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Übersteuerung der Sinne

Wohin man auch schaut, das Wort Twitter begegnet mir an allen Ecken und Enden. Es erweckt irgendwie den Eindruck, dass man ohne Twitter als ein Außenseiter in Sachen Kommunikation da steht. Stolpert man dann über Aussagen wie bei Admartinator

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Blogs sind tot. Ok – vielleicht noch nicht ganz, aber fast.

könnte dies auf den ersten Blick tatsächlich das Gefühl des Außenseiterdaseins verstärken. Zu den vielen befürwortenden Meinungen was Twitter betrifft gibt es natürlich auch kritische Betrachtungen die nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Bei Christian Spannagel gibt es ein Interview mit dem Professor für Medieninformatik Ulrich Kortenkamp nachzulesen, der seinen Twitteraccount u.a. wegen der teils enormen Informationsflut aufgegeben hat.

Nicht selten besteht diese Flut auch aus Informationen, die genaugenommen niemanden interessieren. Kortenkamp verpackt diese „unwichtigen“ Info’s im Rahmen des Intervies aussagekräftig in einem Satz, Zitat:

Und ob ich gerade auf den Zug warte oder nicht, das ist für den Rest der Welt so dermaßen unwichtig, das muss ich nicht kundtun.

Ganz bestimmt werden auch viele andere Themen via Twitter verteilt, welche für die Tweetleser einen Mehrwert darstellen, das stelle ich gar nicht in Abrede. Obiges Beispiel jedoch bestärkt mich in meiner Meinung, dass es sich bei Twitter um eine Art „Megamessenger“ handelt, bei dem für mich wichtige Informationen drohen unterzugehen. Die 18 Anti-Twitter-Thesen von Klaus Eck ergänzen meine Haltung Twitter gegenüber entsprechend, auch wenn diese nicht in allen Punkten „ganz ernst gemeint“ klingen mögen.

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Vielleicht leben aber Totgesagte doch länger als man glaubt? Wie dem auch sei, die einen twittern, die anderen bloggen oder auch beides miteinander. Zweigleisiges Publizieren ist für mein Empfinden aber nicht die oftmals angesprochene Zeitersparnis. Letztlich alles reine Geschmacksache wie jede(r) einzelne von Euch damit umgeht. Mir reicht mein Blog völlig aus :wink: .

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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10 Kommentare

  1. Ich kann mich mit Twitter auch nicht anfreunden. Und ehrlich gesagt langweilen mich auch die ganzen Artikel dazu in meinem Feed-Reader.
    Bisher habe ich auch keine einzige SMS geschrieben und ich bin immer noch auf der Welt.

  2. Ok, ich habe mir einen Twitter-Account zugelegt um mir mal eine eigene Meinung zu bilden. Ehrlich gesagt, ist mir bezüglich Sinn und Nutzen immer noch kein Licht aufgegangen… Vielleicht bin zu zu doof, um das Konzept dahinter zu begreifen. :roll:

  3. Twitter hat für mich ewtas von verbaler Inkontinenz ;-)

  4. @Oldman: Diese Aussage gefällt mir ausnehmend gut! Darf ich die in meiner Zitatensammlung verwenden? ;-)

  5. @Fischkopp:
    Mit doof würde ich das nicht betiteln. Pauschal auf alle Twitterer (was für ein Wort) würde ich es nicht münzen, aber es ist doch sehr viel „Kommunikation“ dabei, die eigentlich niemanden wirklich interessieren kann… ich war gerade auf Toilette…., heute kommt nichts im Fernsehen…., ich glaube ich werde krank…..

    @Oldman:
    Somit hast Du mit Deiner Behauptung in vielen Fällen leider recht.

    Tweet an Alle: ich muss jetzt in die Küche, Wasserkocher hat geklingelt! :mrgreen:

  6. [outing on] Ich bin ein Twitterianer! [Outing off]

    Sicher werden bei Twitter sehr viel Infos verbreitet auf die die Welt durchaus verzichten könnte. Ich hab auch schon paar mal überlegt meinen Account einzustampfen da ich oft mit dieser Flut an Belanglosigkeiten überfordert bin.
    Allerdings gibt es ein paar Twitterianer die sehr interessante Links dort posten auf die ich nicht verzichten möchte.
    Die Kunst besteht wohl darin die für einen persönlich wichtigen Infos auszufiltern. Viele folgen über 500 Twitterianern oder mehr, was ich nicht nachvollziehen kann. Ich hab so ungefähr 100 Stk. abonniert, das reicht mir vollkommen.

    • @Luigi:
      Belanglosigkeiten – genau das ist es. Ich sag mal so, wenn mein Feedreader mir nur noch Beiträge liefern würde, die auf dieser Ebene stattfinden würde ich den betreffenden Feed ganz schnell löschen. Von der „Zeitersparnis“ die Twitter darstellen soll bin ich alleine deswegen nicht überzeugt.

  7. Ich kann Twitter auch nichts abgewinnen, ausprobiert hab ich es schon. (http://twitter.com/tipps_archiv) Aber es ist mir zu anstrengend sich solche Belanglosigkeiten auszudenken. Vielleicht erschließt sich mir der Sinn noch. Zumal die meisten Äußerungen ja nichtmal den interessieren, der sie gerade gemacht hat. „Ich koch mir jetzt nen Kaffee!“ – ach wirklich? erzähl mehr…
    Interessant wären Äußerungen wie „Komisch die Tür von der Besenkammer ist nicht zu – muss ich mal hinschauen“ (Boris)

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