Das fehlte ja gerade noch, dass ich mein Wlan nach außen hin für jedermann öffne. Wohlgemerkt für jedermann, also nicht nur für den gut befreundeten Nachbarn. Mit Letzterem könnte ich durchaus leben wenn es eine Vertrauensbasis gibt. Aber für Hinz und Kunz einen Netzzugang bereitzustellen? Abmahnungen oder gar Knast lassen hier durchaus grüßen….. Stichwort illegale Musikdownloads etc.

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Stefan Meiners hat zu diesem Thema eine Online-Petition angeregt, die noch bis zum 24.02.2011 mitgezeichnet werden kann.

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, mittels eindeutiger Rechtsnorm den Betrieb von ungeschützten unentgeltlichen Zugängen zu kabellosen Netzwerken (nachfolgend WLAN) zu erlauben und damit private Internetzugänge Dritten zur Verfügung zu stellen.

Ein bisschen blauäugig sind auch manche Begründungen Meiners, mit denen er die Petition untermauert. Er spricht von einer irrationalen Angst vor dem „Bösen im Menschen“ und meint weiter

… es ist statistisch wenig relevant, wenn es tatsächlich in Einzelfällen zu Missbrauch kommt

Ein mehr als schwacher Trost wenn ich wegen den Missetaten eines Mitnutzers „die große Rechnung“ selbst zu tragen habe. Was natürlich in Zeiten von teils emotionaler Energiepolitik nicht fehlen darf ist der Hinweis auf die Emission. Es ist zwar richtig, dass in der näheren Umgebung vielerorts „jede Menge“ WLANs in Betrieb sind – hier aktuell 7 ohne die versteckten Netze – und dadurch ein höherer Energieverbrauch entsteht. Doch das Verhältnis Emissionen zur Sicherheit hinkt hier meines Erachtens schon gewaltig.

100% Sicherheit wird es zwar nie geben, doch mit einer vernünftigen Verschlüsselung (WPA2) kann schon viel abgedeckt werden. Der Sicherheitsschlüssel sollte natürlich immer wieder mal gewechselt werden und nicht unbedingt nach dem Schema „onkelerwin“ sein. Versteht sich eigentlich von selber.

WLANs mit dem Verweis auf Artikel 5 GG und der daraus resultierenden „Informationsgewinnung“ für jedermann zu öffnen….. ich weiß ja nicht :denk: .

Wohl gemerkt – ich bin nicht gegen Energiesparen und Informationfreiheit sollte für jedermann bestehen. Mir geht es auch nicht darum, dass Dritte sog. auf meine Kosten im Internet surfen würden. Allerdings darf daraus nicht die Gefahr entstehen, dass ich den Kopf für andere hinhalten muss. Abgesehen davon würden den Internetanbieter recht schnell reagieren und die Nutzung mehrerer PCs auf einem DSL-Anschluss abschaffen. Schließlich geht durch solche Gemeinschaftsnutzungen auch Umsatz verloren bei dem die Anbieter garantiert nicht tatenlos zusehen.

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Die Petition wird auch angesichts der niedrigen Anzahl an Mitzeichnern keine Aussicht auf Erfolg. Oder sehe ich das alles zu eng und ihr arbeitet alle mit „offenen Netzen“?

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
4 Kommentare
  1. kleiner_Baum sagte:

    Also so eine Forderung macht mir persönlich auch mehr Bauchschmerzen als Freude. Sicherlich wäre es angenhem, überall mal eben schnell ins Netz gehen zu können – auch ohne UMTS&Co. Auf der anderen Seite sehe ich jeden Tag, wie viele Menschen mit dem Thema „Sicherheit“ umgehen: 2 oder mehr Rechner im Haus => einfach alle Festplatten für jeden Freigeben. Der Junior lädt Kumpels zur LAN-Party ein => WLAN wird für alle unverschlüsselt freigegeben, weil es einfacher ist (oder man sich nicht auskennt).
    Ich persönlich hätte die nicht mal die meiste Angst, dass jemand illegale Dinge runter lädt, sondern, dass meine (sensiblen) privaten/geschäftlichen Daten nicht sicher Sind.
    Mehr öffentliche kostenlose WLAN-Hot-Spots, wie sie ja mittlerweile von diversen Firmen (meist Hotels, Restaurants,…) angeboten werden, würde ich da schon eher befürworten. Ein WLAN-Zugang, an dem private oder gar geschäftliche Rechner hängen, gehört weiterhin verschlüsselt und geschützt.

    Antworten
  2. Sascha sagte:

    Ich sehe das Problem nicht. In der Petition geht es ja nicht darum, dass wir verpflichtet werden, alle unsere WLAN-Netze zu öffnen, sondern es wird gefordert, diese Öffnung auf freiwilliger Basis zu „erlauben“.

    Der Grund, warum die Petition so wenige Unterzeichner hat, dürfte meiner Meinung nach in erster Linie daran liegen, dass sie einfach überflüssig ist… zumindest, wenn man nach ihrem Wortlaut geht. Denn wie soll die Politik dies erlauben? Offene WLAN-Netze sind ja gar nicht verboten! :D

    Es wird lediglich empfohlen, seine Netze nicht zu öffnen, aus den von dir angesprochenen Gründen. Wer aber kein Problem damit hat, diese Risiken bei Missbrauch einzugehen, „darf“ auch heute bereits sehr wohl sein WLAN-Netz offen betreiben.

    Antworten
  3. Markus sagte:

    Mal abgesehen davon, dass es auch jetzt schon erlaubt ist, sein eigenes WLAN freizugeben, die Petition ist sehr unglücklich formuliert. Es geht doch nur um die Rechtssicherheit für die Anwender, dass es da mal klar Ansagen gibt, was im Ernstfall passiert.

    Antworten

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