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E-Mail vs. S-Mail

Durch einen Beitrag von Sascha bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Deutsche Post AG das Porto erhöhen möchte. Grund für die Gebührenanhebung ist der rege E-Mail-Verkehr. „Handschriftliche Briefe“ werden immer weniger verschickt, die elektronische Post erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Das führt natürlich zu Umsatzeinbußen beim gelben Riesen die mit der Gebührenanhebung ausgeglichen werden sollen.

Eine durchaus nachvollziehbare Problematik an der ich selbst auch eine Mitschuld trage. Von 10 verschickten Nachrichten (Briefen) verlassen garantiert 7 über meinen DSL-Router das Haus. Bequemlichkeit möchte ich es nicht nennen, denn tippen muss ich den Inhalt so oder so, egal auf welchem Versandweg die Nachricht rausgeht.

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Und mal ehrlich, der rein handschriftliche Briefwechsel nimmt keinen großen Stellenwert ein – zumindest bei mir nicht.Früher schrieb man auch noch pfundweise Ansichtskarten aus dem Urlaub an Freunde und Bekannte. Heute tut es eine SMS, MMS oder eben auch die E-Mail samt Foto aus dem Internetcafe. Ich nenne es einfach mal den Wandel der Zeit!

Der Vorteil einer E-Mail liegt klar auf der Hand: Sofortige Zustellung und oftmals noch am selben Tag eine Rückmeldung dazu, ggf. eine Problematik geklärt. Per S-Mail dauert es allemal länger, von dazwischenliegenden Wochenenden mal ganz abgesehen.

Der Nachteil eines Briefes ist aber nicht nur in der zwangsläufigen „Trägheit“, ein zu Fuß zugestellter Brief braucht nun mal einfach länger, sondern auch in der Tatsache dass die Einlieferung nicht immer so einfach möglich ist. Grund hierfür sind zahlreich abgebaute Briefkästen. Der Weg zum nächsten Briefkasten kann in vielen Gegenden recht weit sein und mit Pech bleibt er da bis morgen liegen ehe die Reise überhaupt losgeht.

In Hamburg – Niendorf gibt es sogar eine Postfiliale (keine Agentur), die nicht mal einen Briefkasten hat! Der wurde nämlich auch abgebaut und vor das Einkaufszentrum verlegt – der Briefmarkenautomat wiederum ist innerhalb des Postamtes! Nach der Logik muss man hier nicht fragen, die kann es hier wirklich nicht geben! Kundenfreundlichkeit sieht natürlich schon etwas anders aus.

Preiserhöhungen sind oftmals kein Garant dafür, dass hinterher auch mehr Kohle in der Kasse ist. Zumal es ja auch Konkurrenzunternehmen gibt. Mit der teils schlechten Bezahlung derer Arbeitskräfte soll jetzt niemand anfangen, darauf achtet der (Groß-)Kunde nämlich nicht wirklich.

Ob die Preiserhöhungen nun auf dem Papier bleiben oder in die Tat umgesetzt werden – wir werden es rechtzeitig erfahren, spätestens am Briefmarkenautomaten wenn der mehr Cents haben will. Und ob bei der Deutschen Post aus roten Zahlen wieder schwarze werden lasse ich mal dahingestellt.

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Ich werde weiterhin mein System beibehalten… warum sollte ich auch der Krankenkasse bspw. einen handschriftlichen Brief schicken!? Mit einem höheren Porto wird mich die Post nicht davon überzeugen wieder Papier und Stift zur Hand zu nehmen!

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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3 Kommentare

  1. Die Post macht ja auch alles, damit das Briefe schreiben ja nicht einfacher wird. Die fehlenden gelben Kästen hast du ja schon angemerkt, dazu kommt die Ausdünnung der Fillialen, sie sollen eigentlich ganz abgeschafft werden, ebenso wie die Zustellung, da reichen ja 5 Tage die Woche. Manvhmal habe ich das Gefühl, die Post hätte von jedem Bürger gerne einen monatlichen Pauschalbetrag und würde dann ihr Geschäft ganz einstellen.

    Anders macht es US Postal, sie geben dir einen Rabatt (5%) wenn du ihnen die Arbeit abnimmst, z. B. selbst elektronisch frankieren. Das die Leerpakete bei denen kostenlos sind, erwähne ich nur am Rande.

  2. Die Sache mit dem fehlenden Briefkasten vor dem Postamt darf man echt niemandem erzählen… sowas kann doh einfach nicht wahr sein. Dann aber beim neuen Standort keine Briefmarken anzubieten, das grenzt wirklich schon an einen typischen Schildbürger-Streich :)

    • @Sascha: Schildbürgerstreich ist noch wirklich gelinde ausgedrückt. Man muss sich das von der Situation her vorstellen. Du gehst in ein Postamt an den Briefmarkenautomaten, klebst die Marke auf und musst dann feststellen, dass der Briefkasten außerhalb des EKZ liegt – genau da, wo Du eben noch auf dem Weg zum Postamt vorbeigegangen bist :roll: .

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