Ob es nun die Bundesregierung in Berlin ist oder die Landtage der einzelnen Bundesländer als solches. Von allem zusammen ist man es schon lange gewohnt, dass sie gerne Probleme jedweder Art von hinten aufzäumen. Sprich sie vollkommen falsch anpacken oder unnötigerweise verkomplizieren und damit die Effektivität umstoßen und maßlose Verunsicherung stiften.

Dieser Sparte von Effektivitätsverlust ist auch die Idee von versteckten Nazi-Codes in Autokennzeichen des brandenburgischen Verfassungsschutzes zuzuordnen. Von Kombinationen wie NS, SA, KZ und SS ist die Rede oder von Zahlenspielchen wie 14, 18 oder 88. Mein Gott, da ist die Frage von Martin nach der Bedenklichkeit des Kfz-Kennzeichens HH für Hamburg nur allzu verständlich und gerechtfertigt.

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Doch warum wird das Nazitum nur mit Adolf Hitler (1 für A, 8 für H) in Verbindung gebracht? Was ist mit Franz Göring (FG wäre dann Freiberg in Sachsen), mit Reinhard Heydrich (RH steht für Roth a.d. Rednitz) oder der Begriff „Auschwitz-Birkenau“ (AB steht für Aschaffenburg)? Das wären dann alles versteckte Nazi-Codes, die besitzer der Fahrzeuge alle pauschal verdächtig! Wenn wir jetzt auch noch anfangen einzelne Buchstaben oder Zahlen rechtsradikalen Gruppierungen zuzuschreiben, dann lösen oder vermeiden wir vielleicht viel, ein „zweites Passau“ ganz bestimmt nicht, weswegen diese neuerliche Diskussion letztlich hochflammt.

Die Gesinnung dieser Gruppierungen und deren Anzahl bleibt auch dann gleich, wenn man ihnen ein anderes Kfz-Kennzeichen aufdrücken würde. Das einzigste was mit dieser Warnung vor „Nazi-Codes“ erreicht wird ist ggf. Getratsche…. „der hat 88 im Kennzeichen stehen, das ist bestimmt ein Nazi….. Und der da drüben trägt ne Jacke von Helly Hansen (HH), das ist bestimmt auch einer von denen…….“ Von einer Sensibilisierung der Bürger wie das innenministerium es zum Ausdruck bringt kann ich hier leider nichts erkennen.

Überall eine Art Unterwanderung von Nazi zu sehen, wo o.g. Zahlen- und Buchstabenkombinatioen vorkommen ist natürlich auch eine Variante, Beispiele hierfür gibt jede Menge. So stellt Hewlett-Packard Tinten Patronen der Nummer 88 her, auch dieses Parfum könnte bedenklich sein. Im WDR gibt es sogar eine Kindersendung mit dem gefährlichen Titel „Wissen macht Ah“, von der TV-Werbung „11 88 0″ mal ganz abgesehen.

Übrigens, lieber mitlesender Verfassungsschutz. Die Verwendung des Kürzels NS kommt auch bei mir zum Einsatz. Es gibt sogar einen Ordner, der diese Bezeichnung trägt. Dahinter verbergen sich aber weder geheime Nazidokumente noch anderweitig verbotenes Material sondern die PHP- und HTML-Dateien von Nicht-spurlos.de.

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Denn nicht überall wo „NS“ draufsteht muss auch gleich das drin sein, was ihr wieder vermutet. Was ihr daraus dann wieder macht ist Euer Ding! :wink:

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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4 Kommentare
  1. Sven sagte:

    Du siehst das alles aus einem falschen Blickwinkel!
    Schonmal daran gedacht, dass das Absicht sein könnte?
    Umso mehr „Verdachtsmomente“ hat doch unsere Obrigkeit, um Ihr schönes BKA-Gesetz anzuwenden!
    Du weißt doch: mit Schäuble als „Chiefinspector nationale“ geht alles, man muß nur wollen….. :???:

    Antworten
    • Thomas sagte:

      So könnte man es natürlich auch sehen. Und das BKA-Gesetz ist ja auch dem besten Wege ab 1. Januar zu gelten. Wie auch immer, Gründe für die Anwendung des Gesetzes ließen sich immer schnell aus dem Hut zaubern, notfalls wg. angeblicher Gefahr in Verzug. Der Ansatz bei den Symbolen jedoch macht keinen Sinn…..

      Antworten

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