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Aufgewärmtes

Ein Thema das wohl niemals erkalten wird ist das Rauchen oder besser gesagt das Meckern darüber. Jahrzehnte lang konnten Raucher und Nichtraucher mehr oder weniger friedlich nebeneinander her leben. So lange bis Deutschland den Nichtraucherschutz aufgriff, ein Gesetz schmiedete und somit einen wahren Brandherd schuf. Brandherd deswegen, weil dieses Nichtraucherschutzgesetz erst richtig Zündstoff brachte, nicht zuletzt deswegen weil die Auslegung mehr als konfus ist.

Raucherclubs e.V. wurden geschaffen und wieder geschlossen, Raucherkabinen installiert und wieder demontiert, Aschenbecher weggesperrt und wieder hervor geholt, die Gesetzeszügel straff gezogen und wieder gelockert. Ein Auf und Ab, ein Hin und Her das man wirklich nicht verstehen musste. Was in Hessen verboten war ist in Niedersachsen wieder erlaubt gewesen und in Schleswig-Holstein komplett anders geregelt worden (die Reihenfolge soll nur ein Beispiel sein).

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Und trotz gesetzlicher (Mass-)Regelungen sind die Streitigkeiten nicht beigelegt, werden sie wohl auch niemals sein. Jetzt dampft der Raucher seine Fluppe schon im Biergarten, also im Freien – schwupps regt sich der Nachbar auf weil er essen möchte. Also sorry Leute, irgendwo hat der Spaß auch sein Ende oder sollte es zumindest haben. Drinnen darf ich nicht rauchen… ist ja ok… jetzt bin ich draußen und da soll ich jetzt darauf achten das Rauchen erst anzufangen, wenn alle aufgegessen haben? Also morgens gegen 2:45 Uhr oder erst wieder im Winter, wenn die nichtrauchenden Frostbeulen drinnen um den Kamin sitzen? Ich nenne das schon fast wieder militant.

Der Nichtraucherschutz mir wird ein bisschen zu hoch gehängt. Rücksichtnahme sollte selbstverständlich sein (Ausnahmen gibt es immer und überall, auch bei Nichtrauchern in anderen Dingen), aber diese Forderung nach Rücksicht geht mir für meinen Geschmack zu weit.

Gerade bei manchen Müttern mit Kleinkindern kann ich das Gegeifere wegen Zigarettenrauch nicht verstehen, schieben sie ihre Buggys doch nahezu in Auspuffhöhe über die Gehsteige entlang des fließenden Verkehrs und drinnen sitzt das eigene Kind. Ist das gesund? Ja ich weiß…. das ist etwas   g a a a n z   anderes :cool: .

Da wäre doch die gesetzliche Vorgabe eine Möglichkeit, dass Autos nur noch ausschließlich in Tunnelröhren unterwegs sein dürfen. Die haben wir zwar nicht… dann bauen wir sie halt… Geld spielt doch keine Rolle. Hauptsache es laufen dann nur noch gesunde und nichtbelästigte Menschen durch unsere Straßen. Denn andere Umweltbelastungen oder Gesundheitgefährdungen als wie sie von Rauchern ausgehen gibt es ja sowieso nicht. Es wäre die perfekte heile Welt. Ob das allerdings der Staat möchte? Denn jeder der vor seinem Renteneintritt stirbt (warum auch immer) spart Gelder. Würde man natürlich niemals zugeben .wink: .

Liebe Nichtraucher. Ich verurteile Euch auch zu nichts, was ihr auch immer so Grauzonenverdächtiges treiben mögt. Darum schert nicht alle Raucher über einen Kamm und lasst ihnen auch noch einen kleinen Freiraum und wenns im Sommer der Biergarten ist. Der andere Weg wäre, dass wir Deutschland mit noch mehr Gesetzen zupflastern… aber glaubt mir, es wird auch eins kommen das den Nichtrauchern sauer aufstösst. Nur das gönne ich Euch dann auch von ganzem Herzen!

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Bei Teddykrieger bin ich über eine Diskussion gestolpert die das ewigliche Köcheln dieser Thematik deutlich aufzeigt und mich als Raucher dazu animiert hat auch meinen Senf dazuzugeben – man möge es mir nachsehen – ich konnte es nicht lassen. Und jetzt zünd ich mir erst mal eine an….. :grin: .

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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9 Kommentare

  1. Bravo – manchmal sind weniger Gesetze mehr und ein Aufruf an die Gesellschaft, mehr und intensiver miteinander zu reden und sich in Andere hineinzudenken.

    • @ollerOsel: Weniger ist oft mehr – vielleicht ein etwas abgedroschener Spruch, aber alles andere als nur so dahin gesagt! Im Land der Verwaltungsvorschriften bleibt das wohl eher ein Wunschtraum.

      @Kay: Danke. Ich vermute mal mit meiner Meinung nicht alleine dazustehen, nur in Deutschland schweigt man sich lieber aus und schimpft im dunklen Kämmerlein. Ich nenne Dinge eben gerne beim Namen :wink: .

