Vertreibt Microsoft seine Kunden mit Gewalt?

So kann man es natürlich auch machen, Kunden einfach zum Umstieg auf Windows Vista zu zwingen. Der Verkauf von Windows XP wird zum 30.06.2008 eingestellt, der Support entsprechend nach unten gefahren. Dass bei sehr vielen im Umlauf befindlichen Rechnern ein Umstieg zum XP-Nachfolger Vista gar nichts mit dem wollen zu tun hat, scheint man auf dem Microsoft Campus in Redmond noch nicht begriffen zu haben (vielmehr will man es nicht begreifen).

Die Systemanforderungen von Windows Vista sind oftmals nicht vorhanden um ein angenehmes Arbeiten gewährleisten zu können. Auch funktioniert nicht jede bisher im Einsatz befindliche Software zwangsläufig auch mit Vista. Alles Gründe, die es vorallem Firmen erschweren, einen Umstieg zu tätigen, der u.U. schon kräftig zu Buche schlagen kann. Immerhin laufen über 60 % von Firmenrechnern mit Windows XP.

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Wenn alle oder ein Großteil der XP-Nutzer wegen dieser Ankündigung der Einstellung nun umsteigen, würde das ordentlich Kohle in die Kassen von Bill gates spülen. Spekuliert man in Redmond mit einer solchen Entwicklung?

Privatpersonen haben zwar vielleicht nur einen Rechner, aber auch für den gelten die Anforderungen gleichermaßen. Aufrüsten oder Neukauf sind auch hier nicht immer ohne Weiteres möglich. Sicherheitspatches für XP soll es zwar noch bis 2014 geben, der Vollsupport soll jedoch heute in einem Jahr beendet werden.

Ob die schon seit Januar diesen Jahres laufende Online-PetitionSave XP“ ihren Zwecke erfüllen kann, die Macher von Microsoft dazu zu bewegen den Verkauf und Support wenigstens solange aufrecht zu erhalten, bis die nächste Generation von Windows erscheint (im Jahr 2010), wird abzuwarten, wünschenswert wäre es. Über 100000 „Unterschriften“ sind dazu schon eingegangen. Wer diese Petition auch mit unterzeichnen möchte findet diese bei InfoWorld.

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Angesicht der Planungen von Microsoft und dem ohnehin immerwährenden Ärger mit Microsoftprodukten wage ich mich wieder einen Schritt weiter nach vorne, was den Einsatz von Linux betrifft. Längst ist Linux nicht mehr so unverträglich mit gängigen Softwarepaketen, wie das einst mal war! Windows Vista werde ich mir persönlich sicherlich nicht antun. Zum einen wegen dem Preis und zum anderen bleibt der dumpfe Verdacht bestehen, dass Vista auch nicht besser sicherer ist als das bisher mit Microsoftprodukten der Fall war!

Thomas Liedl

Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

7 Kommentare zu “Vertreibt Microsoft seine Kunden mit Gewalt?”

  1. Gilly sagt:

    „Der Verkauf von Windows XP wird zum 30.06.2008 eingestellt.“

    Nur der Verkauf der Pro Version wird zu diesem Datum eingestellt.

    „Für das spezielle Marktsegment der Billigstrechner (Ultra-low-cost PCs – ULPCs) hat Microsoft nun aber eine andere Regelung gefunden. Für solche Billigstrechner wird es Windows XP – allerdings ausschließlich in der Home Edition – noch mindestens bis zum 30. Juni 2010 geben. Alternativ wird es das Angebot noch ein Jahr geben, nachdem die kommende Windows-Version erschienen ist. Hierbei entscheidet, was länger in der Zukunft liegt. “

    http://www.golem.de/0804/58804.html

    „Der Vollsupport soll jedoch heute in einem Jahr beendet werden“

    Ich habe noch nicht ein einziges mal in meinem Leben Support von Microsoft in Anspruch genommen :D

    Oh und Linux? Finde ich als Anwenderbetriebssystem totalen Mist. Als Serverbetriebssystem 1a, aber ansonsten für mich völlig ungeeignet.

  2. Thomas sagt:

    Ne, Vollsupport hatte ich da auch noch nie in Anspruch genommen, werde ich auch sicherlich niemals tun. Ich halte einfach das Verhalten von Microsoft für anmaßend, einfach einen gewissen Zwang auf die Nutzer auszuüben. Vista werde ich mir ganz sicher nicht holen.

    Was Linux betrifft… ach so schlimm ist es auch wieder nicht. Klar, wenn es Deinen Anforderungen nicht nachkommt, nützt es Dir natürlich sehr wenig. Aber grundsätzlich betrachtet halte ich Linux für ein sehr komfortables Betriebssystem! Ob es meinen Anwendungsanforderungen gerrecht wird kann ich derzeit auch noch nicht sagen – mal sehen. :cool:

  3. Gilly sagt:

    Aber dieses Verhalten hat doch Microsoft nicht erfunden.

    Adobe, IBM, Sun, Norton etc, die machen es doch alle ganz genau so. Ich würde immer noch Norton Antivirus 2004 benutzen wenn ich könte, das will Norton aber nicht…
    Kann man halt nichts machen außer umsteigen. In sofern stimme ich Dir zu, wem Vista zu blöde ist, der soll sich halt nach alternativen umschauen.

    MacOSX ist z.b. ein richtig super Betriebssystem, aber nach dem Verhalten von Apple gegenüber seinen Kunden wollen wir hier jetzt besser nicht anfangen :P

  4. Gast sagt:

    @gilly:
    das die XP Home am laufen halten hilft auch nicht viel. Wer kann schon damit was anfangen? Das Betriebssystem unterstütz noch nicht einmal einen Dualprozessor.

  5. Gilly sagt:

    @Gast das schreibe ich jetzt mal unter moderner Mythos ab :-)

    XP Home unterstützt nur einen Prozessorsockel, man kann es also z.B. nicht auf einem Board mit zwei XEON Prozessoren installieren.

    Dualcore und Quadcore Prozessoren haben aber nur einen Sockel. Von daher werden diese auch von Home unterstützt:

    http://forums.pcper.com/showthread.php?t=446550

    Hier die genauen Unterschiede:

    http://www.winsolution.de/artikel/index.php?id=123

  6. Windelwinni sagt:

    Ja klar, und Microsoft liefert noch alles für Windows 2000 und 98. Nur das XP muß weg.
    Volkswagen liefert schließlich auch noch Käfer aus.
    Come back to reality.

  7. Gast sagt:

    @gilly: Danke für die Aufklärung. Bin da anscheinend komplett falsch informiert worden

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