Linux ist nicht nur eine Alternative zu Windows, es ist das bessere Betriebssystem, mit dem es sich flüssig und ohne störende Fehlermeldungen arbeiten lässt. Was ich darüber zu sagen habe findest Du hier.

Android Tablet

Smartphones, Tablets und Android – das sind Wort die nur schwer in unserer Vorstellung voneinander zu trennen sind. Android ist – iPhone & Co. mal außen vor gelassen – ein sehr beliebtes und wie ich meine leicht verständlich aufgebautes Betriebssystem. Die Beliebtheit ist nicht zuletzt auch auf die beachtlich große Anzahl an Apps zurückzuführen die es für den Androidmarkt gibt. Androidgeräte gibt es in jeder Preisklasse bis hoch zu den Topgeräten die es mit dem iPhone locker aufnehmen können.

Das Betriebssystem bringt aber auch bestimmte Nachteile mit sich die man fairerweise nicht unter den Tisch kehren sollte. So ist es nicht selbstverständlich, dass alle auf dem Markt befindlichen Geräte mit den neuesten Updates für Android versorgt werden (können). Ein weiteres Manko ist, dass Android nicht gleich Android ist. Soll bedeuten, das Betriebssystem ist in seiner Haptik nicht einheitlich was es unbedarfteren Anwender etwas schwer machen kann. Die Hardwareausstattung muss relativ hochwertig sein (Prozessor) um speziell Spiele oder Videos auch ohne Aussetzer ausführen kann. Aber jedes Betriebssytem hat eben auch seine Schattenseiten.

Löst Ubuntu Snappy Android ab?

Was Android auf dem Smartphonesektor ist stellt Ubuntu als Betriebssytem im Bereich der Desktop-PCs. Ubuntu ist das führende Programm unter den Linuxdistributionen streng verfolgt von Linux Mint. Den gegenüber Linux Mint nach und nach verlorenen Boden will Canonical nun auf dem Mobilsektor wieder gut machen. Ende des vergangenen Jahres erschien Ubuntu Snappy. Canonical greift mit dieser Neuerscheinung ernsthaft nach Googles Android.

Ubuntu TouchWas eine Art von „Wachablösung“ im Mobilsektor bekräftigt ist das Interesse der Telekom, Amazon und auch Microsoft, die eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit bereits vertraglich vereinbart haben. Damit stehen hinter Canonical drei große und bedeutende Kunden für Smartphones und Tablets die es dem altgedienten Android in näherer Zukunft schwerer machen könnten sich zu behaupten.

Smartphones mit Ubuntu Touch als „Motor“ sind bereits auf dem Markt. Das Ubuntu Phone ist ein mit rund 170 Euro Anschaffungskosten sehr günstiges Einsteigermodell der Mittelklasse.

Ob Ubuntu Snappy zum Standard werden wird muss die Zeit zeigen. Das Snappy wird auf jedenfalls bereits als Betriebssystem für Router und Switches eingesetzt. Canonical hat offenbar ganz Großes vor und will mit aller Macht in den Telekommunikationsmarkt vordringen und sich dort dauerhaft etablieren.

Google Android wird sicher nicht komplett verschwinden. Doch die vorpreschende Konkurrenz von Canonical hält die Weiterentwicklung und vor allem die Verbesserung stetig im Gange was viele Anwender und auch ich für sehr begrüßenswert erachte.

Bildquelle: Wikipedia

Calibra E-Book Reader

Auch wenn es noch genügend Verfechter für das „echte Buch“ im Regal gibt, E-Books sind immer weiter auf dem Vormarsch und das Angebot ist inzwischen ganz erheblich angewachsen. Neben der Möglichkeit der Verwendung von reinen E-Book-Readern gibt es Softwarelösungen für den Desktop-PC um die vielen verschiedenen Formate öffnen und lesen zu können.

Calibre gibt es für Windows (32 und 64 bit), OSX und Linux. Ferner steht eine Version für die portable Installation zur Verfügung. In den Paketen von Linux Mint (Ubuntu) ist die Version 1.25 enthalten, das weiter entwickelte Paket in der Version  2.19.0 gibt es auf der Webseite des Autors. Ich habe mir Calibre 2.19.0 auf meinem Linux Mint installiert und möchte es hier kurz vorstellen.

