große und langandauernde Polizeieinsätze. Denn der Atommüll wird letztlich doch ins Lager verbracht, wenn auch mit erheblichen Mehraufwendungen an Zeit und Finanzen.

Das Problem mit Müll lässt sich grundsätzlich nur durch Müllvermeidung bändigen, anders ist es auch bei Atommüll nicht, wenn auch ungleich gefährlicher. Atommüll entsteht solange wie es AKW’s gibt immer wieder neu. Und ob nun Gorleben oder wie schon erwähnt ggf. Süddeutschland, ein Endlager wird es immer geben müssen. Und somit wird es auch immer Demo’s, Gleisblockaden und dgl. mehr geben, wo auch immer. Irgendwie dreht man sich hier vollkommen im Kreis ohne wirklich etwas nachhaltig am Problem zu verändern.

Forderungen wie sie jetzt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft stellte, eine Null-Toleranz-Lösung zu schaffen sind sicherlich nicht der richtige Ansatzpunkt für die Vorgehensweisen nächster Demonstartionen. Etwas zu hart formuliert wie ich meine. Ich denke, er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die diesjährige Vorgehensweise der Polizei, nämlich nicht wirklich einzuschreiten auch nicht das Non plus Ultra sein kann. Gorleben 2009 verzögert sich vielleicht dann um 5, 8, 10 oder 14 Tage und fordert noch mehr Einsatzkosten.

Dieses vermeintliche Machtspiel zwischen Demonstranten und Staat bringt doch niemanden was. Die Polizei steht da und darf nichts tun, die Atomkraftgegner verharren, blockieren und erreichen letztlich doch kein Ziel. Der Tanz um den heißen Brei! Eine Aufgabe des Widerstandes gegen Atomkraftwerke muss ja nicht sein, man darf sich aber auch nicht wundern, wenn es letztlich durch derartige Zeitspielchen und daraus resultierende Verspätungen tatsächlich zu Null-Toleranz-Regelungen kommt.

Man kann jeden Bogen spannen, weit und weiter. Überspannen sollte man ihn nicht. Zumindest darf man dann nicht jammern wenn er wirklich mal reißt…..

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Veröffentlicht wurde dieser Beitrag von Thomas am 12.11.2008 um 21:15 Uhr, eingeordnet unter der Kategorie Politisches. Die Kommentare hierzu kannst Du auch per RSS Feed verfolgen. Deine Meinung interessiert mich natürlich auch, Du kannst sie hier schreiben oder von Deiner Seite einen Trackback senden. Diesen Beitrag ausdrucken .

2 Kommentare


geschrieben von Boff
12.11.2008, 21:41 Uhr

Soweit ich weiß, hat der Transport 20 Millionen Euro gekostet. Das ist nicht wenig, viel ist es im Vergleich zu anderen Ausgaben aber erst recht nicht.

geschrieben von juwi
19.11.2008, 16:34 Uhr

Da dem deutschen Michel von den Atomkraftbefürwortern immer wieder versichert wird, Atomkraft sei billig, weiß er jetzt wenigstens, dass 20 Millionen Euro ja eigentlich nicht viel mehr als ein paar Peanuts sein können. Diejenigen, die den Zaster rausrücken sollen, sehen das allerdings völlig anders …

Sollen doch die für ihren eigenen Müll zahlen, die ihn mit ihren Atomkraftwerken selbst produziert haben. Dann hat sich auch das Märchen von der billigen Atomkraft bald von selbst erledigt. Nur die nächste Folge des Märchens, in der von der Kündigung des Atomkonsens erzählt werden sollte, werden wir dann wohl leider nicht mehr vorgelesen bekommen.

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