Die rote Flora in Hamburg ist ein Begriff der weit über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannt ist. Die Fassade des Gebäudes dient schon lange als eine Art Medium für politische Propaganda.

Der Plan, die rote Flora ein mehrstöckiges Kulturzentrum umzugestalten erhitzt schon länger die Gemüter und man kann gegenüber dieses Plans durchaus geteilter Meinung dazu sein.

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Gestern war es soweit und es gab eine genehmigte Demonstration für den Erhalt der roten Flora und gegen die Umbaupläne statt. Die Aktionisten verteidigten und begründeten ihr Vorgehen mit dem Recht der Versammlungsfreiheit.

Hiergegen ist auch absolut nichts einzuwenden, würden sich bei derartigen Veranstaltungen nicht stets die Krawallmacher mit unters Volk mischen die nur eines im Sinn haben – rohe Gewalt und sinnlose Zerstörungswut gegenüber fremden Eigentum.

Für die rote Flora und gegen das Recht

Rote Flora Juli 2007Von rund 7000 Teilnehmern ist die Rede die sich zusammengerottet haben, weit mehr als der Hälfte davon – größtenteils vermummt und gewaltbereit – ging es dabei viel weniger um den Erhalt des Gebäudes als darum aus einem eigentlich normalen Samstag einen Kriegstag zu machen der am Ende als einer der schlimmsten der vergangenen Jahre in Hamburg gelten wird.

Und die rote Flora spielte dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Die Veranstaltung auf der Schanze hatte noch gar nicht offiziell begonnen da eskalierte die Situation bereits vollkommen. Flaschen, Pflastersteine, Farbbeutel wurden gegen die Ordnungskräfte geworfen. Spätestens an dieser Stelle wurde klar, dass es alles andere wie eine normale Demonstration geben wird.

Fazit dieser Aufruhr welche erst gegen 1 Uhr am Sonntag zu Ende ging

  • über 100 verletzte Polizisten
  • eingeschlagene Scheiben
  • brennende Barrikaden
  • Sachschäden an vielen Fahrzeugen
  • mehr als 100 Feuerwehreinsätze
  • hohe Gesamtkosten für den Einsatz

Den eigentlichen Grund der Demo in allen Ehren. Aber dieses traurige Fazit wird dem Erhalt der Flora nicht nutzen und die friedlich gesinnten Demonstranten zwangsläufig mit in ein Negativlicht rücken. Die Öffentlichkeit differenziert hier bekanntermaßen und größtenteils nicht besonders eindeutig. Demonstrant ist Demonstrant. Diese Ansicht ist in ihrem Grundsatz definitiv falsch.

Demonstrationen sind ein friedliches Werkzeug

Unser Rechtssystem erlaubt es für eine Sache auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Diese Recht haben viele Länder nicht und man sollte es deswegen auch zu schätzen wissen. Nur „aufgeweichte Köpfe“ nehmen sich die Freiheit und nehmen friedliche Demos als Bühne zur Gewaltverbreitung ohne auch nur ansatzweise tatsächlich mit der eigentlichen Sache in Verbindung zu stehen.

Und es war am Ende wie es immer der Fall ist wenn es zu jedweden Ausschreitungen kommt. Eine Seite schiebt der anderen die Schuld für die Eskalationen zu. Wer hier aber ganz allein die Schuld trägt sind diese vermummten Chaoten denen es schlichtweg nur um Gewalt ging welche sie letztlich auch verbreitet haben.

Und wenn die Polizei dieser Gewaltbereitschaft entsprechend begegnet ist dies mehr als nur legitim – meines Erachtens sogar noch mit zu viel Zurückhaltung.

Wen würde es wundern, wenn solche Demos zukünftig nur auf Umwegen oder gar nicht mehr genehmigt werden? Mich nicht, denn das Schlachtfeld welches hinterlassen wird und die Kosten die damit in Zusammenhang stehen passen einfach nicht zueinander.

Am Ende sind also echte Demonstranten die friedlich für eine Sache eintreten die wahren Verlierer. Nicht zu vergessen sind die Polizisten und anderen Hilfskräfte die ihren Kopf hinhalten und sich dafür noch beschimpfen lassen müssen, dass sie nur ihrer Arbeit und ihrem Auftrag nachgehen – Land und Leute vor diesem Pack zu schützen.

Foto: Libertad181 (eigenes Foto (Juli 2007)) [Public domain], via Wikimedia Commons