Installation von Calibre

Im Terminal folgende Befehlszeile eingeben und mit dem Administratorenpasswort bestätigen:

sudo -v && wget -nv -O- https://raw.githubusercontent.com/kovidgoyal/calibre/master/setup/linux-installer.py | sudo python -c "import sys; main=lambda:sys.stderr.write('Download failed\n'); exec(sys.stdin.read()); main()"

Danach Sprache, Speicherort für die E-Books festlegen und – falls vorhanden – den benutzten E-Book-Reader aus einer Liste auswählen (Kindle Fire etc.). Fertigstellen, schon steht die Installation des E-Book-Readers zur Nutzung bereit.

Das erste E-Book, die Kurzanleitung für Calibre ist ebenfalls bereits hinterlegt. Eine ausführlichere Bedienungsanleitung in deutscher Sprache steht auf der Webseite von Calibra zur Verfügung.

E-Book Bibliothek einrichten und organisieren

Die möglichen Eingabeformate für Calibre sind CBZ, CBR, CBC, EPUB, FB2, HTML, LIT, MOBI, ODT, PDF, PRC**, PDB, PML, RB, RTF und natürlich Text. Die Exportformate sind ebenfalls neben Text, EPUB, FB2, OEB, LIT, LRF, MOBI, PDB, PML, RB, PDF. Damit ist Calibre ein absolut vollwertiger E-Book-Reader für alle Verwendungszwecke im Umgang mit E-Books.

Bücher die über den Computer bezogen und dort gespeichert wurden können mit zwei Klicks an den angeschlossenen Reader gesendet und dort gelesen werden. Kompatibilitätsprobleme kann es nicht geben, weil jedes Buch in ein anderes Format konvertiert werden kann.

Calibra E-Book Reader

Screenshot Calibra E-Book-Reader

 

Metadaten zu Büchern einsehen und bearbeiten, die Vorschau von E-Books oder nach Schlagwörtern suchen – mit dem Calibra alles komfortabel machbar. Für besonderes interessant halte ich die Möglichkeit neue Nachrichten einer Webseite herunterzuladen und als E-Book zu lesen. dabei lässt sich festlegen, nach welchem Zeitraum diese Nachrichten wieder gelöscht werden sollen – Standard ist 60 Tage. Dies kann individuell ja nach dem eigenen Nutzungsgrad auch nach unten korrigiert werden. Der Abrufzeitpunkt des jeweiligen Mediums ist ohnehin programmierbar.

Calibra kann hier je nach Menge der regelmäßig gelesenen Webseiten einen Feedreader, vielleicht nicht ersetzen aber mit Sicherheit aufwerten. Eine Verbindung mit iTunes oder einem USB-Laufwerk ist ebenfalls realisierbar und trägt zur Verteilung/Sortierung der Bücher im heimischen Netzwerk bei. Der Versand von E-Books per E-Mail ist in Calibra mit integriert.

Leseratten werden es begrüßen einen Katalog aller in Calibra erfassten E-Books als Katalog ausgegeben zu lassen. Salopp ausgedrückt, keine Bibliothek leistet wirklich mehr ;-) . Wäre ich jetzt ein Bücherwurm in der Hinsicht würde Calibra wohl zu meinem Lieblingsprogramm werden. Ein Ausprobieren lohnt in jedem Fall, denn es lassen sich auch wichtige pdf-Dokumente bibliothekarisch gut sortieren und mit Schlagwörtern versehen.

Faxen unter Linux

Das gute alte Telefax hat trotz E-Mail & Co. immer noch nicht ausgedient. Unter Windows ein Telefax verschicken kann sehr nervig werden wenn man VoIP-Telefonie nutzt und kein Besitzer einer FritzBox ist. Was bestehen bleibt ist die eingeschränkte Faxfunktion der FritzBox welche das Senden umfangreicherer Dokumente nicht zulässt. „Umfangreicher“ beginnt hier leider schon bei zwei Seiten. Verwender des Betriebssystems Linux können hier auf eine sehr komfortable und einfach zu bedienende Software zurückgreifen – Roger.

