Privat krankenversichert sein hat durchaus den einen oder anderen Vorteil auch wenn diese langsam weniger werden. Als einen gewissen Nachteil sehe ich den Umstand an, dass Arztrechnungen im Voraus zu bezahlen sind ehe die Erstattung durch die Krankenkasse erfolgt. Solange es sich um ein paar einzelne Arztleistungen handelt ist dies nicht unbedingt ein Problem, die Rechnungsbeträge halten sich dann noch einigermaßen in Grenzen. Doch bei einem längeren Krankenhausaufenthalt und etlichen Untersuchungen – gerade bei älteren Menschen – kann dies schnell in viele Tausende gehen.

Grundsätzlich gilt: Rechnung in jedem Fall genau kontrollieren. Allerdings ist es für den medizinischen Laien nicht immer einfach den Durchblick zu bewahren. Nicht alles was Ärzte und Krankenhäuser auf die Rechnung setzen wird von den Krankenkassen übernommen. Hat man die Rechnung schon vor der Kassenleistung bezahlt darf man jetzt diskutieren und versuchen die Gelder ggf. zurück zu bekommen.

Wie ich selbst mehrfach feststellen musste werden bei Privatversicherten nicht selten Leistungen abgerechnet, die man meiner Ansicht nach wirklich nur Privatpatienten aufbürdet in der Hoffnung sie bezahlen diese kommentarlos. Das sind z.B. Fahrtkosten für hinzugezogene Fachärzte außerhalb der Klinik. Hier speziell aus einem 20 Kilometer entfernten Ort. Diese „unnötigen“ Fahrtkosten werden nicht von der Kasse übernommen. Oder es werden die Steigerungssätze nicht eingehalten.

Nicht selten kommt es auch vor, dass medizinische Leistungen mehrfach an einem Tag aufgeführt sind welche nur ein- oder zweimal abrechenbar sind. Die jeweilige Differenzbetrag wird von der Krankenkasse dann abgezogen – der Versicherte darf dies somit selbst bezahlen. Auch fiel es mir auf, dass für diverse Behandlungen die notwendigen Begründungen der Ärzte fehlen. Folge daraus, es gibt wieder mal Abzüge von der Krankenkasse. Selbst wenn es sich manchmal nur um Kleinbeträge handelt….. niemand würde beim Bäcker freiwillig mehr bezahlen als die Ware tatsächlich kostet :wink: .

Inzwischen verfahre ich anders und diskutiere gar nicht mehr lange mit Kliniken oder Arztpraxen. Rechnungen werden erst dann bezahlt wenn die Kasse die Erstattung überwiesen und die Abrechnungsbeleg zugesandt hat. In Abzug gebrachte Beträge die von der Krankenkasse bemängelt wurden ziehe ich kurzerhand vom Rechnungsbetrag ab. Es ergeht eine kurze E-Mail an den Rechnungsaussteller und der Fall ist für mich somit abgeschlossen. In 95% der Fälle kommt nichts mehr, keine Reklamation, keine Stellungnahme oder ähnliches.

Die Rechnungsaussteller sind sich ihrer „Schuld“ ganz genau bewusst….. aber probieren kann man es ja! Die restlichen 5% reagieren mit der Nachreichung einer fehlenden Begründung etc.! Erstattet die Kasse daraufhin den abgezogenen Betrag wird der dann nachträglich überwiesen.

Wie schon eingangs erwähnt, wer nur wenige Rechnungen erhält mag auf solche „Fehlberechnungen“ nur seltenst oder gar nicht stoßen. Trotzdem kann es nicht schaden ein besonderes Auge darauf zu werfen. Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, wenn bei Privatpatienten einfach der Versuch einer Art Abzocke vollzogen wird und Posten berechnet werden eben weil es ein Privatpatient ist (z.B. Fahrtkosten).

Ein Portion gesundes Misstrauen Arzt- und Klinikrechnungen gegenüber ist in jedem Fall angebracht!