Auf dem Weg zur U-Bahn

Der Fussweg meiner Frau vom Arbeitsplatz bis zur nächsten U-Bahn-Station beträgt 5 Minuten, also genau eine Zigarettenlänge wie man so schön sagt. Kürzlich passierte ihr etwas vollkommen kurioses…

Als sie in die U-Bahn einstieg und sich setzte gesellte sich eine etwa 50-Jährige zu ihr und fing wie ein Rohrspatz an zu schimpfen:

“Sie haben mich eben auf dem Weg zur U-Bahn überholt und haben dabei geraucht. Der ganze Qualm ist mir ist Gesicht geweht, das ist eine Unverschämtheit! Haben Sie noch nie einen Astmaanfall bekommen? Ich habe 3 Angehörige wegen Zigaretten verloren….. bla bla bla bla! Und außerdem hätten Sie ja auch 5 Meter hinter mir bleiben können”!

smilie Ähm… ja genau. Und wegen des einzuhaltenden Sicherheitsabstandes würde ich dieser Dame dringend empfehlen dieses Verkehrszeichen auf den Rücken zu kleben, damit Raucher vorgewarnt sind.

Schwierig wird es dann allerdings, wenn der Raucher der Überholte ist smilie .Die Forderung lautet eindeutig: Eigene Gehwege für Raucher! Die Tatsache, dass die “Überholte” zugab selbst 30 Jahre geraucht zu haben beweist mir wieder, gewordene Nichtraucher sind die schlimmsten!

Autor  ⁄ Thomas Liedl

Meine digitale Vergangenheit reicht fast bis zur Geburtsstunde des Internets zurück. Nach zahlreichen anderen Webseiten bin ich letztlich im März 2007 in die Welt des Bloggens eingestiegen. Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz.

8 Kommentare

  • Antworten
    3. Dezember 2009

    Nichts gegen Nichtraucher, aber das ist schon krass. Wie kommt man denn darauf das man draussen nicht mehr rauchen sollte ? Nichtraucher kennzeichnen damit man auf diese Rücksicht nehmen kann ?

    • Antworten
      Thomas Autor
      3. Dezember 2009

      Ich wiederhole mich zum x-ten Male wenn ich schreibe, es sind militante Nichtraucher die immer einen Grund zum maulen finden. Und seien es auch an den Haaren herbeigezogene. Lächerlich sowas, aber was solls. Unter freiem Himmel ist es nicht verboten und fertig.

  • Antworten
    Taranis
    3. Dezember 2009

    mal davon abgesehen, dass ich eine solche überreaktion voll daneben finde….hat sie recht!
    Stellt euch vor, jemand hält euch mehr oder weniger eine “Tüte Scheise” vors Gesicht (= läuft damit an euch vorbei, der Gestank ist ja stark genug). Findet ihr das ok? Ich mein, eigentlich darf mir niemand verbieten wenn ich meine Scheise rumtrage.
    Was ist dabei der Unterschied? Genau, der Geruch von Extrementen ist NICHT giftig. Im Gegensatz zu dem Rauch einer Kippe.

    “Unter freiem Himmel ist es nicht verboten und fertig”
    Schonmal das Grundgesetz gelesen? Es ist nur leider ziemlich sinnlos jemand dafür anzuklagen, dafür dass er einen durch giftigen Rauch geschädigt hat. Aber innerhalb eines Lebens kommt da bei einem Nichtraucher sicher genügend zusammen, dass die Schadenersatzsumme teurer wäre als die Zigarreten die ein Mensch im Leben veraucht hat.