Roger installieren

Roger gehört nicht zum Standard bei Linux Mint (Ubuntu) und muss vor einer Installation erst zur Paketverwaltung hinzugefügt werden. Das von mir verwendete Linux Mint 17 (Ubuntu) ist hier Voraussetzung, mit anderen Distributionen wurde Roger nicht getestet. Die Paketquelle und der notwendige Key für Roger werden mit diesen Befehlen über den Terminal hinzugefügt. Mit dem dritten Befehl werden die Paketquellen neu eingelesen

sudo add-apt-repository 'deb http://download.opensuse.org/repositories/home:/tabos-team:/release/xUbuntu_14.04/ ./'
wget -q http://download.opensuse.org/repositories/home:/tabos-team:/release/xUbuntu_14.04/Release.key -O- | sudo apt-key add -
sudo apt-get update

Roger Router ist bereit zur Installation. Alle verfügbaren Plugins wie das Status-Icon und die Benachrichtigung bei eingehenden Anrufen werden hier gleich mitinstalliert.

apt-get install roger roger-plugins-fritzfon roger-plugins-notification roger-plugins-statusicon

Während der Installation muss der Fortgang einmal mit „J“ bestätigt werden. Roger Router ist nun fast einsatzfähig… bevor man loslegen kann ist es erforderlich sich der Benutzergruppe fax zuzuordnen um die Software starten zu können.

sudo addgroup DEIN NAME fax

DEIN NAME muss hierbei mit dem Linux Benutzernamen ersetzt werden, die Schreibweise erfolgt dabei wie dies auch bei der Anmeldung der Fall ist. Um diese Gruppenzuordnung zu aktivieren ist es erforderlich sich einmal abzumelden und neu anzumelden. Ein Neustart des Rechners ist deswegen nicht notwendig… wir sind ja schließlich nicht bei Windoof :-) .

Funktionen von Roger Router

Der Funktionsumfang ist sehr umfangreich, die für mich wichtigsten Funktionen sind hier kurz zusammengefasst.

  • Unterstützung für FRITZ!Box-Router
  • Versand von Faxen via FRITZ!Box
  • Anrufsignalisierung für ein- und ausgehende Anrufe in Echtzeit
  • Druck von Anruferlisten
  • Automatische Speicherung und sukzessive Erweiterung der Anruferliste auf der Festplatte für optionale Bearbeitungen
  • Rückwärtssuche von Rufnummern über einschlägige Online-Branchenbücher
  • Wähldialog mit Funktion zum Auflegen
  • Neuverbinden mit dem Internet (Routerfernsteuerung)
  • Verwaltung eigener Filteransichten im Journal

Telefonieren vom PC via FritzBox unter Linux

Roger Router TelefonWer über einen Kopfhörer und Mikrofon bzw. ein Headset verfügt kann mit Roger Router dirket über die FritzBox Telefonate führen. Die Eingabe der Rufnummer kann dabei auch über die Tastatur des Rechners erfolgen. Sind mehrere Rufnummern vorhanden so ist die Nebenstelle von welcher aus der Anruf getätigt werden soll frei wählbar. Die Rufnummernkennung kann fallweise unterdrückt werden. Je nach Qualität des Kopfhörers eine echte und von mir gern genutzte Alternative zum Hörer in der Hand.

Telefonjournal / Anrufjournal

Im Journal werden alle eingehenden / ausgehenden Telefonate – symbolisch eindeutig gekennzeichnet – aufgelistet. Eine Sortierung ist ebenso möglich wie das Suchen eines bestimmten Begriffs bzw. einer bestimmt Rufnummer. Roger Router greift hierbei auf das Journal in der FritzBox zurück.

Durch die vorhandene „Rückwärtssuche“ werden – sofern möglich – die Rufnummern mit einem Namenseintrag versehen. Aus dem Journal heraus können Rufnummern auch in das Telefonbuch eingetragen werden. Im Journal verzeichnete Rufnummern können direkt angewählt werden.

Roger Router Journal Anrufe

 

Das Bearbeite von im Telefonbuch angelegten Kontakten funktioniert schnell und komfortabel. Selbstverständlich kann zur Anwahl einer Rufnummer auch das Kontaktverzeichnis (Telefonbuch) verwendet werden.

Telefax verschicken

Roger Linux TelefaxDie für mich wichtigste Funktion ist das Versenden von Telefaxen aus dem PC heraus. Zwar kann dies die FritzBox (je nach Modell) auch selbst bewerkstelligen, wie eingangs bereits erwähnt aber nur mit Einschränkungen. Roger Router ist hier um Längen flexibler ausgestattet.

