telefon

Die ominösen Anrufe von Gewinnspielfirmen haben ja schon einen langen Bart, laufen Sie doch meist nach identischem Schema ab. So dann und wann entwickeln sich tatsächlich Gespräche mit dem Callcenter – auch wenn dieser gar nicht mitbekommt, dass er volle Kanne verkohlt wird. Ich lege den Anruf von heute mal unter der Rubrik „Belustigung am Samstagvormittag“ ab.

Negativ fiel der Anruf schon mal deswegen auf, weil die übermittelte Rufnummernkennung mit drei führenden Nullen (000302107235907) nicht dem gewohnten Standard entsprach. Doch dazu später mehr. Natürlich ging es in dem Telefonat wieder darum „Daten abzugleichen„. Oder sollte ich besser schreiben überhaupt erst zu bekommen? Wenn ich ganz gut aufgelegt bin nehme ich solche Anrufe hin und wieder mal an, für gewöhnlich lege ich generell auf.

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Den Anruf erhalten ich im Auftrag der Deutschen Gewinnspielzentrale weil – und das klingt ja schon extrem hanebüchen – ich entschädigt werden soll, da ich im letzten Gewinnspiel nichts gewonnen hatte. 360 Euro sollte ich dafür bekommen, zu welchen Konditionen wollte ich erst gar nicht wissen. Klar dass hierzu noch die Frage nach der Kontonummer gekommen wäre.

Auf die Frage nach meinem Geburtstag gab ich keine Antwort. Wenn diese Herrschaften schon Adressenhandel betreiben sollen sie gefälligst drauf achten, dass die Daten auch komplett sind :cool: . Weil ich diesbezüglich so stur war hätte ich im Gegenzug sogar das Geburtsdatum der Anruferin bekommen… sieh mal einer an. Gerne hätte ich das Angebot angenommen, aber nur in Verbindung mit ihrer Adresse, damit ich ne Geburtstagskarte schicken kann. Ihre Adresse wollte sie mir nicht geben….. Datenschutz und so wurde mir erklärt. :jubel: Ja ne, is klar…..

telefonIch wollte nur von der Dame wissen, ob sie denn die Sendung Akte kennt? Denn dort würden genau ihre Praktiken immer wieder negativ auffallen. Für solche Sendungen fehle ihr die Zeit, so die Mitarbeiterin des Callcenters, was ich ihr damit eigentlich sagen will wollte sie wissen. Dann sprach ich sie auf ihre doch eher merkwürdige Rufnummernkennung an und von woher sie mich gerade anrufen würde wollte ich wissen. Jetzt kam es knüppeldick und vor allem fachlich sehr fundiert.

Ich rufe Sie aus Rosenheim an.

Hm, Rosenheim….. und dann als Kennung eine 00030……?

Ja wissen Sie, das rührt daher, weil Telefonate in Deutschland sehr teuer sind. Und hier sitzen ja viele Kollegen. Überlegen Sie mal was das im Monat kosten würde! Genau deswegen telefonieren wir von Rosenheim aus übers Ausland, das kostet erheblich weniger.

Aus dem Ausland.. so so. Na aus welchem Land rufen Sie mich denn dann an? Und da kam es alles andere wie aus der Pistole geschossen und sehr zögerlich…

Aus der Schweiz!

Jetzt sah ich definitiv den Zeitpunkt gekommen um das Gespräch zu beenden, bevor der Schwachsinn noch schlimmere Ausmaße annimmt. „Miss Rosenheim“ schickt zwar noch hinterher, dass es in der Schweiz ja viele Orte gebe – trotzdem gilt für die Schweiz 0041. Mit 0030 wären wir dann in Griechenland. Die Schulungen in den Callcentern bieten wohl doch nicht für jede Situation das richtige Handout. :cool: . Mit gefakter Rufnummernkennung ist übrigens nicht besser als ohne Kennung – also strafbar!

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Wer sich solche „netten Unterhaltungen“ ersparen möchte und insbesondere den Abzockern nicht unnötigerweise das Konto befüllen möchte sollte einfach auflegen. Denn wer hier gewinnt ist von vorne weg klar….. DU sicherlich nicht!

