Es ist in Deutschland leider Mode geworden, dass man altgediente Begriffe einfach aufmotzt umbenennt. Begriffe die dann hochtrabend und vielversprechend klingen, mit denen aber viele nichts anzufangen wissen. 

Wer weiß schon was ein Flechtwerkgestalter oder ein Verfahrenstechnologe in Mühlen- und Futtermittelwirtschaft macht? Spricht man dagegen von einem Korbmacher oder schlichtweg von einem Müller, dann kann jeder etwas damit anfangen und weiß auf Anhieb mit wem bzw. was er es zu tun hat. Das sind nur zwei Beispiele aus dem Verstümmelungsnetzwerk an Berufsbezeichnungen. 

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Vollkommen bescheuert guckt aber jemand aus der Wäsche, wenn man ihm auf Grund seiner umgestalteten Berufsbezeichnung entgegenhält 

Das ist ja nichts Halbes und nichts Ganzes. 

So kann man einen wichtigen Berufsstand auch abwerten. Als könne man selbst dafür, dass irgendwelchen Schreibtischtätern so ein Blödsinn einfällt! So verhält es sich auch mit der 2007 „erfundenen“  Berufsbezeichnung GPA (Gesundheitspflegeassistent). Früher hätte man zu einem GPA allgemein verständlich Krankenpfleger bzw. Altenpfleger gesagt. 

Ich bin der Ansicht, dass man zumindest in der jeweiligen Branche nicht auf verdutzte Augen und verknotete Ohren stoßen sollte, wenn man sich mit der neuen Berufsbezeichnung bewerben möchte. Ist irgendwie schon bescheuert, wenn z.B. die Personalabteilungen von nicht gerade kleinen Kliniken eine Bewerbung mit den Worten

Wir brauchen nur Kranken- oder Altenpfleger, GPA´s stellen wir nicht ein! 

 ablehnen!

Begriffe verstümmeln ist einfach. Doch man sollte von der schöpferischen Seite aus auch dafür sorgen, dass der neue Begriff nicht nur ein Schubladenprodukt ist / bleibt, sondern auch bei den in Frage kommenden Personalmanagements für Klarheit sorgt! 

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Berufsbezeichnungen wie den GPA, die es anscheinend nur in einem Bundesland gibt verbauen letztlich auch eine erfolgreiche Ortsveränderung, wenn anderenorts damit noch weniger angefangen werden kann.

 

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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4 Kommentare
  1. home42 sagte:

    Vielleicht ist die Einführung neuer Begriffe ja auch nur eine seltsame Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für zwei Leute: Der Erste verlängert die Berufsbezeichnung, und der Zweite kürzt die Langfassung dann ab. Die Alt-Fassung wird dann in die Umgangssprache gedrängt und darf so irgendwie weiterexistieren. Dafür zieht diese Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gleich noch weitere Arbeitsplätze nach sich, z.B. in Druckereien, weil ja Verordnungen, Gesetze, Erläuterungen, Anleitungen, Formulare Informationsblätter usw. usf. neu gedruckt werden müssen. Das verschafft dann z.B. auch den ‚Briefdienstleistern‘ mehr Arbeit. Weil irgendwann kein Mensch mehr etwas versteht, braucht es dann noch Lehrgänge für Sachbearbeiter bei den Behörden und vielleicht für Streitfälle sogar noch mehr Rechtsanwälte. Und das alles nur wegen ein paar neuen Wörtern – toll! Und der Sinn vom Ganzen… ähm ja, der Sinn…? Ach je, und bezahlt werden muss das Ganze ja auch… :sad: Tja, Guter Rat ist eben teuer.

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  2. Thomas sagte:

    Besser hätte man eine Zusammenfassung dieses absoluten Unfugs nicht schreiben können. Guter Rat, ja der ist bei uns in Deutschland wirklich verdammt teuer….

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  3. micmac1212 sagte:

    gpa ist nicht altenpflöeger oder so sondern ehemals altenpflegehelfer die ahben auch 2 jahre gelernt in hamburg zumindenst dürfen subcutan spritzen bz , rr messen aber keine wunden behandeln kateder legen usw

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