Immer wieder findet man Beschwerden, dass zu Blogbeiträgen nur sehr wenige bis gar keine Kommentare zu verzeichnen sind. Handelt es sich um einen persönlichen Beitrag der Selbsterlebtes wiedergibt oder um ein Koch- bzw. Backrezept mag das durchaus nachvollziehbar sein. Doch gerade Blogbeiträge zu wirklich aktuellen und ernsthaften Themen, welche alle viele unter uns betreffen oder zumindest interessieren sollten, bricht das große Schweigen der Blogleser aus.

Ob es wirklich ausnahmslos nur an den bisher nicht beachteten Lösungsansätzen fehlt ist schwierig zu beurteilen. Bis zu einem gewissen Teil können diese Ratschläge sicherlich positiv beeinflussend wirken. Vielmehr habe ich aber den Eindruck, dass es wirklich oftmals einfach an der Einstellung liegt, ob man sich äußert oder nicht.

Gerade bei gesellschaftspolitischen Fragen und Ereignissen trauen sich viele nichts sagen, spielen lieber den Duckmäuser. Es könnte ja jemand lesen und weiß Gott was denken. Ich nenne sowas dann eher verschenken der freien Meinungsäußerung. Wenn ich meine Meinung (egal zu was auch immer) zurückhalte, nur weil das vielleicht der Nachbar falsch auffässt, finde ich das einerseits traurig und andererseits als weiteren Grund, warum in Deutschland soviel quer läuft!

Eine weitere Variante der Kommentarunlust liegt in der Wurstigkeit der Gesellschaft begraben, ganz nach dem Motto

„Was soll ich da sagen, ändert sich ja eh nichts!“

Nichts zu sagen oder ggf. nichts zu tun ändert aber wirklich nichts! Immer nur Fünf gerade sein lassen ist m.E. die denkbar schlechteste Art Problemen auf den Pelz zu rücken bzw. das Kind beim Namen zu nennen! Ob sich dadurch dann etwas ändert ist eine andere Sache, aber gleich die Möglichkeit der eigenen Meinungsfreiheit auszulassen…….? Lieber beteiligt man sich an einer Diskussion um die gerade angebrannte Milch oder irgendeinem „blödsinnigen“ Youtube-Video, das irgendjemand supercool fand.

Letzteres Beispiel wiederlegt auch die Begründung, man habe keine Zeit zum Kommentieren oder das Thema interessiere nicht. Ist eine Verarsche-Video wirklich interessanter, dann wären wir aber schon wieder bei der bereits angesprochenen Wurstigkeit.

Verständlich wäre das „Schweigen“ ausnahmslos dann, würden Kommentare die, nicht die Meinung des Autors entsprechen, einfach gelöscht. Das dem nicht so ist, setze ich jetzt für einen „guten Blog“ einfach mal voraus (Blogtrolle etc. ausgenommen). Andere Meinungen regen die Diskussion an und das ist doch auch Sinn und Zweck der ganzen Bloggerei!