Bei der  Installation wird ein Drucker angelegt (Roger-Router-Fax). Dieser wird beim Versand eines Faxes gewählt was wiederum die abgebildete Eingabemaske aufruft. Rufnummer eintragen, ggf. Rufnummernunterdrückung aktivieren und los gehts. Den Fortschritt des Versands kann man mitverfolgen.

Je nach den gemachten Einstellungen gibt es ein Faxprotokoll im pdf-Format. Dies wird im eingestellten Ordner abgelegt. So einfach kann faxen sein.

Fazit zu Roger Router

Unter Linux ist die Software auf jeden Fall eine Bereicherung für mich. Die Verwaltung von Telefonkontakten ist ohne ein notwendiges Einloggen in die FritzBox möglich. Für ein „papierloses“ Büro schafft Roger-Router eine gute Grundlage weswegen ich die Software uneingeschränkt weiterempfehlen möchte.

Homebanking Linux

Wechselt man von Windows zu Linux sieht man sich unter Umständen zunächst dem Problem gegenüber für die eine oder andere Anwendung keine passende Alternative zur Verfügung zu haben. Die Bankingsoftware ist für manche Umsteiger eine dieser Hürden weil die Hersteller vieler bekannter Onlinebankingsoftware Linux generell (oder bewusst) außen vor lassen. Viele Nutzer wären ja auch bereit für ein Upgrade von Windows zu Linux etwas zu bezahlen, doch daran scheinen die Konzerne nicht interessiert zu sein und machen sich lieber abhängig von nur dem einen Betriebssystem aus Redmond.

Hibiscus – „der grüne Daumen“ für Onlinebanking unter Linux

Neben einigen anderen Möglichkeiten wie GnuCash oder HomeBank bietet Hibiscus für den Privatanwender alles was man für ein gutes Homebankingprogramm benötigt. Hibiscus ist – wie die allermeisten Programme für Linux – zudem ein OpenSource Programm welches kostenlos beim Hersteller zu beziehen ist. In den Programmbibliotheken von Linux Mint (Ubuntu) ist Hibiscus leider nicht enthalten, es kann aber sehr schnell auch von Ein-/oder Umsteigern installiert werden.

hibiscus-homebankingInstallation

Die Software ist aufgrund ihres javabasierten Frameaufbaus sowohl für Windows, OSX als auch Liunxsysteme geeignet und besteht aus zwei Programmteilen. Zunächst lädt man sich Jameica in einen freiwählbaren Ordner runter und entpackt es dorthin. Mit einem Doppelklick auf die Datei jameica.sh wird die Software letztlich gestartet und verlangt bei der Erstinstallation ein Masterpasswort.

Sobald Jameica vorhanden ist lädt man Hibiscus herunter und installiert die zip-Datei direkt aus Jameica heraus. Eine Installation ohne vorherigen Download ist direkt aus Jameica heraus alternativ möglich. Die Bankingsoftware ist nun einsatzbereit und muss nur noch individuell vom Nutzer eingerichtet werden.

Funktionen von Hibiscus

Neben der Terminverwaltung und den Überweisungen bewältigt Hibiscus im SEPA-Zahlungsverkehr Sammelüberweisungen, Lastschriften und Sammellastschriften, Kontenrundruf sowie die Verwaltung und Bearbeitung von Daueraufträgen.

Die abgerufenen Umsätze können Kategorien zugeordnet ausgewertet werden, das Programm ermöglicht auf diesem Wege auch eine Art Haushaltsbuch. Die grafischen Auswertungen wie man sie von anderen Bankingprodukten her kennt gibt es selbstverständlich auch. Die Sparquote beispielsweise zeigt wie sich das Einsparverhältnis in einem vorher gewählten Zeitraum entwickelt hat.

Hibiscus auch für Selbstständige

Für Selbstständige und von einer Bilanzierung nicht betroffenen Nutzern nach SKR03/04 ist mit dem Plugin SynTAX ein Upgrade möglich das es ebenfalls kostenfrei zu beziehen gibt.

HBCI wird für alle gängigen Verfahren unterstützt, PIN/TAN (auch mobile TAN), Chipkartenlesegerät und Schlüsseldiskette. Ein deutsches und verständlich aufgebautes Online-Handbuch – das ist nicht bei jedem 250-Seiten-Welser so – gibt es hier zur Einsicht.

