Anlässe um jemanden Glückwünsche zu übermitteln gibt es viele. Angefangen von der Taufe über Hochzeiten und Geburtstag bis hin zur Übermittlung von Beileidsbezeugungen. Nicht immer ist es möglich dies mittels persönlichem Auftreten zu tun. Um dem Empfänger eine besondere Note der Freundlichkeit zukommen zu lassen bietet sich hier nichts besser an als eine herkömmliche und vielleicht altmodisch anmutende Post- oder Klappkarte mit einer handschriftlichen Widmung. Bis hier hin ist es jedenfalls die sogenannte „alte Schule“ die aus mir spricht. Nicht erst seit gestern spielt diese Vorgehensweise nur noch eine untergeordnete um nicht zu sagen unbedeutende Rolle im zwischenmenschlichen Austausch derartiger Freundlichkeiten.

Digitale Freundlichkeit neigt stark zur Unpersönlichkeit

Eine ausgefeilte Technik und die immer extremer werdende Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft haben uns am Ende zu dieser automatisierten, ja sogar teils unpersönlich wirkenden Freundlichkeit geführt. Grüße und auch Geschenke schon Wochen und Monate im Voraus „in Auftrag zu geben“, welche dann exakt am entscheidenden Tag den Empfänger erreichen sind dank entsprechender Dienstleister heute kein Problem mehr. Sei es der Geburtstag, der Muttertag, Weihnachten oder sonst ein vorausplanbares Ereignis, nichts ist unmöglich. Ob der Absender allerdings dann am Tag des Ereignisses tatsächlich an den „Gegrüßten und/oder Beschenkten“ denkt kann man bestenfalls nur hoffen.

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Einen besonders faden Beigeschmack erhält das Ganze, wenn sich ein Absender – abgesehen von diesem digitalen Gruß – das ganze restliche Jahr „nie meldet“. So auf jeden Fall mein ganz persönliches Empfinden. Freundlichkeit 3.0 – und das womöglich auch noch auf der Basis „weil man es immer schon gemacht hat“. Soll man so geartete Grüße wirklich ernst nehmen was ihre Aufrichtigkeit betrifft? Ich bin ehrlich, ich habe da meine Probleme damit.

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Freundlichkeit per Glückwunschkarte hat ausgedient

Das digitale Zeitalter hat sehr vieles mit sich gebracht und es hat noch mehr im Vergleich zu einst verändert. Leider, wie das eben immer so ist, gehen diese Veränderungen nicht nur hin zum Guten.

Früher schrieb man noch Postkarten oder Briefe zu besonderen Anlässen, im 21. Jahrhundert hat diese Methode der Beglückwünschung nahezu komplett ausgedient. Die Freundlichkeit der Menschen wird heute via sozialer Medien in Form von diversen Messengerdiensten übertragen, bestenfalls erreicht den Empfänger noch eine E-Mail. Letzteres hat zumindest noch ein Stück weit den Anschein, dass sich der Absender ein paar Gedanken gemacht hat. Ich möchte nicht generell den Eindruck erwecken, als wären digitale Grüße bedeutend weniger wert als der Gruß auf Papier oder Pappe. Die Ausgestaltung eines Grußes macht es wie ich finde.

Einziger kleiner Lichtblick, das Versenden von Postkarten ist auch 2020 noch nicht komplett aus der Mode gekommen. Das Volumen des Postkartenaufkommens ist ganz sicher erheblich zurück gegangen, komplett ausgestorben ist sie allerdings (noch) nicht. Dafür sorgen am Ende auch Projekte wie beispielsweise das Postcrossing. Und ich finde, dass in dieser verrückten Zeit von Mailings aller möglichen Art eine Postkarte immer noch etwas Schönes ist, oder?

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