  2. Sehr schön geschrieben. Ich kann Dir nur zustimmen. :|

  3. Da möchte ich doch auch noch mal die Sichtweise eines (gerne auch militanten) Nichtrauchers danebenstellen. ;-)

    „Jahrzehnte lang konnten Raucher und Nichtraucher mehr oder weniger friedlich nebeneinander her leben.“ schreibst Du. Was in der Realität wohl eher daraus bestand, dass Nichtrauer eben damit leben mussten vollgequalmt zu werden. Rücksichtsvolle Raucher gibt es auch, aber ich würde kein Geld drauf wetten, dass sie in der Überzahl sind.

    Als Nichtraucher hatte man dann halt das Nachsehen, wenn man über seinen Aufenthaltsort gerade nicht so ganz die Wahl hatte, z.B. im Zug oder im Restaurant. Da hatte man dann halt verloren. Die völlig witzlose Trennung von Raucher- und Nichtrauer-Abteilen in ICEs sorgte z.B. regelmäßig für viel Freude bei mir, wenn ich mir einen Nichtraucherplatz reserviert hatte und sich dann rausstellte, dass der drei Reihen von dem per halber Glasscheibe (sprich: gar nicht) abgetrennten Rauchabteil entfernt lag. Und Essen gehen macht seit ein paar Jahren auch wieder viel mehr Spaß, seit man nicht mehr vom Nebentisch zugequalmt wird. :-)

    Dass die Gesetzeslage in Deutschland mal wieder kompliziert ist, ist Schade. Ist das tatsächlich Ländersache? Das macht IMHO nicht viel Sinn, könnte man genauso gut bundesweit regeln und gut. Ich lebe derzeit übrigens in Großbritannien, wo Rauchen generell auch verboten ist in öffentlichen Gebäuden, Verkehrsmitteln und Restaurants / Pubs. Die Innenstadt hat sich trotzdem noch nicht in eine Geisterstadt verwandelt…

    • @Johannes: Willkommen bei Nicht spurlos. Bei meinem Standpunkt mit dem „friedlichen Nebeneinander her“ bleibe ich weiterhin. Was sich verändert oder vielmehr die ganze Angelegenheit verschärft (oder besser vergiftet) hat ist in meinen Augen der gesetzliche Regelungswahn. Denn bisher hat man miteinander geredet, heute schreibt man Knöllchen oder zieht vor den Kadi. Ob das besser ist… ich lass es mal dahingestellt.

      In Zügen, Bahnhöfen und Restaurants ist doch Ruhe mit dem Rauchen. Sollte man meinen das dies reicht. Nein, jetzt weitet man das Gezedere auch z.B. aufs Freigelände (Biergärten) aus. In meinen Augen geht das klar in Richtung Schikane und einem gesteigerten Durchsetzungswillen von militanten Nichtrauchern. Militant deswegen, weil ich auch viele andere Nichtraucher kenne, von denen durchaus Verständnis für Raucher ausgeht. Nicht nur selten sind ehemalige Raucher die aller schlimmsten, motzenden Nichtraucher.

      Die „Ländersache“ betreffend. Heute ist es bundeseinheitlich geregelt… so viel ich weiß. Dem war ja nicht immer so. Nur eine solche unterschiedliche Suppenküche macht mir ganz klar deutlich, der Staat regelt etwas (oder will es regeln) von dem er sich selber gar nicht bewusst ist was genau Sache ist. 1 Land und zig verschiedene Ansätze – einfach nur Humbug.

      Vergleich mit England, den USA usw. lasse ich kategorisch nicht gelten. Wenn Nichtraucher sich in anderen Ländern jene Gesetzestexte raussuchen, die ihnen besonders gut schmecken und diese dann in Diskussionen anführen nur um Argumente zu haben – sorry, kann ich nicht verstehen. In den USA gibts auch die Todesstrafe…. holen wir die auch gleich „rüber“? Ich meine damit jetzt nicht Dich persönlich, sondern stelle dies nur als Beispiel in den Raum, wie es oftmals aussieht.

      Und einen Punkt möchte ich noch anführen, denn da weichen Nichtraucher sehr oft aus und wissen nichts dazu zu sagen. Verbieten wir das Rauchen in Deutschland doch gleich ganz – Punkt. Ohne Ausnahmen und dergleichen. Glaubt ihr Nichtraucher denn wirklich, dass der deutsche Staat auf unendlich viele Millionen Tabaksteuer einfach so verzichtet? Ja? Seid froh, dass es Raucher gibt. Denn Berlin liese sich ratzfatz ein oder zwei neue Abgaben einfallen, die dann aber alle betreffen, Raucher und Nichtraucher gemeinsam.

