Was haben manche notorischen Schwarzmaler doch vor Beginn der Weltmeisterschaft wieder einmal geunkt…. Deutschland kommt nicht weit…. dort ist es für unsere Jungs viel zu heiß…. Brasilien wird das Ding gewinnen…. und noch eine Vielzahl an derartigen Stammtischparolen mehr. Und jetzt?

Deutschland ist Fussball Weltmeister – und das nicht mit Glück sondern durch eine überragende Mannschaftsleistung die sich durch das gesamte Tunier gezogen hat. Klar gab es auch schwächere Momente, das gehört einfach mit dazu. Aber stets war der Kampfgeist unseres Teams so stark sich auch aus prenzligen Situationen selbst wieder heraus zu katapultieren. Mannschaftsleistung ist das Stichwort… und eben nicht die oft besagten Einzelleistungen!

Mit dem legendären 7:1-Sieg gegen Brasilien ging man auf die Zielgerade zum Weltmeistertitel. Gegen Brasilien gewinnen… warum nicht, das alleine ist noch nichts völlig ungewöhnliches. Aber im Halbfinale den Gastgeber derartig vom Platz zu fegen ist dann schon alles andere wie alltäglich. Dass die Celesao jedoch so sehr auseinander bricht hatte wahrscheinlich nicht nur ich für unmöglich gehalten.

Um so schöner war dieser Moment gewesen auch wenn ich um ehrlich zu sein ein wenig Mitleid mit den Anhängern von Brasilien gehabt hatte. Eine solche Niederlage einzustecken ist nicht einfach. Nicht vergessen darf man aber auch die Fairness des Publikums, sie fanden durchwegs anerkennende und lobende Wort zur Leistung der Deutschen  Nationalmannschaft.

Das Finale von Rio de Janeiro

Die Zeit zwischen dem 7:1 und dem Finaltag wollte nicht vergehen, alle fieberten jetzt nur noch diesem Tag entgegen. Und als dann feststand, dass Argentinien unser Gegner sein wird wurden bei mir Erinnerungen an 1990 wach – boah, schon 24 Jahre ist es her als ich zuletzt an einem Autocorso teilgenommen habe. Gut, so fit bin ich nun nicht mehr um soetwas durchzuziehen, aber das tut der Leidenschaft und dem Mitfiebern absolut keinen Abbruch.

Dass es gegen Argentinien nicht „so einfach“ werden würde wie gegen Brasilien war mir schon klar. Zweimal hintereinander trifft man nicht auf so schwache Mannschaften, in einem Finale ist das noch unwahrscheinlicher.

Und obwohl die Italiener schon längst ausgeschieden und nach Hause geflogen waren mischten sie indirekt noch im Fianle von Rio de Janeiro mit – in Gestalt des Schiedsrichters. Ich will hier nicht nachtreten, schließlich sind wir ja Sieger. Dessen Leistung müsste genau genommen zur lebenslangen Disqualifikation führen – sowas geht ja mal gar nicht. Und von Argentinien…. ja da konnte man von ausgehen, dass diese Kameraden hart spielen werden und so den Sieg erzwingen wollen.

Der Nervenkrieg über 90 Minuten, plus Verlängerung – unbeschreiblich diese Anspannung. Ich sah das Elfmeterschießen schon kommen. Doch dann kam die 113. Minute von Rio de Janeiro und Mario Götze. Die Minuten bis zum Schlusspfiff waren dann nochmal Stress pur, ich hätte mir sehr gut vorstellen können, dass ein Messi noch ne Flugstunde im Strafraum hinlegt.

Die 113. Minute von Maracana

Mit dem absolut genialen Treffer von Mario Götze, der noch im Fallen den Ball an Sergio Romero vorbei über die Linie gedrückt hatte und den noch verbleibenden 8 Minuten waren die Weichen für den Erfolg gestellt. Auich in der restlichen Zeit gab sich die Mannschaft keine Blöße und hielt deswegen vollkommen verdient den Pokal in Händen.

Den krönenden Abschluss bildete der tolle Empfang vor rund 400.000 Fans am Brandenburger Tor in Berlin. Die Ankunft in Berlin verzöherte sich zwar etwas durch einen Zwischenfall auf dem Flughafen von Rio de Janeiro, wo ein Gepäckwagen den Siegerflieger rammte. Einen wirklichen Abbruch der ganzen Fete und des Triumphes stellte dies jedoch nicht dar. Brasilien hatte dann den Pokal dadurch eben gut 2 Stunden länger im eigenen Land als ursprünglich vorgesehen. Geschenkt ;-)

Geniales Wetter, WM-Sieg und trotzdem pleite

Freibier oder Freischnaps wird ein Kneipenbesitzer aus München wohl so schnell nicht wieder versprechen. Das glorreiche 7:1 der Deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien hat ihm nämlich im wahrsten Sinne des Wort den Boden aus dem Fass geschlagen. 1400 Schnäpse musste er ausschenken ohne dafür auch nur einen Euro gesehen zu haben.

Ihm wird die Fussball-WM also in jedem Fall in Erinnerung bleiben, wenn auch nicht nur in guter Erinnerung. Dass eine Kneipe bei einem solchen Kantersieg des DFB anschließend pleite geht ist aber auch nicht unbedingt etwas alltägliches. Als Stammgast – so ehrlich will ich sein – würde ich trotzdem meine Zeche bezahlen. Denn was nützt ne Fussballkneipe die an einem Sieg pleite geht?

Und mit dem Titel in der Tasche…. mal ehrlich…. da kann man schon mal auf ein Freibier / Freischnaps verzichten.

Fazit

Es war eine tolle Weltmeisterschaft, vom Auftakt gegen Portugal bis zum Endspiel gegen Argentinien. Mit dieser klasse Mannschaftsleistung kann man getrost der nächsten Europameisterschaft in Frankreich 2016 entgegensehen. Die nächste Weltmeisterschaft 2018 in Russland wird garantiert wieder ein Fest, davon bin ich heute schon überzeugt….. sind ja nur noch vier Jahre bis dahin ;-)