In Hamburg ist der Wohnraum knapp. Barrierefreie Wohnungen sind auch nicht im Überfluss vorhanden und werden teils händeringend gesucht. Und trotzdem gibt es Vermieter, die über entsprechenden Wohnraum verfügen und diesen dann im wahrsten Sinne des Wortes zweckentfremden.

Volles Unverständnis zeigt sich bei mir, wenn behindertengerechter, also barrierefreier Wohnraum an 20-jährige vermietet wird obwohl es Interessenten gibt die diesen Wohnraum wirklich nötig haben, eben weil sie z.B. an einen Rollstuhl gebunden sind. Ich habe es selbst erlebt, war bei den Besichtigungen mit dabei und konnte mir mein eigenes Bild machen.

Einer der Interessenten suchte dringend für sich und seine gehbehinderte Frau eine rollstuhlgerechte Wohnung, damit er sich durch die engen Türen nicht Hucke-Pack tragen muss. Er wäre sogar bereit gewesen die Wohnung zu kaufen, weil er sie eben dringend benötigte. Ein weiteres Ehepaar suchte für seine Eltern die ebenso auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind eine neue Bleibe. Auch sie hätten den Mietvertrag auf der Stelle unterzeichnet. Nichts da, auch sie bekamen die Wohnung nicht.

Mit haarsträubenden Begründungen wie

für zwei Personen sind 58m ² viel zu klein…..

war die selbst noch sehr junge Vermieterin um sich, welche sich die Neubau-Wohnung nur zur Kapitalanlage gekauft hatte.

Jetzt wird aus einer behindertenrechten Wohnung eine Junggesellenwohnung für einen Auszubildenden, der ganz sicher nicht auf eine befahrbare Dusche, ein geräumiges Bad und verbreiterte Türen angewiesen ist. Ein schicki-micki Partyraum mit Balkon wird es wohl werden – eine absolute Frechheit in meinen Augen.

Ob die Wohnung mit Förderungen bedacht wurde kann ich nicht sagen. Aber selbst wenn nicht, die Tatsache dass eine Maklerin für die Vermittlung involviert war ist schon schlimm genug. Gerade sie sollte wissen, dass derartiger Wohnraum mehr denn je gesucht ist und hier vollkommen fehlvermietet wird.