Zwei nachdenklich stimmende Beiträge in meinem Feedreader haben mich veranlasst, mich in das Thema Computersucht einzuklinken. Computersucht oder auch als Computerspielesucht bekannt ist soweit verbreitet, dass kaum eine andere Sucht derartig hohe Dunkelziffern besitzt. In den USA hatte man schon bereits 2007 überlegt, die Computerspielesucht in den Katalog klassischer Suchterkrankungen wie Alkoholismus und Drogensucht aufzunehmen und als psychische Störung auszuweisen. Anfang diesen Jahres wurde in Deutschland die erste Ambulanz für Computersucht in Mainz eröffnet.

Die Ärtze und Therapeuten unterscheiden dabei nicht großartig zwischen Onlinespielen, Rollenspielen, dem Chatten oder gar dem Bloggen. Wer täglich ein gewisses Maß an Zeit vor dem PC verbringt bzw. überschreitet ist gefährdet in die Computersucht abzurutschen oder befindet sich schlimmstenfalls bereits mitten drin. Spätestens dann, wenn man selbst feststellen muss, dass die eigene Familie leidet, zurückstehen muss und vernachlässigt wird, ist es höchste Zeit zur Umkehr. Luigi ist dieser erste Schritt in eine Umkehr gelungen.

Auch Hartmut kann auf eine im Nachhinein erschreckende Bilanz zurückblicken, die er in seinem Beitrag Computer-Beziehungen zusammengefasst hat. Eine Bilanz von einem Leben vor Kiste und dem Absturz in die Depression. Soweit muss es nicht kommen, soweit darf man es einfach nicht kommen lassen. Doch wo ist die Grenze, wo sollte sie gezogen werden?

Ob es sich beim Bloggen um eine neue Zivilisationskrankheit oder gar eine Flucht handelt wie Hartmut meint, ist schwer festzustellen. Manches deutet darauf hin aber nichts ist letztlich auch bewiesen.

Die gleiche Problematik mit einer Gefahr der Abhängigkeit spiegelt sich übrigens auch im Bereich der   Internet-Radios / Webradios und ihrer DJ’s wieder ohne dass großartig viel darüber berichtet wird. Alles was im privaten Bereich mit dem Internet zusammenhängt ist ein Hobby, das haben leider viele nicht verstanden und lassen sich davon abhängig machen. Es gibt auch noch ein Leben neben dem Internet – in der realen Welt.

Man muss jedoch auch diverenzieren und darf nicht jeden Internetnutzer als potentiell gefährdet ansehen nur weil er das Netz vielleicht intensiver nutzt als man selbst. Gerade für Menschen die krankheitsbedingt das Haus nicht verlassen können wie sie es gerne möchten stellt das Internet sowohl einen „Anschluss zur Außenwelt“ dar, wie auch einen vielleitigen Informationskanal zum gegenseitigen Austausch.

Die Grenze zwischen dem was gut oder schlecht ist, ein sehr schmaler Grad. Eine Selbstbeobachtung ist enorm wichtig. Wer Zweifel daran hat, auf welcher Seite des schmaler Grades er sich befindet, der kann auch einen Selbsttest durchführen um Licht ins eigene Dunkel zu bringen.

Ein gesundes Mittelmaß zwischen realem und digitalem Leben ist garantiert nicht schädlich wie ich meine. Wo dieses Maß anzusetzen ist gestaltet sich bei jedem Internetnutzer leider anders, was es für Außenstehende allerdings schwieriger macht Einfluß zu nehmen.