Im Namen einer Regensburger Rechtsanwaltsgesellschaft werden derzeit Abmahnungen für einen vermeintlichen Urheberrechtsverstoß verschickt. Die Kanzlei Urmann und Collegen gibt es zwar tatsächlich, diese hat mit dieser E-Mail allerdings nichts zu tun! Der Absender lautet auf danielle(a)ativosul(dot)com.

Im Anhang der E-Mail befindet sich eine zip-Datei die den Virus Trojan.Zbot enthält der mit einer hohen Gefährdungsstufe belegt ist. Um nichts anderes als die Verbreitung desselben geht es bei dieser Mail. Ob bereits alle Virenscanner den Anhang erkennen ist nicht sicher.

Vor der Öffnung des Anhangs wird dringend gewarnt. Hier wird nur mit der Angst der Empfänger gespielt.

Hier der Originaltext dieser E-Mail:

Sehr geehrte/r xxxxxx,

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Urheberrechtsverletzung an dem Werk Amandas secrets. Unserer Mandant The Archive AG steht das ausschließliche Recht zu, dieses Werk zu vervielfältigen (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht haben Sie durch das Downloaden des betreffenden Werkes über Ihren Internetanschluss verletzt.

Folgende Daten konnten seitens beauftragter Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher rechtlich dokumentieren:

Datum/Uhrzeit: 03.12.2013 22:15:46
IP-Adresse: 80.11.10.xxx (Name)
Produktname: Amandas secrets
Benutzerkennung: 460789097
Anbieter: Redtube

Unserer Mandant hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 625 9 773/72 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

Hiermit fordern wir Sie auf, die gegebenenfalls noch vorhandene rechtswidrige Kopie sofort von Ihrem Computer zu entfernen. Weiter fordern wir Sie auf zur Ausräumung der Wiederholungsgefahr eine Unterlassungserklärung gegenüber unseren Mandant abzugeben, für deren Eingang in unserer Kanzlei eine Frist bis spätestens 14.12.2013 notiert wurde. Die Unterlassungserklärung muss hier im Original mit Unterschrift vorliegen. Ein entsprechender Formulierungsvorschlag mit einer Vertragsstrafenregelung nach dem gängigen Hamburger Brauch ist in der Anlage beigefügt. Sofern Sie beabsichtigten, diesen abzuändern (§ 97 a Abs. 2 Nr. 4 UrhG), weisen wir darauf hin, dass nur eine Unterlassungserklärung mit einer ausreichenden Vertragsstrafe die Wiederholungsgefahr beseitigt.

Gemäß § 97a Abs. 3 UrhG besteht weiterhin ein Kostenerstattungsanspruch gegen Sie. Sie haben unserer Mandantin den durch die unerlaubte Verwertung entstandenen Schaden zu ersetzen, den wir hier mit 69,31 Euro beziffern. Weiterhin haben Sie die Kosten der Ermittlungsfirma zur Feststellung der Rechtsverletzung, die Gerichtskosten des Verfahrens vor dem Landgericht Köln und die anteiligen Aufwendungen, die Ihrem Provider gemäß § 101 Abs. 2 UrhG zu erstatten waren zu ersetzen. Hierfür sind 90,00 Euro anzusetzen. Die erstattungspflichtigen Kosten unserer Beauftragung bemessen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und werden wie folgt beziffert:

Gegenstandswert: 4131,00 Euro
Geschäftsgebühr §§ 13, 14, Nr. 2030 VV RVG: 307,88 Euro
Pauschale für Post und Telekommunikation: 22,96 Euro
Schadensersatz: 69,31 Euro
Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung pauschal: 90,00 Euro

Die Beweisdaten sowie die Kontodaten und unsere Kontaktdaten ersehen Sie in der beigefügten Datei.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwälte Urmann und Collegen

Anhang: Beweisführung Ihrer Mahnung der Urheberrechtsverletzung vom 10.12.2013.zip

Auch wenn die angegebenen Daten der Mail variieren wirkt sich dies nicht auf die Gefährlichkeit des Anhangs aus.

Abmahnungen werden in solchen Fällen nicht per E-Mail sondern mit normaler Briefpost verschickt. Insbesondere sollte man bei solchen E-Mails auf den Absender (E-Mail-Adresse) achten die sich vom vorgegebenen Absender unterscheidet und meist im Ausland liegt!

Niemals auf solche Mail antworten! Denn damit würde der Absender wissen, dass es sich einerseits um eine tatsächlich existierende Mailadresse handelt und andererseits, dass der Empfänger (also Du) die gesendeten Text öffnet, liest oder was auch immer. Die Gefahr, dass Deine Mailadresse dann noch intensiver bespamt wird ist sehr groß!