[ironie]In Bayern laufen die Uhren anders, das ist hinlänglich bekannt. Für das Bauvorhaben Transrapid wäre es vielleicht besser gewesen, die Uhren hätten eine allgemein verständliche Uhrzeit angezeigt. Dabei war sich der nordösterreichische Landesabschnitt seiner Sache so sicher gewesen, den Franz-Josef-Strauß-Airport künftig wie im Fluge zu erreichen. 

Von großem Vorteil wäre es auch bestimmt gewesen, wenn man sich hinsichtlich der Baukosten für das Magnetbahn-Projekt auch für rückwärtslaufende Zahlen entschieden hätte, anstatt diese sich von 1,8 Milliarden Euro auf 3,4 Milliarden Euro nahezu verdoppeln zu lassen. Da hatte die Polit-Schickeria die Sektkorken doch etwas zu früh knallen lassen. 

Ganz traurig ist man nun, weil die Fahrzeit vom Münchner Hauptbahnhof zum 40 Kilometer entfernten Flughafen nicht verkürzt werden kann. Jetzt bleibt es eben beim klassischen S-Bahnverkehr und 45 Minuten Fahrzeit, wenn man in Deutschlands zweitgrößtem Airport abheben möchte. 

Deutschland größter Flughafen Frankfurt ist in 15 Minuten zu erreichen. Selbst der Ranglisten Dritte Düsseldorf befördert Fluggäste binnen 11 Minuten von der City zum Airport. Auch in Hamburg bleibt man mit 25 Minuten knapp über der Hälfte der Anfahrtszeit von München. Moderne Flughäfen alleine schaffen eben noch keine Attraktivität. Und wollen die Bayern anderen Airports den Rang ablaufen, spielt die Anreisedauer auch eine entscheidende Rolle. 

Vielleicht sollte sich der blau-weiße Landesvater dafür stark machen künftig S-Bahnen mit Tanzwagen und Blasmusik auf der Strecke einzusetzen um den Reisenden die Fahrt zu verkürzen. 

Ja, ja, wer den Schaden hat braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. Der ganze Wirbel um den Transrapid zeigt den Gelehrten der deutschen Politik lediglich wieder einmal die Grenzen auf, die in unserem Land zwischen Planung, Versprechungen und Umsetzung liegen.