Frankreich und Deutschland setzen sich dafür ein, dass die EU die Förderung für bestimmte, risikoreiche Startups erhöht. Dadurch soll die Hightech-Branche in Europa vorangetrieben werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Dienstag in Berlin: „Deutschland und Frankreich wollen Motoren einer Entwicklung sein“. Durch die sich schnell wandelnde Digitalisierung unserer Zeit hinkt Europa hinterher, finden viele Führungskräfte in ganz Europa. „Wir sind uns bewusst, was auf dem Spiel steht”, erklärt Frankreichs Präsident François Hollande. Es fehlt der Durchbruch von Startups in der Branche und das kann Europa auf längere Sicht schaden. Auch ist zu bedenken, dass das europäische Google oder Facebook schlichtweg (noch) nicht existieren. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht zukunftsfähige Startups auf dem Kontinent gibt!

Die Startups sind hier, nur das Geld fehlt

Es gibt durchaus einige Startup-Unternehmen, die gute Ideen und Produkte anbieten und sich im gesättigten Markt durchsetzen könnten. Wir befinden uns in einer Zeit, in der es leichter denn je ist, ein Geschäft aufzubauen. Ein Startup-Unternehmen benötigt heute für den Anfang nicht mal mehr ein Büro, sondern es reichen ein Computer, eine Internetverbindung, ein Stuhl und ein Schreibtisch meist völlig aus. Aufgrund der Möglichkeiten, die durch das Internet geboten werden, können Ideen entwickelt und verwirklicht werden, sie können getestet und sie können Gewinn bringend weiterverkauft werden.

Geht es einem Unternehmen gut, ändern sich normalerweise mit der Zeit auch die Bedürfnisse und Ansprüche und es werden verschiedene Dinge benötigt, die vorher noch nicht wesentlich waren, beispielsweise ein Büro, vielleicht auch mehrere Standorte. Gab es in der Anfangsphase Probleme, die nicht richtig gelöst werden konnten, kann das später Konsequenzen haben: Auch Gerichtsverfahren sind möglich und können teuer werden. Facebook, das von dem damals 19-jährigen Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 gegründet wurde, wurde sehr schnell erfolgreich. Doch schon bald nachdem Zuckerberg Facebook gegründet hatte wurde er von drei anderen Harvard-Studenten verklagt. Er habe die Idee von ihnen gestohlen, sagten sie.

Startup-Milliardäre und Wachstum durch Investitionen

Investitionen können ein Unternehmen rasant anwachsen lassen. Anfang des Jahres 2011 wurde berichtet, dass die amerikanische Bank Goldman Sachs und der Investor Digital Sky Technologies zusammen eine halbe Milliarde Dollar in Facebook gesteckt haben, wie damals unter anderem die Zeit berichtete. Daraufhin stieg der Wert des Unternehmens stark an: Das Netzwerk wurde anschließend mit 50 Milliarden Dollar bewertet. Das Vermögen von Mark Zuckerberg soll sich damit verdoppelt haben. Großer Reichtum ist für Gründer von erfolgreichen Startup-Unternehmen nichts außergewöhnliches. Silicon Valley ist voll von erfolgreichen Unternehmern.

In der Hightechbranche erfolgt der Sprung von Millionär zu Milliardär inzwischen am schnellsten, erklärt Betway Casino in einer Infografik zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Durchschnittlich dauere es nur 7,3 Jahre, bis die Milliardenmarke geknackt und der “dritte Punkt” dem Vermögen hinzugefügt werden kann. Zuckerberg schaffte den Sprung übrigens in nur einem Jahr und besitzt aktuell ca. 71 Milliarden Dollar! Damit steht er immerhin an fünfter Stelle auf der Liste. In den USA gibt es inzwischen mehr Milliardäre als in Indien, China und Deutschland zusammen! In den Vereinigten Staaten leben ganze 25 % aller Milliardäre: insgesamt etwa 680 Menschen. China folgt gleich danach mit 338 Milliardären. In Indien gibt es 104 Milliardäre und in Deutschland derzeit etwa 152, schreibt der amerikanische Fernsehkanal CNBC auf seiner Webseite.

Deutsche Milliardäre und interessante Startups

Laut Business Insider gehören zu den erfolgreichsten Milliardären Deutschlands Michael Herz, dessen Vater 1949 Mitbegründer der Tchibo AG war, die Ehefrau des verstorbenen Axel Springer sowie Ralph Dommermuth, der Gründer der 1&1 AG, die er mit einem Startkapital von ca. einer halben Million Mark startete. Auch gehört Andreas „Andy“ von Bechtolsheim dazu, einer der ersten Investoren in Google und Mitbegründer des Unternehmens Sun Microsystems. UnternehmerInnen, die aus der Hightechbranche kommen, sind bislang nur wenige dabei. Zu den existierenden, interessanten deutschen Startups gehören die Münchner Firma e-bot7, die den Kundenservice nach eigenen Angaben “durch die Integration von künstlicher Intelligenz” verbessern will.

Kundennachrichten werden durch eine KI an die richtige Abteilung weitergeleitet, die MitarbeiterInnen erhalten Vorschläge für die Beantwortung von Nachrichten und Ähnliches. So soll der Ablauf beschleunigt werden. Aus Köln gibt es einen Versuch, die Bürokratie im Land etwas einzudämmen. Die KI-App Evy Companion scannt sowohl E-Mails als auch Briefpost, sortiert diese und bezahlt sogar Rechnungen! Der Internet-Investor Rocket Internet baut derzeit ein Startup namens Expertlead auf, das Freelancer an Unternehmen vermitteln soll.

Es gibt noch viele weitere Beispiele. Wann Europa ein eigenes Silicon Valley erhält, bleibt noch abzuwarten. Noch gilt Paris als das europäische Silicon Valley. 2016 gab es dort schon 5000 Startups. Der Leiter der städtischen Agentur für Wirtschaftsentwicklung und Innovation „Paris and Co“, Loic Dosseur, sagte: „Wir stellen fest, dass es in Paris immer mehr innovative junge Firmen gibt. Sie wachsen rasch, haben aber große Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. In dieser Branche gibt es bereits Mangelberufe, genau wie im Gaststättengewerbe. Das führt so weit, dass erfolgreiche Start-up-Firmen ihr Wachstum bremsen müssen, weil es ihnen an kompetenten Leuten mangelt.“ Ein weiteres Problem für die Branche also.

Es gibt noch viele Lücken in der europäischen Startup-Branche, die geschlossen werden müssen, wenn Europa mit den USA mithalten möchte. Frankreich und Deutschland haben Pläne, das voranzutreiben. Derzeit fordern sie auch einheitliche Regeln für Startups, um es den Unternehmen zu erleichtern, sich zu etablieren. Ob Europa je mit Silicon Valley oder anderen Tech-Zentren konkurrieren kann, bleibt abzuwarten.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst Dich informieren lassen wenn es Folgekommentare gibt. Du kannst aber auch abonnieren ohne zu kommentieren.