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Umweltschutzmaßnahmen enden am Briefkasten

Man will es nicht, man bekommt es trotzdem. Der ewigliche Werbemüll im Briefkasten reißt einfach nicht ab. Begünstigt vom Adressenhandel wird es eher mehr als weniger.

Am allerbesten finde ich die Werbesendungen von Kabel Deutschland. Dort ist man doch tatsächlich so gut organisiert, dass die Briefe sogar an Haushalte verschickt werden, bei denen aus vertragsrechtlichen Gründen gar kein Anschluss möglich ist weil seitens der Wohnungsbaugesellschaft andere Verträge geschlossen wurden. Das ist ein bisschen wie wenn ein  Finanzhai Finanzberater der XY-Bank mit vorausgefüllten Kreditkartenverträgen in der Krabbelgruppe einer Kindertagesstätte auftauchen würde.

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Dabei kennt Kabel Deutschland die Adressen an denen „sie“ keine Chance haben einen Fuß in die Tür zu bringen. Bei rund 130000 Wohnungen die darunter fallen schon ein beachtlicher Posten an völlig sinnloser Werbung.

Wie auch die Deutsche Post AG im Rahmen eines Geschäftsmodells ihren Beitrag zum Altpapierberg und gegen den Umweltschutz leistet könnte ihr beim  Zeilensturm nachlesen. Umweltschutz endet eben immer oder besser ausgedrückt spätestens dort, wo die Kohle zu fließen beginnt.

Letzte Woche (Montag bis Samstag) konnte ich aus dem Briefkasten 370 Gramm Altpapier fischen. Allein 90 Gramm davon war nicht persönlich adressiert sondern werden vom Postboten im Rahmen der Zustellung eingeworfen.

Das hört sich im Einzelfall jetzt nicht besonders viel an. Bedenkt man aber, dass unser Haus 8 Briefkästen hat so beträgt das schon 720 Gramm nur allein in unserem Haus. Auf die Wohnanlage mit 4 Briefkastenanlagen a‘ 8 Briefkästen hochgerechnet sind das 2880 Gramm Altpapier / Werbemüll in nur 1 Woche.

Die Hochrechnung auf die gesamte Stadt erspare ich mir jetzt. Bei dem hier abgebildeten Werbemüll fehlen jetzt noch verschiedene Wochenblätter, Prospekte von Supermarktketten sowie Speisekarten von diversen Imbissanbietern, die nicht per Postboten ins Haus gelangen.

Gegen letzeres helfen Aufkleber am Briefkasten wie „Bitte keine Werbung“ auch nur ein Stück weit. Die Postwurfsendungen sind davon leider nicht betroffen wie ich auf Nachfrage beim zuständigen Postboten in Erfahrung bringen konnte.  Es nervt einfach, wenn ich den ganzen Altpapierwust stets auf der Suche nach den eigentlichen Briefen durchwühlen muss. Ganz schnell kann da mal was verloren gehen. Umweltschutz ist das sicherlich nicht.

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Bekommt ihr auch soviel Schrott „geliefert“? Wer möchte, ich kann gerne was abgeben :cool: .

 

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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11 Kommentare

  1. Interessant ist in dem Zusammenhang ja auch stets die Erklärung der Unternehmen, dass ein vorheriges Aussortieren von Adressen, die mit der Werbesendung gar nichts anfangen können (wie in deinem Beispiel von Kabel Deutschland) unverhältnismäßig viel kosten und die Umwelt noch schwerer belasten würde. Steht teilweise kleingedruckt sogar auf solchen Sendungen drauf.

    Ich frage mich da immer zweierlei. Du schreibst hier von 130.000 „falschen“ Sendungen. Selbst wenn die das Zeug per günstiger Infopost versenden (ca. 25 Cent) und vielleicht noch ordentlichen Mengenrabatt bekommen, kostet so eine Sendung doch wenigstens 10 Cent. Das sind immer noch 13.000 Euro, die zum Fenster rausgeworfen werden. Wie teuer kann es bitte sein, einen Datenbank-Abgleich machen zu lassen? Geschieht mehr oder weniger automatisch. Im Zweifel kostet es tatsächlich ein paar Euro, die Funktion von einem Fachkundigen erstellen zu lassen. Aber was für Stundenlöhne muss der verlangen, dass 13.000 Euro günstiger sind?? Und wie die Umwelt dadurch mehr belastet werden soll, hat sich mir auch noch nie erschlossen. Raucht der Kopf des Fachkundigen so stark, dass das die Atmosphäre mehr verpestet als die unnötig umgeholzten Bäume?