Fazit

Hibiscus bietet alles was der „Homebanker“ braucht um seine Finanzen im Auge zu behalten. Das Programm ist schlank und trotzdem umfangreich in seinen Funktionen ausgestattet. Kleinunternehmer können die Software ebenso nutzen und müssen nicht au kostenpflichtige und nicht immer „einfach“ aufgebaute Finanzsoftware zurückgreifen. Ich empfehle Hibiscus daher uneingeschränkt weiter.

Was man bei der Nutzung aber bedenken sollte: Hinter jeder OpenSource-Software stecken Entwickler die neben der eingesetzten Freizeit laufende Kosten haben. Eine kleine Spende wenn man deren Software einsetzt ist also immer angebracht und dennoch bei weitem günstiger als die jährlichen Updates der kommerziellen Hersteller von Finanzsoftware.

Linux Mint

Die allerersten Linuxerfahrungen in meiner Computer-Karriere liegen ja schon eine ganze Weile zurück. OpenSuse, Ubuntu (mit und ohne KDE) sowie Linux Mint… alles schon mal hier auf der Festplatte gehabt. Am allermeisten dieser drei Varianten hatte mir Linux Mint zugesagt das letztlich auf Ubuntu basiert und lediglich ein wenig anders aufgebaut ist, hauptsächlich in optischer Hinsicht.

Nach einer ausgedehnten Testphase durch die Linuxwelten bin ich aber wieder – seinerzeit vielleicht etwas reumütig und enttäuscht – zu Microsoft zurückgekehrt. Aus der damaligen Sicht war Linux (Ubuntu/Mint) aber auch noch nicht auf diesem Stand wie heute, es klemmt doch noch an so mancher Ecke ganz gewaltig und die ganze Bastlerei mit Treiber & Co. nahm unter dem Strich dann wesentlich mehr Zeit ein als die eigentliche Arbeit am Computer selbst. Mit der Zeit nervte das dann.

Falsche Erwartungen

Meine damalig größten Fehler waren aber hauptsächlich Vergleiche die ich als Umsteiger zwischen Windows und Linux gezogen hatte. Man kann keinen Kaffeevollautomaten mit einem Wasserkocher vergleichen, auch wenn mit beidem Heißgetränke zubereitet werden können. Linux ist nicht Windows und das muss es auch gar nicht sein. Doch eines ist auch klar je nach Erwartungshaltung des Benutzers ist Linux eindeutig das bessere Betriebssystem welches zudem Ausflüge in die andere Welt, sprich Windows zulässt bzw. unterstützt ohne dass Windows installiert sein muss. (Stichwort Wine).

Die eigene Windowsabhängigkeit

Linux Wine

Linux Wine Windowsemulation

Es wäre unfair nicht zu erwähnen, dass es durchaus Programme gibt zu denen Linux keine echte Alternative bieten kann. Hier seien die Adobe-Produkte vordergründig genannt. Gimp ist stellvertretend für die Bildbearbeitung zwar ein sehr gutes Programm, kommt an den Photoshop natürlich nicht annähernd heran. Auch gibt es Anforderungen für die Linux überhaupt keine Alternative bieten kann. Somit hat man sich im Laufe der Jahre eine eigene Abhängigkeit geschaffen die einen Umstieg zu Linux zusätzlich erschwert. Aber…

… das bereits erwähnte Wine Emulationsprogramm ermöglicht den Ausflug in die andere Welt. Wer also mit Windows-Programmen arbeitet und darauf nicht verzichten kann, dem steht immer noch die Wine-Türe offen. Pauschal zu sagen „Linux ist nichts für mich“ wäre definitiv ein Fehler. Nur für Zocker mit ihren neuesten Hyper-Super-Special-Effekt-Ballerspielen ist eine Linux-Umgebung nicht die passende Wahl. Es gibt unter Linux auch über 100 Spiele, aber halt nicht die der brandneuesten Serie.

Onlinespiele funktionieren trotzdem wie gewohnt. Wer also nur Favebookspiele etc. spielt kann getrost über einen Umstieg zu Linux nachdenken. Ich hab das zunächst auf einer externen Festplatte getestet ohne dass mein Windows-System in irgendeiner Weise dadurch beeinträchtigt worden wäre.

