Showdown in Klagenfurt, Kroatien vs. Deutschland und in Wien kämpfte in der Partie mit Enspielcharakter Österreich vs. Polen Gastgeberland zwei um den Tunierverbleib.

Nach einer Abtastphase beider Seite und gut funktionierender Abwehrreihen gab es lange Zeit keine nennenswerten Torraumszenen. Beide Teams waren ebenbürtig. Durch einen Stellungsfehler der Deutschen gelang den Kroaten das 1:0 in der 24. Minute. Dieser Treffer beutelte die deutschen Adler, Verunsicherung und Ratlosigkeit machte sich breit.

Dieser Umstand sorgte natürlich dafür, dass in Halbzeit eins weder Zuordnung noch das Spiel nach vorne stimmig war. Kurz vor dem Pausentee hatte Kroatien noch die Chance zum 2:0, aber zum Glück eben nur die Chance. Das mussten in der Kabine deutliche Worte von Jogi Löw her um wieder Ordnung ins Spiel zu bringen – das musste besser laufen. Immer diese Nervenstrapazen, mann!

Durchgang zwei begann wie der erste geendet hatte, zerfahren. Und in einer Spielphase, in der die Kroaten langsam ihre bekannte Müdigkeit an den Tag legten, gelang das 2.0 (62.), an dem Lehmann nicht ganz unschuldig war, aber sei es drum. Fakt ist, dass Deutschland durch Poldi noch auf 2:1 heran kam. Nicht nachvollziehen kann ich den Platzverweis von Schweinsteiger, dessen Foul nicht die nötige Schwere für eine rote Karte, dafür aber ausreichend kroatisches Schauspielglück hatte, eine Sichtweise die auch andere so gesehen haben.

Der belgische Referee hatte bis zu diesem Zeitpunkt eine sehr locker Sichtweise an den Tag gelegt. Hätte er das gesamte Spiel „so gesehen“, dann wäre die Partie mit 9:10 Spieler zu Ende gegangen. Eine Schuld an der Niederlage weise ich dem Schiedsrichter allerdings nicht zu, diese ist einzig und allein am Auftreten der Deutschen zu suchen. Aber noch ist nichts „kaputt“, ich nehms mal mit Humor.

Österreich darf bleiben

Ein rasanter Start, den die österreichische Nationalelf da abgelegt hat. Gar nicht wieder zu erkennen im Vergleich zum Auftaktspiel gegen Kroatien. Chancen zuhauf, doch alle gingen teils nur um Haaresbreite daneben. Hätte es nach 25 Minuten 3:0 für Österreich gestanden, es wäre mehr als verdient gewesen.

Und dann die verkehrte Welt, Polen geht nicht nur völlig unverdient sondern auch noch durch ein glasklares Abseitstor mit 0:1 (30.) in Führung und keiner weiß warum! Wo der Assistent hier seine Augen hatte ist unverständlich, beim Geschehen vorort bestimmt nicht. Bis dahin die Polen mit einer Leistung zum Abgewöhnen! Die vergebenen Tormöglichkeiten Österreichs haben sich gerächt und so ging man auch in die Pause.

Und dann kam was kommen musste. Die Österreicher sind keine 90-Minuten-Kicker, Tempo, Spielwitz und Ideen reichen immer nur für eine Halbzeit. Polen wurde stärker und war dem zweiten Treffer streckenweise näher als Österreich dem Ausgleich.   Am Publikum und dessen klasse Unterstützung hat es jedenfalls nicht gelegen. Als niemand mehr im Ernst-Happel-Stadion an einen Punkt glaubte und sich mit der Niederlage abfand gab es Elfmeter für Österreich. Ohne Diskussion, der war gerechtfertigt und der war drin, 1:1 (93.). Deutschland sagt Danke!

Den Polen verleihe ich angesichts ihrer Leistung   in der 1. Halbzeit und der eigenen Dummheit in der 92. Minute die Ernennungsurkunde zur mit 11 Flaschen kleinsten Brauerei, die es in Österreich augenblicklich gibt!

Auch wenn an verschiedenen Ecken des Internets Österreich schon als der Europameister 2008 bekanntgegeben wird, so ist bis zum Finale in Wien noch ein relativ weiter Weg. Die Sternstunden des österreichen Fussballs würden spätestens dort ihr Ende finden, so leid mir das auch tut! Wer allerdings im direkten Vergleich Deutschland – Österreich zu wem Tschüssi sagen wird, sehen wir dann beim nächsten Spiel – in Wien!