Es ist ein wahrlich heißes Eisen, das Thema rund um das „Hochleistungsdampfen“. Immer mehr Akkuträger kommen auf den Markt mit noch höheren Wattzahlen. War gestern noch 30 Watt im Gespräch und heute die 50, schielt ein anderer Hersteller schon nach einer Verdoppelung des Wertes und wieder ein anderer sogar nach der Vervierfachung. Dampfen mit 100, 150, 200 und noch mehr Watt – ist das wirklich noch das Dampfen im eigentlichen Sinne oder geht es hierbei einfach nur noch um das Protzen mit hohen Werten und möglichst dicken Dampfschwaden?

Wo soll dieser Weg hinführen und wann ist mit einer Mod-Box zu rechnen die den Verdampfer mit 500 Watt oder gar noch weit darüber befeuert? Es artet in einen regelrecht schon wahnhaften Wettkampf der fernöstlichen Hersteller um immer noch mehr Leistung aus was sich hier am Markt tut. Als „normal“ ist das schon nicht mehr zu bezeichnen, jedenfalls aus meiner Sicht heraus nicht. Hier geht es nur noch um ein gegenseitiges hochpuschen der Entwickler und letztlich um Geld, Geld das jene Dampfer einbringen sollen die sich von diesem Hype anstecken und auch permanent mitreißen lassen. Diese Rechnung scheint bisher aufzugehen.

Ruhe, Gelassenheit und Geschmack bleibt völlig unbeachtet

Dampfen, so wurde es mir bisher schon von vielen Dampfern vermittelt hat etwas mit Ruhe und Gelassenheit zu tun. Kann man bei immer höheren Leistungen wirklich noch von einer Gelassenheit beim Dampfen sprechen? Je höher die Wattzahlen desto anspruchsvoller wird es für die Akkus und umso mehr muss der Dampfer darauf achten dass auch „alles passt“. Dieses Überwachen der Technik wäre mir zu stressig. Dazu kommen dann noch die wildesten Experimente mit den Wicklungen und ein bisschen Stacking. Wenn hier das Thema von explodierenden Akkus wieder erneut aufgekocht werden wird würde mich dies nicht wirklich verwundern.

Doch da muss ich ganz klar sagen, mit der normalen Dampferei wie sie mehr als 80% der Dampfer praktizieren hat dies absolut nichts mehr zu tun. Ich selbst habe auch eine Box, ich war einfach neugierig und hatte sie mir deswegen auch angeschafft. Nicht dass ich diese hier nun schlecht reden wollte, aber von den 40 Watt welche sie leisten kann nutze ich inzwischen höchstens 30 Watt und das bei 0,5 Ohm. Spätestens ab diesem Wert ist vom Geschmack mit mehr viel übrig. Es produziert zwar mächtig Dampf, das war es dann aber auch. Bei entsprechend höheren Wattzahlen kann man wohl kaum von einer Kehrtwende ausgehen, sodass der Geschmack wieder an Geltung gewinnt. Und selbst Wicklungsexperimente bleiben hier wirkungslos. Wozu dann bitte 100 Watt oder mehr in Händen halten?

Die Sicherheit der Nutzer wird, sofern man hier den Herstellern Glauben schenken möchte, immer gewahrt. Als Verwender eines solchen „Transformatoren-Mods“ muss ich es einfach glauben und es darauf ankommen lassen. Wird schon gut gehen. Entweder ist es den Verwendern solcher Geräte schlichtweg egal, Hauptsache viel Dampf oder sie sitzen höchst angespannt auf der Couch und lassen ihre Dampfschwaden fliegen. Entspannung und Gelassenheit sind mir etwas anders in Erinnerung, sorry.

Es soll ja auch Dampfer geben die sich 100 Wattboxen kaufen nur des „coolen Designs“ wegen, diese aber angesichts ihrer Leistungsfähigkeit gar nie nutzen. Was mach ich mit einer solchen Box wenn diese dann bei 15 Watt betrieben wird? Das ist ja wie wenn ich mir einen 500 Watt-Strahler ins Wohnzimmer hänge und ihn dann stets auf 40 Watt dimme – ich kann es wirklich nicht nachvollziehen.

Über Sinn und Unsinn zu philosophieren ist hier eigentlich nicht angebracht weil die Definition einfach zu relativ gelagert ist. Trotzdem – wenn man etwas tut sollte es doch irgendwie auch Sinn machen. Und diesen Sinn vermisse ich gänzlich. Ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren wenn das hier von mir zum Besten gegebene ein reiner Irrtum meinerseits sein sollte.

Aber sei ehrlich, mit der Grundidee des Dampfens hat das alles nichts mehr zu tun.