  4. Da gee ich Thomas schon Recht, mit etwas mehr Toleranz und Rücksichtnahme liesse sich vieles einfacher gesalten. Z. B. ein drittel Wagen bei der Bahn am Anfang oder am Ende des Zuges, ausgestattet, mit Geträneautomaten würde nicht nur der Bahn zusaetzliche Umsätze bescheren, es würde auch keinen stören, wenn der Fahrgast in regelmässigen Abstaenden seiner Sucht fröhnt.

    Und fragt mann Gastronomen, dann pfeiffen die doch auf die gesünder lebenden Nichtraucher, denn die Bierruden nach dem Essen fallen weg, man denke dabei nur an die vielen Kegelabende. Auch der Ausspruch „lass uns mal einen Kaffee trinken und in Ruhe eine Rauchen“ hat so nicht mehr viel Bestand und schon einige Cafebesitzer in Existenzängste getrieben.

    Insgesamt hätte ich mir bei diesem Theme deutlich mehr Feingefühl bei diesen Gesetzen gewünscht.

    PS ich rauche seit 20 Tagen nicht mehr.

    • @Aquii: Schön wenn Du dem Laster seit 20 Tagen erfolgreich entkommen bist. Trotzdem hast Du als „Nichtraucher“ den Blick für das Wesentliche nicht verloren, das bestätigt ich in meiner Meinung – nicht alle Nichtraucher sind militant.

      Das Beispiel für die Bahn finde ich sinnvoll, kundenfreundlich und wie Du schon schriebst…. umsatzsteigernd. Umsetzen lässt das wahrscheinlich nicht, leider nicht. Deine Beispiele in Sachen Gastronomie treffen es genau auf den Punkt. Doch damit kann man bei den „speziellen Nichtrauchern“ nicht kommen. Deren Argumentation läuft in eine andere Richtung. Feingefühl, Miteinander reden… in der heutigen Gesellschaft fast ein Unding. Und die Gesetze tun ihr übriges dazu.

  5. Aaalso… ich finde das Gespräch etwas zu plakativ. Hier wird im Konsens erzählt, dass Nichtraucher einfach das Gespräch mit Rauchern suchen sollten, wenn mal etwas nicht stimmt. Das mag für den (seltenen) Fall, dass man es mit rücksichtsvollen Rauchern zu tun hat, zustimmen.
    Leider erlebte ich bisher immer genau eine gegengesetzte Haltung. Mit einem blöden Grinsen oder einem abfälligen Kommentar wird munter weiter geraucht – diesmal natürlich zufällig in genau meine Richtung. Ich möge doch weggehen, wenn es mich stört – ihn störe es nicht wenn ich esse.
    Das dies ein dummer Kommentar bar jeder sozialen Logik ist, brauche ich (hoffentlich) nicht näher auszuführen.
    Ich sehe es so, dass das „miteinander Reden“ schlichtweg aufgrund mangelnder Sozialität versagt hat. Was bleibt also übrig? Da ich als geschädigter kein Einzelfall bin, muss man ja irgendein Gesetz aufstellen, damit die Opfer wenigstens eine Rechtsgrundlage haben, um sich zu wehren. Bis dato konnte jeder Wirt sagen „da kann man nichts gegen machen“. Ein Raucherbereich im Restaurant ist eben wie ein Pissbereich im Pool – einfach sinnlos.
    Das Raucher mit ihrem Qualm nicht nur andere extrem nerven, das Essen vernichten und für Ungemach sorgen sondern auch noch massiv die Gesundheit der sie umgebenden Mitmenschen gefährden ist keine Lappalie oder ein „notwendiges Übel“.
    Ein weiterer Grund für ein solches Gesetz ist ja schließlich auch das absichtlich erzeugte Ungemach für die Raucher, die sich aktuell auch selber im massivsten Schaden und Geld verschwenden. Solchen Leuten muss geholfen werden – da ein totales Rauchverbot zu radikal wäre, versucht man eben „sanft“ den Rauchern ihre Fehler vor Augen zu führen. Vielleicht findet sich ja irgendwann eines dieser Wesen ein, die das Rauchen dann aus Bequemlichkeit öfter mal sein lassen und erkennen, dass sie ihr Leben bisher partiell einfach nur weggeschmissen haben.

    Warum sollte man auch freiwillig Geld, Gesundheit, Geschmacksvermögen , sexuelles Leistungsvermögen und einen halbwegs erträglichen Lebensabend durch Qualm ersetzen wollen, der den Menschen auf längere Zeit unfähig macht, mit Stresssituationen zurecht zu kommen? (Hmm… vielleicht sind deswegen so viele Raucher so gereizt…)

    Meinetwegen können Raucher dann rauchen, wenn es Raucherzonen gibt, in denen sie sich zuqualmen und niemanden damit belästigen. Wichtig ist, dass sie sich auch daran halten. Das angesprochene Beispiel mit den Bahnhöfen ist witzlos. Wer im Raum FFM mal in den U-Bahnhöfen war, sieht immer noch die Suchtkrüppel herumstehen, damit diese anschließend den Bahnhof beschmutzen können.

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