    “Nichts gegen Nichtraucher”
    bitte entschuldigt meinen Ton. Ich selber bin zwar kein “militanter Nichtraucher”, habe aber auch noch nie an einer Zigarette gezogen.
    Was mir an solchen Sätzen stink, ist die Ignoranz/Arroganz die dadurch übermittelt wird. Alla “Nichtraucher haben doch eigentlich einen Schaden”. Denn das ist genau das, was unsere werten Raucher täglich vermitteln (Ausnahmen gibt es immer, jedoch selten). Klassisches Beispiel: rauchender Raucher stellt sich 1 Meter neben Nichtraucher.
    Persönliches Beispiel: rauchender Raucher macht das selber, diesesmal aber auf einem Rauchfreiem Bahnhof. Bitte, was soll das?
    Ich bin natürlich kein Zauberer und kann sehen welcher der nichtrauchenden Personen daneben eigentlich Raucher ist und sich “freundlicherweise” (sollte selbstverständlich sein) zurückhält. Natürlich sehe ich in diesem Fall nur den Übeltäter.

    Ich kann so eine Geschichte wie oben genannt nicht verstehen. Aber ich kann verstehen warum es solche Personen gibt. Klarer Fall, damit es einen militanten Nichtraucher geben kann, braucht es erstmal einen Raucher.
    Mir persönlich kommt immer wieder ein Würgreiz, wenn ich den Rauch einer Zigarette abbekomme. Das liegt nicht daran das ich mir Ärger, sondern einfach daran das ich es eklig finde. Deshalb gefällt mir gerade auch der Vergleich mit der Scheise so gut. Überlege mir wirklich, jedem der mich einraucht Scheise vor die Nase zu halten. Leider bin ich nicht die Person, die “Gleiches mit Gleichem” vergeltet. Denn wie gesagt, der Unterschied besteht nur in der Giftigkeit. Und daran, dass Rauchen (giftig, sucht, droge,…smilie in unserer Gesellschaft als normal gilt und Scheise (die natürlichste Sache der Welt. Glaub ich aufjedenfall…smilie nicht nur Nichtraucher sondern auch Raucher ekelt.

    Was ich mir wirklich wünschen würde, mal zu erleben wie ein Raucher einen Raucher masregelt, weil der zweiterer am falschem Ort raucht.

  • Antworten
    5. Dezember 2009

    Nach dem Nichtraucherschutzgesetz (schon ein merkwuerdiger Name) denken einige Nichtraucher, sie muessten unbedingt mit erhobenen Zeigefinger durch die Welt laufen. Wenn die Dame jetzt ihren Frust der letzten Jahre an den Rauchern auslassen kann. Toleranz sollte auf beiden Seiten geboten sein.

  • Antworten
    angie
    5. Dezember 2009

    @taranis :
    ich bin die “verursacherin” die daran schuld ist , das es der Frau jetzt sooo schlecht geht…

    1. Habe ich der Dame nicht absichtlich geschädigt..sondern nur ihren Weg gekreuzt. Sollte mein Rauch sie gestört haben..hätte sie ihre Nase in die andere Richtung drehen können.ich konnte ja von hinten kommend nicht wissen das sie der Rauch stört..aber vielleicht sollte ich mit einem Megaphon durch die Strassen gehen und durchrufen : Achtung jetzt kommt ein Raucher…wobei dieses auch wieder eine Art der Diskriminierung wäre..

    2. Dein Vergleich mit einer Zigarette und einer Tüte Scheisse ist irgendwie voll daneben. Sehe wir es mal so…Autofahrer blasen ihre “Gifte” in viel größerer Zahl auf die Gehwege und darüber regt sich keiner auf.Wenn Scheisse nicht Giftig ist..frag ich mich warum es eine Steuer geben sollte , wo Bauern für die Blähungen ihrer Kühe zahlen sollten smilie

    3. Bin ich eine von den Raucherin..die sehr viel Rücksicht auf Nichtraucher nimmt..was für mich selbstverständlich ist..ich rauche weder auf Bahnhöfen noch in irgendwelchen Gebäuden ..sondern gehe brav vor die Tür..sollte dies jetzt auch verboten sein..müssten wir Raucher uns ein Raucherwald anlegen ..loll

    4. zahle ich für den Genuss einer Zigarette steuern..wie auch jeder Autofahrer…bloss dem schreibt keiner vor auf welchen Strassen er fahren darf…

    ich finde die Politik schürt dieses Thema ungemein um vor wichtigeren Dingen…abzulenken….Denn Raucher gab es schon immer und wird es immer geben…

  • Antworten
    Taranis
    5. Dezember 2009

    wie schon gesagt, ich halte auch nichts von der Reaktion der genannten Person.

