Trackingtools gibt es einige auf dem Markt und eingesetzt werden sie auf nahezu allen Internetseiten. Die Spitzfindigkeit von Datenschützern sorgt jetzt wieder für neuen Zündstoff. Der Verwendung von Google Analytics und ähnlichen Tools wird abgeraten, da es einen Verstoß gegen das Telemediengesetz (TMG) darstellt. Der Hinweis alleine, dass ein entsprechende Tool eingesetzt wird reicht nicht aus, weil dies keine Zustimmung der Besucher voraussetzt.

Alles schön und gut. Die Ableitung von Personenbeziehbarkeit aus einer IP-Adresse als eine der Begründungen halte ich persönlich schlichtweg für hanebüchen. Nehmen wir mal meine IP-Adresse, die sich ja auch bei jeder erneuten Einwahl ins Internet ändert. Welchen Bezug soll diese IP nun auf meine Person herstellen?

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Alice-DSL verwenden in Hamburg viele Internetnutzer, und bei rund 1,8 Mio. Einwohnern in Hamburg soll diese IP (siehe Screenshot) nun eindeutig auf mich zeigen? Nicht wirklich…

Komplett anders sieht es doch bei der Impressumspflicht aus, da braucht es erst gar kein Tool, alle Angaben stehen im Klartext da und können um ein vielfaches leichter missbraucht werden. Haben die Herren Datenschützer daran auch schon mal einen Gedanken verschwendet? Jede de-Domain kann beispielsweise via Denic eindeutig einer Person zugeordnet werden.

ip adresseDie Thematik Datenschutz wird immer ein heißes Eisen bleiben und für ausreichend Gesprächsstoff sorgen. Aus Sorge um eine neuerliche Abmahnwelle haben auch viele Blogger bereits darüber berichtet, einschlägige Statistiktools zu deaktivieren, was auch im allgemeinen jedem geraten wird. Theoretisch sollen auch von den Aufsichtbehörden Bussgelder gegen betroffene Webseiten verhängt werden können. Zunächst will man dort allerdings schriftlichen Kontakt mit den Seitenbetreibern aufnehmen und auf die Abschaltungen „drängen“.

Während man hier wieder mit Kanonen auf Spatzen schießt treiben auf der „dunklen Seite“ der Kommunkationswelt unzählig andere Firmen ihr Unwesen und zocken Gelder ab. 0900-Rufnummern werden auf dubioseste Weise beworben um an unser Bestes zu gelangen, unser Geld. Adressen werden zentnerweise verhöckert um damit eine Belästigungskampagne nach der anderen zu starten. Gesetze hiergegen entweder nicht oder nur unzureichend vorhanden bzw. wegen Tricks der Firmen (z.B. Sitz in Österreich) nicht anwendbar.

Nur der kleine Blogger, der einfach nur ein bisschen Statistik haben möchte um zu sehen wie sein Blog „da draußen“ ankommt, der wird dann abgemahnt, weil er jaaaa soviel Missbrauch treibt. Nachvollziehen können muss man das wirklich nicht. Schönen Nikolaustag noch!

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via Fischkopp

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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5 Kommentare
  1. Wolf sagte:

    Google Analytics habe und werde ich nicht einsetzen. Egal in welcher Form die Software vorliegt. Da kommt vermutlich mein gesundes Misstrauen gegenüber Google und anderen Anbietern von externen Tracking Tools zum Tragen. Wenn ich wissen will, wer bei mir ein und aus geht, dann nutze ich die Logdaten des Servers und die werden von All-Inkl bereitgestellt. Da ich keinen Einfluss auf All-Inkl habe, kann ich auch nicht beeinflussen ob und in welcher Form die die Ip-Adresse speichern. Insofern lehne ich mich ruhig zurück und warte ab bis der Sturm im Wasserglas vorüber ist.

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  2. Thomas sagte:

    „Interne Tools“ finden bei mir auch den Vorzug. Was man selbst in der Hand hat…

    Ganz auf irgendwelche Auswertungen zu verzichten fände ich doof. Hierbei interessieren mich keine näheren oder persönlichen Details zum Besucher. Was an der verwendeten Bildschirmauflösung, des Betriebssystems und ob Java (de-)aktiviert ist gegen den Datenschutz verstoßen soll kann ich wirklich nicht erkennen.

    Wie sich der Sturm im Wasserglas entwickelt bleibt abzuwarten.

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  3. Thomas sagte:

    @Fischkopp: Danke… ist aber doch auch wahr.

    @SuMu: Es gibt einige zufriedenstellende Tools neben Google. PIWIK zählt sicherlich mit dazu. Aber alle diese Tools erfassen „Persönlichkeitsdaten“ wie die Herrschaften das nannten. Somit, sollte da ein Urteilsspruch erfolgen, würde auch PIWIK in den denkwürdigen Bereich gerückt werden.

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