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
15 Kommentare
    • Thomas sagte:

      @Sven: Manchmal hab ich richtig Bock drauf diese Superhirne etwas auf die Schippe zu nehmen, dann geh ich dran. Anschließend landet die Nummer in der Sperre, das war es dann für alle ewigen Zeiten.

      @Markus: Das wäre die eine Variante… noch schlimmer, wenn die selbst glauben was sie da erzählen. Und trotzdem wird es wieder Opfer geben die dann in ein paar Wochen Briefe von Inkassobüros bekommen!

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  1. Dangerblood sagte:

    Cooler Artikel. Habe da auch schon so meine Erfahrungen gemacht. Aber deine Masche finde ich genial !! Bei uns läuft generell der Anrufbeantworter. Hatte damals auch mal über eine Nummer geschrieben, die 2008 ihr Unwesen trieben. Die sind aber wohl nicht mehr aktiv.

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    • Thomas sagte:

      @Dangerblood: Nummern dieser Art gibt es jede Menge… nur die hatte es wieder mal in sich. Und mit meiner „Masche“ treibe ich immer wieder mal Unwesen… :lol:

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  2. Mister Hirnfurz sagte:

    Netter Artikel, der mir an diesem Sonntag morgen sogar ein leichtes Lächeln ins Gesicht zauberte. :nenene:

    Was ich besonders schlimm finde ist die Tatsache, das die Mitarbeiter/innen solcher Callcenter wohl nicht das geringste an Gewissen verfügen, Job hin- oder her.

    Naja, es scheint aber noch immer eine grosse Menge an Leuten geben, die da auskunftsfreudiger sind, denn anscheinend ist das mit dieser Masche noch ein sehr lukratives Geschäft. ***Leider***

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    • Thomas sagte:

      @Hirnfurz: Dann war der Artikel es ja wert online zu gehen, wenn ich Dir damit ein Lächeln zaubern konnte :lol: . Gewissen darf man da sicherlich keines haben, wie sonst könnte man sonst bewusst jemanden aufs Kreuz legen und damit selbst Geld verdienen.

      @Dangerblood: Da wäre so manchesmal der kleine Nils nicht besser glaubs mir. Aber da würde es bestimmt von irgendeiner Seite Ärger geben.

      @Markus: Das Callcenter würde wahrscheinlich stillhalten, stimmt.

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  3. Dangerblood sagte:

    StGB §201 (1) Telefonate dürfen ohne Zustimmung beider Telefonierenden nicht aufgezeichnet und schon garnicht veröffentlicht werden. Denn ohne Zustimmung des Gegenüber handelt man unbefugt (Stichwort „Nicht öffentlich gesprochenes Wort).

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  4. Mister Hirnfurz sagte:

    Mit Gewissen meine ich auch …

    Selbst wenn ich keinen Job hätte, so einen Job würd und könnte ich niemals annehmen, wenn man genau weiss das man die „Kunden“ komplett „verarschen“ tut – um es mal weniger dramatisch zu formulieren.

    Deswegen wundert mich das immer wieder, wieviele Menschen es gibt, die eben kein Gewissen mehr haben.

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  5. Dangerblood sagte:

    Ich habe sowas mal gemacht. War jung und brauchte das Geld. Nach nem halben Probetag, als ich eine Frau am Tel. hatte, deren Mann gerade gestorben war und man mir sagte, dann verkaufe es ihr !!! Habe ich meine Sachen gepackt und bin gegangen.

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  6. Alex sagte:

    Hach, bei solchen Anrufen mache ich mir immer ein Spaß daraus. Kann allerdings verstehen, dass es nach dem 1000ten Anruf keinen Spaß mehr macht. Dennoch aber danke für deine Konversation hier. Hmm, ja… Ausland… öh, Schweiz… :yes: Ein Lacher am Morgen, danke!

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  7. Der Krangewarefahrer sagte:

    Solche Nummern schaffen es in der Regel genau ein Mal, mich zu nerven. Wobei ich dann auch grundsätzlich nicht dran gehe. Danach wandern sie unverzüglich in die Sperrliste der Fritz!Box :-)
    Ich hatte es auch mal eine Zeit lang so eingestellt, dass Anrufe mit unterdrückter Nummer direkt auf dem AB landeten. Da es hier in der Pampa aber leider immer noch normale Anschlüsse gibt, bei denen die Nummer auch nicht übermittelt wird, hab ich das wieder geändert.

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