  2. Ich bekomme auch viel Werbemüll. Vor etwa einem Jahr war es sogar so schlimm, das mir verschiedene Anbieter (United Media etc.) mehrfach pro Woche Werbung haben zukommen lassen. Ich habe dann auf alle Briefe immer „Annahme verweigert“ draufgeschrieben und mit der Post zurückschicken lassen (war umsonst). Danach hat der Werbewust sehr schnell abgenommen, mittlerweile ist sind es vielleicht noch 2-3 Sachen pro Monat.

  3. @Sascha: Wir werden es wohl niemals ergründen warum das so ist bzw. so fadenscheinig erläutert wird. Man braucht wohl eine besondere Ausbildung dafür um erstens so eine Begründung erfinden zu können und zweitens auch noch selbst daran zu glauben.

    Ich will jetzt nicht felsenfest behaupten, dass alle 130000 Wohnungen dieser Gesellschaft von Kabel Deutschland angeschrieben werden. Es kann auch nur die Hälfte sein oder „nur 20000“. Aber selbst dann würde sich so ein Abgleich rechnen. Denn diese Konstellation gibt es bestimmt auch in anderen Städten Deutschlands. Und aus dieser Sicht betrachtet sind es dann wohl noch mehr als 130000.

    @Timo: Willkommen bei Nicht spurlos. Das mit dem Zurückschicken handhabe ich bei allen Werbesendungen so, die ich nicht bestellt habe. Siehe dazu auch mein Beitrag „Adressenhandel“, der oben verlinkt ist. Irgendwann kommt man immer an einem Briefkasten vorbei und kann es einwerfen – eilt ja nicht :cool: .

  4. Wieso, ein solcher Aufkleber „Keine Werbung“ funktioniert bei uns ganz gut. Die Flut hat drastisch abgenommen. Und das seit 2009 schon, guckst du hier.

    Zurück geschickt habe ich auch schon einiges, gerade in der Anfangszeit. Das geht mir auf die Nerven.

    Das Zauberwort heißt aber auch hier: Vermeidung bei den Datenquellen. Ich achte mittlerweile sehr darauf, dass meine Adresse bitte streng aussen vor bleibt. Keine Newsletter, kostenlosen irgendwas. Online sieht es ähnlich aus.

    Insgesamt achte ich mehr darauf was in den (virtuellen) Briefkasten kommt. Heißt aber ja nicht per se, dass gar nichts mehr an Werbung in mein Leben tritt.

  5. Habe auch mit dem Briefkastenaufkleber gute Erfahrungen gemacht. Jetzt kommt noch nicht mal mehr das wöchentlich bei uns kostenlos mit der Post verteilte Fernsehprogramm an, was ein bisschen schade ist. Naja, man kann nicht alles haben und gleichzeitig vermeiden.

    Mal abgesehen von dem bedenklichen Umweltfaktor, den diese Papierflut hat, finde ich sie immer noch erträglicher als nervige Telefonanrufe zu Werbezwecken oder Schlimmerem.

  6. Gerade wo du Kabel Deutschland erwähnst.
    Von denen bekomme ich teilweise mehrmals die Woche Werbepost. Teilweise auch gleich in doppelter Ausführung.

    Interessantester Punkt dabei: Ich bin bei denen Kunde. Ich weiß also wirklich nicht, wen die mit ihren Schreiben erreichen wollen. :roll:

  7. @Stef: Vermeidung, dass die Adresse in den Werbekreislauf gelangt ist das eine. Der Werbemüll, den die Postboten einwerfen kannst Du dadurch leider nicht verhindern.

    @HansdasJo: Willkommen bei Nicht spurlos. Man kann nicht alles haben, stimmt schon. Die Wochenblätter würde ich ja noch einsehen, aber den anderen Krempel von Versicherungen, Banken und Konsorten – auf diesen könnte ich gerne verzichten.

    @Oggy: Es ist eben zu viiiiiel zu teuer die Kunden von den Nichtkunden zu trennen :cool:

  8. Ich habe die Altpapier-Tonne in Reichweite des Briefskastens… ist zu 90% der direkte Weg.
    Die restlichen 10% Rechnungen schaue ich mir ab und zu noch an ;-)

  9. Zu Kabel Deutschland: Die spammen mich seit 2 Jahren zu, obwohl ich dort eben genau so lange Kunde bin. Schon zig mal widersprochen etc. Die bekommen es echt nicht geregelt.

    • @Gilly: Jetzt bestätigst Du das auch nochmal :denk: . Kabel Deutschland scheint in dieser Hinsicht wirklich sehr sehr schwerfällig zu sein. Die Jahressumme, die durch dieses Werbeverhalten pro Jahr drauf geht könnte man sicherlich erheblich besser einsetzen – besser auf jeden Fall als wie „Altpapier“ durch die Republik zu schicken.

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