Fortschrittliche Entwicklung bei Linux Mint

Doch bei Ubuntu/Mint und auch teilweise bei Hardwareherstellern hat sich in den vergangenen Jahren wahrlich einiges in eine anwenderfreundlichere Richtung getan. Sehr viel Hardware wird bei der Installation von Linux Mint einwandfrei erkannt und funktioniert uneingeschränkt. Meine kürzlich nebenher installierte Mint-Version erkannt vom Scanner über WLAN-Drucker und einem Auna Mikrofon alles erkannt und einsatzbereit ins System integriert.

Linux Mint Desktop

Linux Mint Desktop

Gerade beim Mikrofon ist es unter Windows 7/8 schon ein wenig mehr Gehampel bis es richtig funktioniert – und das ohne zusätzliche Software die installiert werden müsste oder Kompromissbereitschaft vorausgesetzt ist.

Gerade für Umsteiger von Windows ist Linux Mint die ideale Variante weil es der gewohnten Win-Umgebung am nächsten kommt und somit die Umgewöhnung leichter von statten gehen wird. Hilfe und Unterstützung wenn man wirklich mal am Ende des Linux-Lateins angekommen ist bieten die Foren von Ubuntu und Linux Mint.

Ich werd´doch wieder Umsteiger

Nicht gleich heute, aber in der näheren Planung steht dieses Vorhaben in jedem Fall. Klar könnte man jetzt sagen, dass ich nicht weiß was ich will. Erst Windows, dann Linux und wieder zurück zu Windows. Und jetzt… wieder hin zu Linux. Ich habe auch als aktiver Windows-Indianer Linux nicht ganz aus dem Auge verloren und die Entwicklung mit verfolgt, viele Erfahrungsberichte beider Seiten gelesen und so auch einen neuerlichen Test des Alternativsystems gewagt.

Es sind nicht nur die kleineren Nervereien die Windows so an den Tag legt die mir den Spaß so langsam aber sicher verderben. Updatepannen und penetrante Software sowie die Tatsache, dass jedes Windowssystem irgendwann einfach wieder neu aufgesetzt werden muss um wieder sauber und zügig zu laufen… ich hab es langsam satt! Und mit einer neuen Version wird man schließlich gleich wieder zur Kasse gebeten.

Windows Fehlermeldung

Mal abgesehen davon, dass die Neuinstallation von Windows unübertrieben 30mal länger dauert als die Installation von Linux. Updates über Updates und Sicherheitspatches und und und. Ne, ich hab wirklich kein Bock mehr. Mit einem Umstieg spare ich mir auch die ganze Tools von denen jedes für sich behauptet den PC noch leistungsfähiger zu machen und die allesamt – wenn man ganz ehrlich ist – eigentlich auf längere Sicht für den Eimer sind.

Es gibt wichtigeres zu tun als sich immer wieder mal den Tag von Windows verderben zu lassen. Der Countdown läuft… Silvester 2014 erlebt Windows auf diesem Rechner nicht mehr… versprochen!

Linux Spiele

Traut man den Verfechtern von Windows, gibt es für Linux keine Spiele. Richtig ist zwar, dass es für Linux nicht die gleiche Bandbreite an Spielen gibt als das für Windows-Plattformen der Fall ist. Doch die Zeiten in denen man als zockender Linuxer mit 3 oder 4 Spielen klarkommen muss sind längst vorbei.

Die Firma Good Old Games wird dem einen oder anderen vielleicht noch etwas sagen. Hier hat sich im Laufe der Zeit vieles getan sodass heute über 100 Spiele für Linux bereitstehen. Darunter sind Spiele im Single- und Multiplayer-Modus, Spiele aus den Genres Sport, Shooter, Action, Indie, Race und Simulation. Die Bandbreite dürfte somit jedem Linux-Zockerbereich abdecken. Die Preisklassen der Spiele liegen ab knapp 5 Euro bis zu 30 Euro pro Spiel und sind somit nicht teurer als die Windowskonkurrenz.

Linux Spiele

Screenshot gog.com

Über die Spielewelt hinaus gibt es bei GOG.com  derzeit auch 35 DRM-free Filme ab 4 Euro.

