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Die „Geheimsprache“ der Zigarren

Zigarren – für einige sind es einfach nur gerollte Tabakblätter, doch es gibt zahlreiche und sehr feine Unterschiede bei Zigarren. Nicht nur preislich unterscheiden sich die teils daumendicken, braunen und aus Tabakblättern fein säuberlich gerollten Genussmittel, auch bei den Aromen gibt es viele Varianten. Kaffee, Kakao und Nuss – sogar Leder, Holz und Schokolade verwöhnen den Kenner. Zigarren sind nicht mit Zigaretten gleichzustellen, sie sind quasi „eine Wissenschaft für sich“ die mit für den Laien als Fremdwort wirkenden Begriffen nicht gerade geizen. Selbst die Aufbewahrung ähnelt schon jener von empfindlichen Kunstschätzen – Stichwort Luftfeuchtigkeit.

Geheimsprache der Zigarren

zigarrenMit Stumpen oder Churchill können einige noch etwas anfangen. Anders sieht es da schon mit Bezeichnungen wie Panatela (eine etwas dünnere Zigarre), Culebras (geknickt / gebogen) oder Figurado (unterschiedlich dicker Körper) aus. Der Typ Torpedo hat nicht etwa was mit Kriegswaffen zu tun sondern steht für eine Zigarre im nicht zylindrischen Format. Form und Aussehen ist nur ein wichtiger Bestandteil bei den Zigarrennamen.

Wie lange man eine Zigarre rauchen kann ist ein weiteres und für den Zigarrenliebhaber nicht unwichtiges Kriterium – ein genussvoller Gebrauch natürlich vorausgesetzt. Zigarren sind nicht wie Zigaretten mal schnell für eine Raucherpause geeignet. Zigarren genießen bedeutet sich Zeit nehmen, einfach mal die Ruhe bewahren. Sie sind nicht zuletzt deswegen eher etwas für die gemütliche Runde. Hier findet sicher auch der Gelegenheitsgenießer eine Auswahl feiner Zigarren unterschiedlicher Kategorien sowie diverser Neuheiten von der letzten Tabakwarenmesse.

Die Rauchdauer wird in erster Linie aber nicht ausnahmslos der Länge und Dicke einer Zigarre geschuldet. Je nach Zigarrentyp schwankt die Rauchzeit immerhin zwischen „flotten“ 20 Minuten und satten zwei Stunden bei einer Gran Corona beispielsweise.

Zigarren gibt es  in fünf Stärkegraden von sanft (z.B. Herkunftsland Dominikanische Republik) bis stark (z.B. Herkunftsland Kuba). Unter der Stärke versteht man nicht etwa die Intensität des Geschmacks sondern rein des Nikotingehaltes. Genau deswegen können starke Zigarren beim „ungeübten“ Verwender oder eigentlichen Zigarettenkonsumenten unter Umständen relativ schnell zu Kopfschmerzen und/oder Übelkeit führen, weil er die Nikotinstärke schlichtweg nicht verträgt.

Die Zeremonie des Zigarrerauchens

Sehr viele Zigarren sind in sich geschlossene Blätterrollen die vor dem Entzünden erst geöffnet (angeschnitten) werden müssen. Dieser Anschnitt bildet dann mehr oder weniger das Mundstück. Hierzu werden meist entsprechende Cutter verwendet, manch einer beißt das Endstück schlichtweg ab. Es gibt ferner noch Zigarrenscheren und Zigarrenbohrer zum Zweck des Anschnitts. Zigarrenbohrer werden hauptsächlich für Zigarren größeren Durchmessers eingesetzt. Als etwas gesellschaftsfähiger wird in bestimmten Kreisen wohl der Schnitt mit dem Cutter o.ä. angesehen. Zum gewünschten Ziel führen am Ende alle diese Variationen und es ist ein höchstpersönliches Ritual eines jeden einzelnen Zigarrenrauchers.

Zigarre AscheEin weiteres Ritual ist das Anzünden der Zigarre. Nicht etwas herkömmliche Streichölzer kommen hier zum Einsatz, Gasfeuerzeuge oder ganz traditionell und „edel“ mit einem Holzspan wird eine Zigarre angezündet. Gasfeuerzeuge und Holzspäne beeinflussen den aromatischen Charakter nicht, Schwefel an Streichölzern oder gar mit Benzin betriebene Feuerzeuge würden dies aber tun. Brennt bzw. glimmt die Zigarre schließlich ist es verpönt die anfallende Asche sofort abzuklopfen. Diese wird erst bei einer gewissen aber deutlichen Länge in den Aschenbecher abgeklopft. Zigarren lässt man am Ende selbstständig ausgehen und drückt sie nicht aus. Das Zigarren-Einmaleins ist zu dieser Thematik sehr lesenswert ebenso wie das Buch Cigarre&Co* welches sich sehr eingehend mit dieser Thematik beschäftigt.

Der Rauch einer Zigarre, also deren Aroma wird übrigens ausschließlich durch das sog. paffen genossen, Zigarrenrauch wird im Gegensatz zum Zigarettenrauch nicht inhaliert. Häufiges ziehen in Folge überhitzt die Glut und hemmt das Aroma, nach jedem Zug eine Pause ist hier allemal ratsam.

Fazit

Zigarre rauchen will gelernt sein, so könnte man es zum Ausdruck bringen. Nun, ganz so hart möchte ich es nicht sehen, aber der Genuss einer Zigarre unterscheidet sich schon erheblich vom „herkömmlichen Rauchen“ und bedarf – will man wirklich Genuss erleben – einiges Wissen mit dem man sich beschäftigen sollte. Der ausgewählte Fachhandel gibt hierzu ebenfalls gerne Auskunft.

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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