Die sozialen Netzwerke – immer wieder dienen sie bei brandaktuellen Themen weniger der Information als vielmehr einem beispiellosen Durcheinander von Meinungen bei dem der Nutzer am Ende oft weniger weiß als zu beginn seiner Suche.

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Der Webmaster-Friday nennt hier als Beispiel die momentan laufende Sexismus-Debatte und dem dazu verwendeten Hashtag #aufschrei. Ein Thema und eine Frage wird hier angegangen und was kommt unter dem Strich raus?

Ein Datenwust von meinungsbildenden Aussagen, noch viel mehr offene Fragen von denen ich mir nun selber aussuchen kann was richtig oder falsch bzw. gut oder schlecht ist.Dass sich hierunter auch provokante Fragen mischen die gänzlich unnötige Diskussionen aufwerfen und vom eigentlichen Thema meilenweit abschweifen ist zwangsläufig. Nicht selten werden dabei Diskussionsteilnehmer wegen einer Aussage regelrecht „an der Marderpfahl“ gestellt und heftigst angegangen.

Auf den Punkt gebracht, in den sozialen Netzwerken kann je nach Diskussionsumfang jegliches Konzept verloren gehen. Die Debatte um den „#aufschrei“ ist hier nur eines von vielen Beispielen bei denen es letztlich nach dem gleichen chaotischen Schema abläuft. Was bringen uns solche Diskussionsmuster?

Soziale Netzwerke dezentralisieren Meinungsbildung

GesprächeGewinnbringende Diskussionen sind für mich jene, bei denen am Ende zwar sicherlich zahlreiche Meinungen auf dem Tisch liegen aber trotzdem ein gemeinsamer Konsens gefunden wurde. Alle unter einen Hut bringen wird je nach Thema nicht gelingen, das muss es auch nicht. Schließlich ticken wir alle anders und beurteilen diverse Vorgänge anders. Das kann auf Grund von Erfahrungen sein oder ganz einfach an einer „abstrakteren“ Denkweise liegen.

Soziale Netzwerke sind zu unübersichtlich angelegt als dass es möglich wäre nach einiger Zeit noch eine klare Linie zu erkennen. Wer nicht exakt von Anfang an der Diskussion angeschlossen war sieht nicht worum es ursprünglich ging.

Jeder abgegebene Kommentar ist nichts anderes als ein „Leserbrief“ zum geschriebenen Artikel. Einen echten Artikel gibt es in den sozialen Netzwerken nicht, dort basiert sehr viel auf einer Kurzmitteilung die kreuz und quer geteilt bzw. ergänzt oder auch verändert wird. Zu jeder Teilung gesellen sich die unterschiedlichsten Kommentare von denen wiederum nicht jeder erfährt weil er kein Fan, Follower oder was auch immer ist.

Das ist ein wenig so, als würde eine Podiumsdiskussion zum ein und selben Thema an zig verschiedenen Orten stattfinden und nicht jeder davon weiß. Hier darf man sicher viel erwarten, nur eine klare Aussage nicht.

Blogs sind im Vorteil bei Diskussionen

Heute würde ich die Frage aus 2011 – ob soziale Netzwerke für die Bloggerwelt schädlich sind – eher mit einem Hang zum „Ja“ beantworten wobei „schädlich“ jetzt nicht zu wörtlich genommen werden darf. Soziale Netzwerke sind wichtig und gehören mit zur Bloggerwelt dazu. Neue Artikel verteilen und somit die eigene Sichtweise auf die Dinge unters Volk streuen, so sehe ich die sozialen Netzwerken. Der eindeutige Vorteil dabei, der Leser kann meinen Link anklicken und den Artikel lesen und dann immer noch entscheiden ob er sich dazu äußert oder eher nicht.

Es lässt sich auch innerhalb von Blogs nicht ausschließen, dass eine Disksussion „etwas abschweift“. Trotzdem ist hier der Ausgangspunkt klar dargestellt und die Diskussion stellt eine Art roten Faden dar. Einen Faden den ich nicht nur zeitweise innerhalb von sozialen Netzwerken vermisse.

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Der Zusammenwurf aller Ansichten zu einer Thematik egal welcher Art in einen Topf in den dann wiederum noch mehr Leute ihre Pro und Contra werfen was zu noch ausgedehnteren Schreibereien (Streitereien) führt kann und darf nicht das Ziel sein. Abgesehen davon, viel zu schnell sind Diskussionen in der Flut der Meldungen eines sozialen Netzwerkes untergegangen. Nachhaltigkeit ist für Meldungen in diesen Netzwerken wohl ein Fremdwort.