Auch wenn ich mit diesem Beitrag dem einen oder anderen ggf. auf die Füße trete… das ist nicht persönlich gemeint und soll das Geschehene in keinem Falle herunterspielen. Doch man sollte in dieser ganzen Debatte auf keinen Fall Birnen mit Äpfel vergleichen und zusammen in einen Topf werfen.

Winnenden löste erneut die Debatte um vermeindliche Killerspiele und Gewaltfilme bzw. deren Verbot aus. Eine Debatte die bereits 2002 nach dem Amoklauf von Erfurt geführt wurde. Bei diesem Thema kochen die Gemüter hoch und teilweise auch wirklich über. Gerade die Befürworter solcher „Verbote“ machen sich hierbei allerdings keinerlei Gedanken über den wirklich Sinn ihres Forderns.

Hochgerechnet auf die große Zahl der aktiven Spieler von WoW, Counterstrike und anderen Egoshotern gehen nur wenige solcher Taten hervor- zum Glück! Doch genau hier sollte man einhaken und das Überlegen anfangen. Sind es tatsächlich die Ballerspiele die für die Prägung der späteren Täter verantwortlich sind und letztlich Amokläufe provozieren?

Nein, sind sie in meinen Augen nicht. Der Lösungsansatz, die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft an der Materie PC festzumachen und deswegen diese Materie „auszuschalten“ ist schlichtweg zu billig. Nur einen blinden Rundumschlag zu starten um „etwas getan zu haben“ wird in der Zukunft solche Taten garantiert nicht verhindern. Über den Sinn und Zweck derartiger Killerspiele ist es müsig zu streiten.

Mir persönlich liegen diese Spiele nicht und ich kenne deren Namen und Inhalt nur aus Schilderungen. Doch jetzt herzugehen und die Vielzahl der Gamer als potentielle Amokläufer einzuordnen halte ich für falsch. Man müsste sich dann auch über diverse Unterhaltungsgeschäfte in Form von Schießbuden etc.   auf den Rummelplätzen Gedanken machen. Auch hier ist der Schuss ins Schwarze das ausgerufene Ziel.

Wer heute mit weichen Bällen auf leere Blechdosen wirft nimmt morgen deswegen noch lange keinen Pflasterstein und schleudert ihn in die Menge, oder doch? Dann sollte man schleunigst auf Rummelplätzen bis auf Dönerbuden und Zuckerwattenstände alles abschaffen um gewaltbereiten Menschen die „mit auslösenden Faktoren“ zu entziehen. Auch über das Vorlesen von Märchen wie „Der Wolf und die sieben Geißlein“ sollten Eltern nachdenken um nicht im Kleinkindalter bereits Gewalt zu lehren.

Mal ganz abgesehen von dem allen. Ein Verbot dieser Spiele macht sie unter den Heranwachsenden doch nur noch interessanter. Sie sind dann zwar nicht mehr über den Ladentisch erhältlich, dafür eben darunter um so mehr. Drogen sind auch per Gesetz verboten und offiziell nicht käuflich – woher kommen dann die ganzen Drogentoten? Das Pferd hier von hinten her aufzuzäumen ist der denkbar schlechteste Ansatz dessen Erfolg ausbleiben wird.

Und wie verhält es sich, wenn Schulen als Unterrichtsfach Kampfsportarten anbieten wie Boxen, Taek wan do und Kickboxen. Fördert man dann nicht auch Gewaltpotential bei denen, die dafür aus welchen Gründen auch immer empfänglich sind?

Gewalt findet tagtäglich statt und nicht nur auf der Straße.   Sie schleicht bunt bebildert durch die Printmedien und flimmert Dank Live-Kamerateams über die Mattscheiben der deutschen Wohnzimmer. Boulevardblätter drucken detaillierte Schilderungen über die Planung der Tat und den genauen Tathergang. Auch das könnte man muss man als eine Art Handbuch für den nächsten Amokläufer betrachten.

Das würde allerdings ins Presserecht eingreifen, was die entsprechenden Medien rechtzeitig zu verhindern wüssten. Computerspieler als eine Gefahr zu sehen und ihnen „oberflächlich“ Software zu entziehen ist der einfachere wenn auch sinnlose Weg!

Aber Hauptsache wir haben etwas getan…..