Auf dem letzten Drücker, aber trotzdem noch schnell meine Sichtweise zum Wort Heimat. Hätte ich bei Julia nicht davon gelesen, wäre ich auch nicht auf die Aktion von Roman gestoßen zu der ich auch das eine oder andere sagen kann bzw. möchte.

Heimat ist ein dehnbarer Begriff für mich. Heimat ist für mich überall dort wo ich zuhause bin bzw. mich zuhause fühle. Viele die ich kenne legen Heimat damit aus, dass diese dort sei, wo auch die berühmte Wiege stand. Dieser Sichtweise kann ich so absolut nichts abgewinnen. Mein Geburtsort ist Augsburg und mit dieser Stadt stehe und stand ich immer schon auf Kriegsfuß.

Heute wohne und lebe ich in Hamburg, also am ganz anderen Ende von Deutschland und muss sagen, dass ich diesen Schritt schon viel früher hätte tun sollen. Hier bekommt der Begriff Heimat eine für mich komplett neue Bedeutung und ich behaupte erstmals in meinem Leben, dass ich mich „richtig zuhause“ fühle. Auch die Nähe zur See hatte mich seit je her schon immer fasziniert.

Als meine Heimat könnte ich im Prinzip viele Orte der Welt bezeichnen. Voraussetzung ist immer, dass ich mich einerseits mit dem jeweiligen Ort identifizieren kann und andererseits dass es für mich persönliche Gründe gibt dort zu leben bzw. leben zu wollen. Diese meine Flexibilität (deswegen viele Ort der Welt) stützt sich darauf, dass Heimweh für mich ein absolutes Fremdwort ist. Entfernungen sind mir egal und die Redewendung „so weit weg“ hatte mich noch nie wirklich interessiert.

Freundschaften lassen sich, wenn es wirkliche Freundschaften sind, auch über große Entfernungen hinweg pflegen, die moderne Kommunikation bietet hier viele Wege. Die Verbindung ins Elternhaus klappt von jedem Ort aus, wenn man dies möchte. Dank Telefonflatrate nutze ich das auch kräftig aus. Und wenn die Bahn mal nicht streikt, steht auch einem Kurztrip an die Stätte der Wurzeln nichts entgegen.

Die Fragestellung „welche Werte verbindest Du mit Heimat“ kann ich nicht so ganz direkt beantworten da dies sehr ortsbezogen ist. Ein für mich wichtiger Wert ist sicherlich die Mentalität der Leute, die regional sehr unterschiedlich ausfällt, ganz zu schweigen von anderen Ländern und mit der man zu recht kommen sollte.

Wer noch niemals über den Tellerrand seiner „Heimatstadt“ hinausgeblickt hat, findet bestimmt sehr viele Werte, weil er/sie ja auch nur einen Ort „bewerten“ muss/kann. Und mit über den Tellerrand blicken meine ich jetzt keine Städtetrips. Denn die Werte als Tourist sind komplett andere als jene die sich bieten wenn man dort letztlich lebt.

Bei der Heimat ist es wie mit einer Ehe (behaupte ich mal). Mancher findet sie auf Anhieb, der andere braucht dafür etwas länger. Doch wenn er sie einmal wirklich gefunden hat, geht er von ihr nicht mehr weg. Als weitbereister Mensch traue ich mich das behaupten, weil ich sehr oft und sehr weit über den besagten Tellerrand geblickt habe!

Ob sich jemand mit meiner Auslegung des Wortes Heimat anfreunden kann weiß ich nicht. Aber das ist ja auch nicht Voraussetzung für diesen Beitrag, den ich einfach aus dem Bauch heraus getippt habe, gesteuert von meinen Gefühlen für „meine Heimat“! ;-)