Erlangt jemand seinen Doktortitel, dann hat er ihn (meistens) durch sein Wissen verdient. Nun gibt es Menschen, die legen dann ganz großen Wert darauf, dass der Titel stets mit erwähnt wird, sowohl im persönlichen Gespräch als auch im Schriftverkehr. Daran halte ich mich im weitesten Sinne auch – kein Problem.

Wenn allerdings ein „Studierter“ glaubt, dass er auf Grund seines Titels ein besserer Mensch sei oder besonders oberwichtig tun muss, dann kommt er bei mir genau an den Richtigen! In erster Linie zählt bei mir nämlich der Mensch als solches und dann kommt der Titel.

Besonders tief in das Reich der Hochnäsigkeit ließ ein Schreiben einer Rechtsanwältin blicken, die sich in einem extra Brief darüber beschwerte, dass ich doch bitte den Doktorentitel mit erwähnen möchte, da sie schließlich nicht umsonst promoviert habe. Um etwas anderes ging es in diesem Schreiben nicht, einzig und allein nur um den Titel.

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Trotz ihres ach so wichtigen Titels verlor „Frau Doktor“ ihren Prozess achtkantig, nicht zuletzt wegen vollkommener Fehleinschätzung der Sachlage. Titel alleine besagen eben noch lange nicht, dass sich der Träger auch wirklich auskennen muss. Bei einem weiteren Schriftwechsel werde ich natürlich wieder auf den Namenszusatz verzichten – das versteht sich von selbst :twisted: .

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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8 Kommentare
  1. shibumi sagte:

    es sind ja nicht nur die promovierten die einen nerven. es sind auch die chefs und pseudo chefs die aufgrund ihrer verliehenen position ihr ego zur schau stellen. mit doktoren hatte ich diesbezüglich noch nie probleme, mit den pseudo chefs schon. :lol:

    Antworten
    • Thomas sagte:

      @shibumi:
      Gibt eben immer solche und solche. Über einen Kamm scher‘ ich sie ja nicht :wink: . Aber einen extra Hinweis zu schicken… einfach krank!

      @Sascha:
      Da stimm‘ ich Dir zu. Solche Titel sollten käuflich nicht erwerbbar sein, Doktortitel noch weniger als Adelstitel. Aber es sind schon die richtigen Leute die das tun, wenn man da so schaut… die brauchen das wirklich!

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  2. Sascha sagte:

    Noch schlimmer finde ich die Leute, die sich so einen Doktor-Titel einfach im Ausland käuflich erworben haben und sich dann sonstwas darauf einbilden. Genauso bekloppt wie gekaufte Adelstitel. Naja, wer’s braucht^^

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  3. Luigi sagte:

    Ich bestehe auch darauf das der Titel gebraucht wird wenn ich angesprochen werde, z.B. Papa, Freund, Kollege, Schatz!
    Das ist mir extrem wichtig!

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  4. juliaL49 sagte:

    Besonders bescheuert, da nur ein Dr. med. auf der Nennung seines Titels bestehen darf! Als Anwältin hätte sie das wissen müssen.

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    • Thomas sagte:

      @Julia:
      Hätte…ja! Frau Anwältin war nur beleidigt, weil ich ihr einen etwas giftigen, aber rechtlich fundierten Brief geschrieben habe, gegen den sie keinerlei Mittel mehr hatte. Gekränkte Ehre würde ich mal sagen – Laie zeigt Anwältin wo es lang geht :lol: .

      Interessantes hierzu gibt es auch unter Titel und Anreden.

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Trackbacks & Pingbacks

  1. Mehr Sein als Schein | GESICHTET.net sagt:

    […] hat Thomas über sein Erlebnis mit einer Rechtsanwältin geschrieben, die sehr darauf bedacht war, dass man […]

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