Von keinem Land und von keiner Stadt kann man pauschal behaupten, dass die dortigen Verkehrsteilnehmer „wahre Engel“ sind und sich stets an alle Regeln und Gebote welche die StVO mit sich bringt halten. Nicht alle Regeln erscheinen immer logisch – zugegeben – trotzdem gilt es sich ihnen entsprechend anzupassen. Hier im Saarland ist es so, dass speziell jene Fahrzeuge mit dem Länderkennzeichen „F“ von der hiesigen StVO so rein gar nichts halten. Dies wird eindeutig von zwei Faktoren begünstigt welche die Risikobereitschaft der Franzosen enorm anhebt.

Zum einen – Kontrollen finden hier in Saarbrücken sehr selten statt. Nimmt man beispielsweise stationäre wie auch mobile Blitzer so ist die Anzahl derer so hoch wie das Saarland groß ist. An so manch berüchtigter  Stelle an der sich stündlich richtig Geld „verdienen“ ließe sieht man ganzjährig keine Kontrollen. Und zum anderen sind die Bußgelder in Deutschland ein absolutes Schnäppchen vergleicht man sie mit unseren Nachbarn aus Frankreich. Legt man in Deutschland für eine Geschwindigkeitsübertretung von bis zu 20 km/h gerade einmal mickrige 35 € auf den Tisch sind das in Frankreich schon deutlich empfindlichere 135 €. Noch eindeutiger wird der Unterschied bei Übertretungen von mehr als 20 km/h.

Während man in Deutschland lang mit Staffelungen anfängt zu experimentieren bedeutet es in Frankreich bei mehr als erlaubten 50 km/h „Weihnachten fällt aus“. Schmerzliche 1500 € werden fällig und zusätzlich zu den Punkten aus deren, dem deutschen ähnlichen Punktesystem. In Deutschland sind es „erst ab 70 km/h zu schnell“ gerade mal minimale 600 € Bußgeld. Nun kann man sicherlich streiten darüber ob das fair, gerechtfertigt oder was auch immer ist. Jedenfalls überlegt man sich in Frankreich schon deutlich früher, ob man mit 70 km/h durch eine 30er-Zone braust oder es vielleicht doch besser mit Blick auf die eigenen Finanzen sein lässt.

Die Kombination aus den recht selten Kontrollen, der damit einhergehenden Wahrscheinlichkeit überhaupt erwischt zu werden und „den günstigen Preisen“ des deutschen Bußgeldkataloges ergibt unter dem Strich dann einfach die hemmungslose Raserei der furchtlosen Franzosen auf den Straßen rund um Saarbrücken. Vor was sollten sie sich auch fürchten, jeder Wochenendeinkauf kostet mehr.