Wohl überlegt dürfte die Entscheidung nicht gewesen zu sein, im dreistelligen Milliardenbereich Finanzhilfen in Richtung Athen zu schicken. Finanzhilfen für ein Land dessen Regierung es sich so richtig hat gut gehen lassen – 14. Monatsgehalt, Zuschläge für im freien Arbeiten, Zusatzbonus für pünktliches Erscheinen, Freiflüge und dergleichen mehr. Und jetzt – aus die Maus – die Kassen sind leer, die Verschuldung gigantisch hoch, der Karren steckt nicht nur im Dreck, er ist bereits darin versunken.

Jetzt drehen die Helenen den Spieß um, Gehälter runter und Steuern rauf. Die Volksseele kocht. Während die einen nur auf Sonderzahlungen verzichten müssen, die zum Überleben zu keinem Zeitpunkt wichtig waren wird den anderen hinten herum noch ein wenig mehr abgezwackt.

Dass hierzulande ein gewisser Missmut gegenüber den Griechen entsteht ist doch ganz normal. Deutschland (Rente mit 67) soll Griechenland (Rente mit 50) unter die Arme greifen helfen weil die es selbst nicht mehr auf die Reihe bekommen und von Anfang an betrogen haben um überhaupt zur EU aufgenommen zu werden. Und dann wäre da noch der Artikel 125 des EU-Vertrages der besagt

Ein Mitgliedsstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten der Zentralregierungen der regionalen oder lokalen Gebietskörperschaften oder anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, sonstiger Einrichtungen des öffentlichen Rechts oder öffentlicher Unternehmen eines anderen Mitgliedsstaats und tritt nicht für derartige Verbindlichkeiten ein.

Und der immer wieder auftretende Hinweis auf Artikel 122 ist auch nur Augenwischerei und Ablenkungmanöver.

Ist ein Mitgliedstaat aufgrund von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen, die sich seiner Kontrolle entziehen, von Schwierigkeiten betroffen oder von gravierenden Schwierigkeiten ernstlich bedroht, so kann der Rat auf Vorschlag der Kommission beschließen, dem betreffenden Mitgliedstaat unter bestimmten Bedingungen einen finanziellen Beistand der Union zu gewähren.

Einen Betrug als „außergewöhnliches Ereignis“ darzustellen ist schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen. Eine Katastrophe ist das Desaster in Griechenland, das stimmt. Aber ganz bestimmt keine Katastrophe, die von Naturgewalten hervorgerufen oder ausgelöst wurde.

Hier werden also Kredite zugesagt, die eindeutig gegen geltendes EU-Recht verstoßen. Dass man in Berlin nicht sonderlich zimperlich ist wenn es um Rechtsverstöße zum eigenen Vorteil geht ist ja nichts wirklich neues. Aber hier… in dieser Angelegenheit sehe ich alles andere als einen Vorteil für Deutschland. Frau Merkel bezeichnet die Griechenlandhilfe als alternativlos. Ich bin gespannt wie Frau Merkel sich verhält wenn die nächsten Bankrottkandidaten an die Tür klopfen, Spanien, Portugal, Island und Italien. Gibts da auch alternativlose Hilfen? Ein Nein der EU wäre ja schlecht möglich oder gibts da wieder einen Sonderstatus?

Deutschland soll nur aufpassen, dass es mit lauter Hilfspaketen für skrupellose Banken und andere Länder sich nicht Szenen wie in Athen nach Berlin und andere Großstädte Deutschlands holt.

Die deutsche Volksseele kocht langsam aber stetig. Ein Überkochen will ich in diesen Zeiten nicht ausschließen, in denen immer mehr am eigenen Volk gespart und gerupft und das Geld ins Ausland geschafft wird. „Zum Wohle des deutschen Volkes“ bekunden Politiker bei ihrer Vereidigung ihr Tun in die Kameras. Was man auch immer unter dem Wohle verstehen mag.