ketten

Wer im Internet surft ist nicht in alen Belangen sein eigener Chef. Zwar können wir alle frei entscheiden welche Seiten wir besuchen, welchen Browser wir dafür benutzen und wie wir diesen mit Add-Ons bestücken. An dieser Stelle hört die eigene „freie Entfaltung“ aber schon weitestgehend auf.

Alles was jetzt folgt sich Abhängigkeiten. Abhängigkeiten von Diensten die uns das Surfen im Netz erleichtern, Dienste mit denen wir automatisiert Informationen sammeln (z.B. Google-Reader) und und und. Diese Liste lässt sich noch weiter fortsetzen. Doch was ich damit sagen will ist – diese gewisse Art von Abhängigkeit kann relativ schnell ins Verderben führen. Und je zentralisierter wird die Dienste nutzen desto größer ist die Gefahr alles auf eien Schlag zu verlieren.

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Wie so ein Verlust ausehen kann und welche Folgen er hat schrieb Gilly kürzlich in einem Bericht über Google. Er schildert welches Ausmaß die Sperre eines Accounts bei Google für eine Bekannte von ihm hatte. Sein Artikel führt uns sehr deutlich vor Augen was aus einer zentralisierten Verwaltung unserer Daten wie Kalender, Dokumente, Apps, Spiele, Kommunikation usw. binnen Sekunden werden kann. Doch haben wir wirklich Alternativen um auf lauter unterschiedliche Anbieter auszuweichen?

Ich schaue mir mal Gillys Liste an und nehme nur die hier zum Einsatz kommenden Tools.

Beginnen wir mit Google Analytics. Eine Alternative dazu wäre zumindest ansatzweise Piwik. Doch dieses Statistiktool hat den großen Nachteil, dass die eigene Datenbank mit der Zeit massiv anschwillt und somit ausbremst. Eine Alternative also, mit der man leben kann (wenn man muss) aber die definitiv nicht so geschmeidig arbeitet wie das Produkt von Google.

Der Google Reader – ich hatte so einige Feedreader in Verwendung, sowohl online als auch als Programm auf dem PC selbst. Und ohne hier jetzt in die Details eines jeden Weges eintauchen zu wollen, kein Feedraeder bot mir einen so konstanten Service als der Google Reader. Sowohl in seiner Funktionalität aber auch von der Haptik her möchte ich diesen Feedreader nicht missen. Eine in Frage kommende Alternative? Leider Fehlanzeige.

Terminverwaltung – meine Termine verwalte ich direkt am Computer mit Outlook. Doch den Terminkalender nur am heimischen Schreibtisch parat zu haben reicht nicht aus, der mobilen Welt sei Dank. So werden meine Termine über den Google Kalender mit dem Smartphone und umgekehrt synchronisiert. Auch hier mangelt es mit Alternativen wenn man nicht unbedingt auf den guten alten Terminplaner umsteigen möchte.

Google Adsense – die Möglichkeit ein paar Werbeeinnahmen mit meinem Blog zu erzeugen finde ich sehr schön. Nicht zuletzt deswegen weil damit mein Managed Server refinanziert wird und sich selbst trägt. Zwar gibt es für Adsense durchaus Ausweichmöglichkeiten, doch diese – so zeigen es jedenfalls meine anderen Projekte – sind nicht wirklich konkurrenzfähig. Hier mag es sicher auch andere Erafhrungen geben, das möchte ich nicht bezweifeln.

Google+ – zwar ist dieses netzwerk (noch) nicht so erfolgreich wie Facebook, doch missen würde ich es auch nicht mögen. Alternativ dazu wie erwähnt Facebook. Da ich Facebook aber sowieso nutze stellt es keinen Ersatz als solches dar. Mit Google+ würde in jedem Fall ein „soziales Standbein“ wegbrechen.

Fazit – Alternativen nutzen ist leicht gesagt

Ganz so einfach wie es im Sprichwort „jeder ist ersetzbar“ dargestellt wird ist es in der Netzwelt nicht. Zwar gibt es für den einen oder anderen Dienst gewisse Ausweichmöglichkeiten, diese sind jedoch nur mit diversen Kompromissen nutzbar. An der zentralisierten Verwaltung von Terminen, Tool & Co. ist nur ein Grund wirklich in der Vordergrund zu rücken, unsere Bequemlichkeit. Ich bin ehrlich und sage, dass ich meine genutzten Google-Dienste nicht vermissen möchte.

Es ist einfach herrlich bequem mit einem Klick alles was man benötigt im Blick zu haben. Keine zig Passwörter die man sich merken muss und keine unterschiedlichen Oberflächen mit denen man sich anfreunden müsste. Wir sind es täglich so gewöhnt und haben es über lange Zeit hinweg schätzen gelernt. Nicht zuletzt sagt man auch, „never change a running system“.

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Lediglich wenn das System versagt, auf welche Art und Weise auch immer, dann wünschten wir uns unterschiedliche Anbieter…. aber eben nur dann.

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

*** Bildquelle: Wenn nicht anders angegeben, eigene Aufnahmen oder Bilder von Pixabay bzw. Pexels. ***
3 Kommentare
  1. Broken Spirits sagte:

    Hm, ich kann mir zwar vorstellen, daß dies ein Problem sein kann, aber ich frage mich, wie man es soweit kommen lassen kann?

    Googlemail: verwende ich nur, wenn ich große Dateien versenden will und meinen Webspace dafür ncht verwenden will (z.B. meine URL geht den Empfänger nichts an). Beruflich eine Mailadresse, die seit 12 Jahren unverändert ist. Private Mails laufen alle über meine Domain.

    Analytiks: naja, fängt man mit neuem Account wieder bei Null an. Macht nix.

    Google+: auch egal. Mir wichtige Sachen blogge ich, die würde ich eh nie auf nen Sozialen Netzwerk bunkern. Schon aufgrund der AGB. (wir hatten es hier ja kürzlich davon ;-) )

    Docs/ Dropbox und so Kram? Es gibt MS Office/ OpenOffice und wenn ich ein Dokument überall brauche: ich habe noch viel Platz auf meinem Webspace. Kann man über die htaccess auch paßwortschützen.

    Feedburner: läuft nur noch proforma mit. Einschränkungen wird es demnächst geben (gekürzt, keine Fotos usw…)

    Feedreader: ok, den nutze ich ausgiebigst. Aber auch hierfür gibt es Backups. Einmal im Monat reicht, so groß ist die Fluktuation nicht.

    Du siehst: ich wäre eher aufgeschmissen, wenn mein Webspace-Dealer pleite geht. Aber dafür gibt es Backups und Webspaceanbieter wie Sand am Meer. ;-)

    Aber nichtsdestotrotz finde ich die Diskussion gut: If you do not pay for a product, you are the product. Mein Hauptgrund, mich eher auf bezahlte Lösungen zu stürzen. ;-)

    Antworten
  2. Alex sagte:

    Würde mich Gott sei Dank nicht sooo hart treffen.
    Ich benutze zwar Google Mail und Docs, aber weder Analytics, noch den Reader, Adsense oder Kalender.
    Aber missen würde ich meinen Teil auch nur ungern.
    Man ist halt ein Gewohnheitstier und solange es klappt, klappt es halt! :D

    Antworten

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