Um ganz ehrlich zu sein, der Beruf des Immobilienmaklers erschien mir seit jeher schon als ein sehr lukratives Betätigungsfeld ohne dafür wirklich schwere Arbeit leisten zu müssen. Zwei Monatsmieten (exkl. der Nebenkosten) machen je nach Wohnungsgröße ganz schnell mal 1000 € und mehr aus die ein Makler für sich „einstreicht“.

Der besondere Hohn an der ganzen Sache, der Immobilienmakler muss den Mietvertrag nicht mal selbst vermitteln und hat somit nicht mal den „Schriftkram“ zu erledigen.

Für die Berechnung der Maklercourtage reicht es vollkommen aus, wenn der Makler den Nachweis der Möglichkeit führt den Mietvertrag hätte abschließen zu können.

Wenn ich dann noch von Betroffenen höre, dass zu den Maklergebühren entsprechende „Bestechungsgelder“ hinzukommen um den Makler „gnädig zu stimmen“ mir die Wohnung zu geben und nicht etwa einem anderen Bewerber wird die ganze Wohnungsvermittlung regelrecht zu einer Farce.

Es ist aus Sicht der Mieter kein Wunder, dass rund 68% der Befragten die Auffassung haben, der Vermieter soll die Maklergebühren selbst tragen müssen. Schließlich ist der Vermieter der Auftraggeber und hat den größten Nutzen – er hat keine Arbeit damit seine Wohnung neu zu vermieten. Der wirklich freie Wohnungsmarkt schläft bei dieser Handhabung immer mehr ein weil sich immer mehr Eigentümer eines Maklers bedienen – „kostet ja nichts“!

Welche zusätzlich negativen Auswirkungen dies auf die sowieso in vielen Städten herrschende Wohnungsnot hat ist nicht besonders schwer zu erraten. Wer nicht „schmieren“ kann hat verloren bevor das Zocken um ein Dach über dem Kopf überhaupt erst beginnt.

Die gute alte Zeitungsannonce würde auf einer wesentlich faireren Ebene dem Eigentümer einen neuen Mieter präsentieren und die Chancengleichheit – nicht zuletzt im Hinblick auf die „Sonderbonis“ – käme wieder ins Gleichgewicht.

Vermieter sollen Maklerkosten selbst tragen

Man kann nur hoffen, dass die Bundesratsinitiative Erfolg hat und die Maklergebühren künftig vom Vermieter nach dem sog. Bestellerprinzip getragen werden müssen. Die Frage ob man das Veto der CDU Mieter zukünftig zu entlasten als eine gewisse Stimmensicherung in Maklerkreisen werten soll würde ich gegenwärtig mit einem Ja beantworten – Erfolg natürlich vorbehalten.

Soviel ist natürlich auch klar, der Beruf des Immobilienmaklers geht im Falle einer Umsetzung dieser Initiative definitiv schwereren Zeiten entgegen. Die Auftragslage wird sich für Immobilienmakler  merklich dünner gestalten wenn Eigentümer zum Selbstzahler werden.

Dies hat aber sein Gutes – so einige Makler müssen künftig erkennen, dass Geld nicht einfach so vom Himmel fällt.