    1. das mit der absicht glaub dir aufjedenfall! Ich würde auch keinem Raucher einfach so unterstellen er würde jemanden mit Absicht schädigen. Da herrscht eher eine große unachtsamkeit würde ich sagen.
    Was das Megaphon angeht: Ich könnte ein Wort hineinrufen und wer es nicht hören will kann sie die Ohren zu halten. Allerdings müsste ich davor erstmal mit einem Schild rumgehen und darüber Informieren dass man sich die Ohren zu hält. Davor allerdings braucht es eine Meldung im Radio, dass jeder der das Schild nicht sehen will doch die Augen zu mache smilie

    2. Wenn ich mich über Auto(abgase) aufregen würde, müsste ich mich über mein ganzes Leben aufregen, insofern ich nicht völlig abgekapselt lebe und Nahrung, ect. selber anbaue. Wenn ich mich über Zigaretten aufrege, muss ich nicht gleichzeitig mein ganzes Leben verändern. Es geht bei dem Vergleich um den Geruch. Es gibt ja Raucher die mögen den selber nicht, andere die bemerken den unterschied wohl garnichtmehr.

    3. Hab ich nichts dazu zu sagen, das finde ich gut von dir!

    @Raucheschutzgesetze/Politik: Es ist nicht so, als würden sich die Nichtraucher erst nach den neuen Gesetzen über die Raucher aufregen. Es ist vielmehr so, dass in einer Gemeinschaft wichtig ist, Rücksicht zu nehmen. Und anscheinend war und ist diese Rücksicht nicht gegeben, sonst wären diese Gesetze ja nicht notwendig gewesen.

    Ich glaube/hoffe nicht, dass es immer Raucher geben wird. Und ich denke dass ihr mir darin zustimmen werdet schließlich glaube ich nicht, dass ihr das anderen Menschen wünscht. Und deshalb wünsche ich mir, dass die “Anti-Raucher-Tendenz” weiter steigt ohne diskriminierend zu werden. Denn den Sinn den ich dahinter sehe, ist dass die Anzahl der (neuen) Raucher sinkt.

    So, teilweise Streift meine/unsere Argumentation hier schon ins kleinliche ab, deshalb beende ich das hier von meiner Seite, falls nicht anderst erwünscht.
    Überhaupt wäre mein Anliegen wohl eher als Essay in einer Zeitung richtig statt hier.

    lg

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    6. Dezember 2009

    Ich kann die Frau verstehen. Wer weiß wie oft ihr an diesem Tag schon der stinkende Tod ins Gesicht geweht ist.

    Ich bin neulich auch ausgerastet. Ich hasse nichts mehr, als wenn Leute direkt nach dem aussteigen aus der U-Bahn oder S-Bahn ihre scheiß Zigarette noch im Bahnhof anzünden und man dann hinter 3-4 Leuten hinterherläuft die einen vollstinken. Besonders auf Bahnhöfen kann man der Situation schlecht ausweichen.

    Jeder soll selbst wissen wie er sich umbringt, allerdings würde ich es bevorzugen, wenn das Rauchen in der Öffentlichkeit komplett verboten wird!

  • Antworten
    Thomas Autor
    6. Dezember 2009

    @Gilly: Vollkommen in Ordnung was Du schreibst… wäre es denn im Bahnhof gewesen.

    Aber “unter freiem Himmel” und ca. 400 m vor dem Bahnhof, auf einem ganz normalen Gehweg, der mit geschlossenen Räumen genauso viel zu tun hat wie Rinder mit Feldmäusen… sorry, dann helfen wirklich nur noch die Trennung der Straßenzüge: Links laufen die Nichtraucher und rechts die Raucher.

    Bleibt dann immer noch die Frage, ob jene Dame in ihrer 30-jährigen Rauchervergangenheit niemals jemanden überholt hatte während sie geraucht hat. Genau auch hier fängt gegenseitiges Verständnis an – eigentlich.