Würde es für die Betroffenen, sowohl Fahrgäste als auch die Streikenden selbst, nicht ein ernstzunehmendes Thema darstellen, könnte man fast glauben man befinde sich in einer Kindertagesstätte. 

Der Kleinkrieg zwischen der GDL und der Deutschen Bahn AG ist in dieser Woche wirklich das nervendste Thema überhaupt, betrachtet man mal das Zeitfenster dieses Tarifstreits. Da werden auf der einen Seite (GDL) Streiks angedroht die dann wieder verschoben werden, sie werden eingeschränkt um letztlich wieder ausgeweitet zu werden. 

Auf der Gegenseite (DB) verspricht man neue Tarifangebote die allerdings nie auf den Tisch gelegt werden. Langsam wird es echt lächerlich was die „Mehdorn AG“ hier abzieht. Ich gebe zu, nicht immer Verständnis für die Lokführer gehabt zu haben, weil die Forderungen teilweise schon etwas derbe waren (oder aber auch von der Presse falsch dargestellt wurden). 

Doch inzwischen muss ich sagen „richtig“. Legt den Laden lahm und zwar flächendeckend, vielleicht hören dann die „Hasch mich, ich bin das neue Tarifangebot“-Spielchen seitens der Bahn AG endlich auf. 

Mehdorn, der Ex-Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG dürfte Druck eigentlich kein Fremdwort für ihn sein. Und als Kenner und Liebhaber der französischen Kultur sollten ihm auch die Streikgewohnheiten von dort bekannt sein. Vielleicht (hoffentlich) macht er damit hierzulande schneller Erfahrung als im lieb ist. 

Verarschen war gestern, heute ist Streik! Ehrendoktorwürde und diplomatisches Dasein alleine rechtfertigt nicht das Spielen mit den Geldern anderer Leute. Vor allem dann nicht, wenn man selbst jährlich ein Einkommen im 7-stelligen Bereich einsteckt.