migrationsfragebogen

Die Bundesrepublik Deutschland hat offenbar den Überblick darüber verloren wer nun Deutscher ist und wer nicht. Anders lässt sich das massenhafte Versenden von Fragebögen zur Herkunft nicht erklären. Auf die Freiwilligkeit der Beantwortung wird erst ganz zum Schluss hingewiesen und somit mit der Angst von manchem Betroffenen gespielt sanktioniert zu werden.

Über seltsame Post von Behörden wie dem Jobcenter wundere ich mich schon lange nicht mehr, sie trifft hier stetig wenn auch in unregelmäßigen Abständen ein. Seien dies Schulbescheinigungen für noch schulpflichtige Kinder

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Was sich heute allerdings in der Tagespost befand werte ich schon als persönliche Beleidigung. Ich soll einen Fragebogen zur Feststellung des Migrationshintergrundes ausfüllen und diesen binnen 14 Tagen zurückschicken. Alleine durch die Zusendung dieses Fragebogens wird davon ausgegangen, dass ich möglicherweise aus anderen Staaten zugewandert bin.

Der Fragenkatalog ist in acht Fragen gegliedert die jeweils drei Antwortmöglichkeiten bieten (Ja, Nein, Keine Angabe).

In der beigelegten Rechtsgrundlage wird darauf hingewiesen, dass die Beantwortung der Fragen freiwillig ist. Im Anschreiben wird darüber nichts erwähnt obwohl aus meiner Sicht auch hier darauf verwiesen werden sollte. Nicht selten verhängen die Jobcenter ggf. Sanktionen wenn ihren „Anordnungen“ nicht folge geleistet wird. Damit rechnen sicherlich viele Empfänger dieses Schreibens und machen hier alleine deswegen Angaben. Ich nenne sowas das Ausnutzen der Angst von Betroffenen.

Werden die Fragen nicht beantwortet sind keine Sanktionen zu befürchten, auch wenn so mancher Sachbearbeiter dies vielleicht anders darstellen mag. Ein Zwang wäre hier mit Nötigung gleichzusetzen.

migrationsfragebogen

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Diese Befragung ist m. E. weder für einen eventuellen Leistungsbezug noch für eine Vermittlung erforderlich und dient lediglich einer „stumpfsinnigen“ Statistik. Hierzu wird zwar auf Datenschutz und Geheimhaltung hingewiesen, mein Vertrauen in dieser Hinsicht ist jedoch nicht sonderlich hoch. Einer Person zuordenbar werden die Daten schon deswegen, weil der Fragebogen mit Name, Geburtsdatum und „Kundennummer“ versehen ist. Ein Schelm der hier Böses denkt.

Meine persönliches Verhalten in Sachen Fragebogen

Offenbar hat unsere Bundesregierung den Überblick komplett verloren wer in unserem Land so alles lebt, von wo er ggf. herkommt bzw. wo seine Wurzeln liegen. Anders kann ich mir die Idee zu einem solchen Fragebogen nicht erklären. Oder handelt es sich nur um eine weitere Schikane der „Kunden“ eines Jobcenters? Den wahren Hintergrund wird man wohl nie erfahren.

Jedenfalls vertrete ich die Ansicht, dass es beschämend ist wenn unsere Volksvertreter nicht wissen „wer hier wer“ ist und deswegen sogar das eigene Volk – Menschen die hier immer schon gelebt haben und deren Eltern Deutschland mit aufgebaut haben – befragen muss woher sie stammen. Ein wenig erinnert dieses Vorgehen an die Zeit um 1930…..

Zusätzlich stellt sich mir die Frage, warum diese Erfassung nur bei „Kunden“ von Jobcentern und somit nur bei Arbeitslosen bzw. Arbeitssuchenden gemacht wird? Die Arbeitsagentur begründet die Erhebung u.a. damit:

Bisher unterscheidet man in der Statistik nach Deutschen und Ausländern. Hilfreich ist diese Festlegung allein nicht. Um hier zukünftig mehr Klarheit zu bekommen hat der Gesetzgeber die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter angewiesen,  alle Kundinnen und Kunden nach ihrem Migrationshintergrund zu befragen.

Der Migrationshintergrund wird zukünftig als zusätzliches Gliederungsmerkmal – vergleichbar mit der bestehenden Differenzierung in Ausländer und Deutsche – im Rahmen der Arbeitsmarkt- und Grundsicherungsstatistik ausgewiesen.

Ob diese Festlegung hilfreich ist oder nicht, darüber hätte man sich früher den Kopf zerbrechen sollen. Von Leuten die am Ende ihrer Laufbahn ein sog. Ehrensold erhalten kann man dies eigentlich erwarten. Ich werde diese Fragen definitiv nicht beantworten und auch den Fragebogen nicht zurücksenden, diese 55 Cent für das Porto werfe ich lieber einem Bedürftigen am Straßenrand in den Hut. Damit ist es auf jeden Fall besser angelegt.

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Behörden wie z.B. das Einwohnermeldeamt haben genügend Informationen über meine Person. Den Rest kann sich der Staat gefälligst selbst aus den Datensätzen der Standesämter zusammensuchen. Wer zudem seine Grenzen bis runter nach Nordafrika hin öffnet darf sich nicht wundern wenn er irgendwann mal nicht mehr weiß was gespielt wird….. Europa lässt grüßen!

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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1 Antwort
  1. sue sagte:

    diesen fragebogen mussten wir auch hinnehmen, gerichtet ans kind vor ca 1 jahr, als er noch im 9. schuljahr (gym) war. ich habe mich tierisch aufgeregt… immer wieder.
    war leider mit kurzen unterbrechungen viele jahre kundin der agentur allein deshalb, weil ich 17 jahre lang mit 3 kindern allein gelebt habe. entsprechend hatten die auch schon akten von mir vor geburt dieses kindes und natürlich daten zu allen kindern. zig mal hatten sie von mir daten abgefordert und dann fragen die nach einem migrationshintergrund…
    der tochter wollten sie den auszug verweigern; es war ja so schön, dass man ihr ausbildungsgehalt für den lebensunterhalt von mir und ihrem kleinen bruder heranziehen kann. sie ist ausgezogen – und ich hatte danach etliche schikanetermine. schon blöd, dass sich die tochter der überwachungsmaschinerie entzogen hat… und ich selbst inzwischen auch. dabei wars gar nicht einfach, dem ganzen zu entkommen, einfach abmelden funktionierte nicht.

    sowas dient keiner statistik, das ist reine schikane, überwachung und kontrolle :twisted:

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