Aber wer Linux nutzt tut dies nicht der Spiele wegen, diese gehören einfach so am Rande mit dazu. Linux ist in erster Linie ein sicheres und vor allem schnelles Betriebssystem – und darum geht es vordergründig. Trotzdem ist es gut zu wissen dass es GOG.com gibt… falls einen doch einmal die Zockerlust überfällt. Sind zwar nicht allesamt die allerneuesten Spiele, aber wer shootern will, für den wird es reichen :D .

Für Windows und OS2 sind im übrigen auch Spiele enthalten. Also lohnt es sich auch für einen eisernen Windowianer oder Apfelverfechter dorthin mal einen Blick zu riskieren.

Wer sich jetzt fragt wie ich wieder auf das Thema Linux komme…. nun, man schaut eben immer auch über den Tellerrand raus. Die Welt von Windows ist nicht der Nabel. Einen zeitlich zwar begrenzten aber nicht erfolglosen Ausflug in die Welt der Linux-Distributionen gab es hier schon einmal vor ein paar Jahren. Und heute ist es eben so, dass wenn mich die Redmonder Software wieder einmal gewaltig nervt ich auf mein zweites Betriebsystem zurückgreife und mich bei Linux-Mint entspanne :-) . In den vergangenen Jahren hat sich da einiges zum Besseren gewandelt, das muss ich ja zugeben.

CPU-Auslastung unter Ubuntu Unity

Das Upgrade von Ubuntu 10.10 auf 11.04 ist installiert. Entgegen meiner Vorsicht ein Update/Upgrade kurz nach dem Erscheinungstermin aufzuspielen war ich diesmal richtig mutig. Mit etwas über 30 Minuten ging es echt flott und Probleme gab es keine – alles funktioniert einwandfrei.

Über die Einführung von Unity gab es schon im Vorfeld viel zu lesen und dabei nicht nur Gutes. Sogar über den möglichen Anfang von Ende wurde berichtet. Ob die neue Arbeitsoberfläche nun wirklich so eine Tragweite haben wird kann heute noch niemand sagen. Fest steht allerdings, dass Unity nicht nur Freunde hat. Für und Wider gibt es immer, mit der Einführung von Unity nahm dies aber meines Erachtens eine ganz neue Qualität an. Das geht soweit, dass vielerorts sogar von Abwanderungsgedanken die Rede ist.

Bei Linux und Ich gibt es eine sehr gute und mehrteilige „Einstiegshilfe“. Besonders die FAQ rund um Ubuntu Unity dürfte für manchen Linuxer von großen Interesse sein, da doch etliche Fragen auftauchen.

Auch ich muss sagen, der erste Eindruck ist zwar nicht übel, jedoch weicht die Bedienung unter Unity doch stark vom bisher Gewohnten ab und beinhaltet noch den einen oder anderen Schönheitsfehler. Letzteres wird sicherlich noch nachgebessert. Die eingesetzte  Mac-Optik als solches würde mich nicht wirklich stören. Das größte Minus sehe ich in der großen Prozessorlast die Unity verursacht.

Die CPU-Aktivität schwankt ganz massiv ohne dass ich besonders viel am PC machen müsste. Ausreißer bis rauf zu 100% bremsen den Rechner aus. Arbeite ich jetzt noch mit prozessorlastigen Programmen vergeht mir ziemlich schnell der Spaß. Werte wie in der obigen Grafik sind mir mit der Gnomeoberfläche nahezu unbekannt bzw. kamen nur dann vor, wenn wirklich zig offene Programme und Browsertabs am rödeln waren. Die vielen Animationen welche Unity mit sich bringt fordern eben ihren Tribut – auch an gute Prozessoren.

CPU-Auslastung unter Ubuntu Unity

Glücklicherweise ist der Rückschritt zu Gnome kein Problem. Beim Anmeldebildschirm einfach die Auswahl auf Ubuntu classic stellen und schon hat man das gewohnte Ubuntu wieder. In wie weit sich bei Unity noch Nachbesserungen einstellen welche die Systemauslastung verbessern bleibt abzuwarten. Bis dahin läuft hier in jedem Fall Gnome.

[Update] 03.05.2011: Im Kommentar von Student wird eine Vorgehensweise geschildert, wie man Unity auf Wunsch ganz zum Schweigen bringt.