Politisches Engagement lässt so manchen Schritt für Schritt erblinden. Eine freie Sicht auf die Realität wird zunähst „nur“ getrübt und verschwindet so nach und nach komplett. Dieses Phänomen zieht sich durch alle Parteien ob auf Bundes- oder Länderebene bis runter in die Bezirke. Ein drastisches Beispiel für Existenz dieser „Krankheit“ zeichnete sich jetzt in Hamburg ab. Ohne den notwendigen Blick für die Grundproblematik und mit einer eiskalten Selbstherrlichkeit lies der Bezirksamtsleiter von Hamburg-Mitte – Markus Schreiber (SPD) – für 18000 € an der Helgoländer Allee einen Zaun errichten, damit die Obdachlosen unter der dortigen Brücke keinen Schutz mehr finden können.

Alleine die Idee für ein solches Vorhaben halte ich persönlich für ein Unding, die tatsächliche Umsetzung für ein asoziales Husarenstück! Wie menschenverachtend muss ein Mensch ticken wenn er solche Einfälle hat?  Und weil das auch viele andere so sahen und dies zu lautstarken Protesten führte soll der Käfig nun ggf. wieder abgerissen werden. 18000 € für nichts und wieder nichts einfach mal so in den Sand gesetzt. Ich wüsste ja wer für die Gesamtkosten aufkommen soll. Das dem nicht so sein wird, darüber brauchen wir uns nicht wirklich zu unterhalten.

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Jede etwas größere Stadt hat ihre Obdachlosen. Herr Schreiber hätte sich vor seinem Schildbürgerstreich erst einmal fragen sollen warum es diese Situation gibt bzw. wie schnell es in unserer Zeit gehen kann, dass man in genau diese Lage kommt. Ich vermute mal reines Desinteresse des Bezirksamtsleiters  Schwächeren gegenüber, warum er in diese Richtung nicht dachte und gleich einen Zaun in Auftrag gegeben hat. Vom weichen Ledersessel aus und mit gut gefülltem Portmonai  lässt es sich lockerleicht über andere Menschen urteilen. Der Schritt zum Verurteilen ist recht klein.

Sicherlich sind unter den Obdachlosen auch welche die sich ihre Lage komplett selbst zuzuschreiben haben. Doch eine nicht unerhebliche Zahl dieser Menschen sind mit ihrer Existenz einfach gestrandet… abgestürzt. Löhne die zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig sind dürften auch der Politik nicht ganz unbekannt sein.  Und wie schnell das in unserer Gesellschaft gehen kann sollte gerade ein Amtsleiter wissen und respektieren. Einmal abgestürzt ist es zum Teufelskreis nicht mehr weit. Es gibt genügend Behörden die durch Behäbigkeit noch Sorge dafür tragen, dass es „schneller“ geht.

Keine Arbeit, kein Geld » » kein Geld, keine Wohnung » » keine Wohnung, keine Arbeit » »

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Hiervor die Augen zu verschließen hat mit sozialer Politik nichts zu tun. Nichts anderes hat Herr Schreiber hier getan und erwartete dafür auch noch Applaus.  Geld leichtsinnig verschwendet, unnötige Diskussionen ausgelöst, absolute Ideen- bzw. Hilflosigkeit kundgetan und soziale Kälte offen gelegt. Toll Herr Schreiber, genau sowas braucht unsere Stadt!   :nenene: