Die Bundesligapartie Werder Bremen vs. Bayern München stand eine gewisse Zeit auf der Kippe weil Wintersturm „Xaver“ drohte die Deiche in Bremen brechen zu lassen und das Spiel dadurch hätte abgesagt werden müssen. Zum Glück hielten die Deiche und die drohende Absage war wieder vom Tisch.

Doch was Werder Bremen am Samstagnachmittag ereilte war in gewisser Hinsicht fast schlimmer als ein geflutetes Weserstadion. Die Weser-Elf wurde von der bayerischen Torflutwelle namens FC Bayern München heimgesucht und ging sprichwörtlich unter. 0:7 hieß es am Ende, die höchste Heimpleite in der gesamten Bundesligageschichte von Werder Bremen.

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Kein normales Bundesligaspiel

Nicht wirklich verwunderlich wenn die Verantwortlichen nach dem Abpfiff davon sprachen dieses Spiel schnellstmöglich vergessen zu wollen. Es sei „kein normales Bundesligaspiel gewesen“ so der Trainer in einem TV-Interview. Normal ist hier wirklich sehr relativ. Werder Bremen ist heute nicht mehr das was sie vor vielen Jahren einmal gewesen sind – ein spielstarker Verein der häufig auf Augenhöhe mit dem FCB im Kampf um die Meisterschaft agierte.

Werder ist nur noch Mittelmaß und teils auch darunter. Von daher betrachtet war eine Niederlage nicht überraschend, lediglich die Höhe der Pleite erscheint schon sehr peinlich. Doch das muss es nicht, in diesen Zeiten gegen den FC Bayern München zu verlieren ist keine Schande.

Der FCB ist höchst torhungrig und stellt das Stürmen auch bei einem 3:0-Vorsprung nicht ein so wie das ggf. vor vielen Jahren der Fall gewesen wäre. Hätte das Spiel noch 10 Minuten länger gedauert wäre die Zweistelligkeit sicherlich erreicht worden. Von daher betrachtet ist es durchaus ein „normales Bundesligaspiel“ gewesen.

Werder Bremen vs. Bayern München 0:7

40 Ligaspiele ungeschlagen

Man muss kein Freund des FCB sein und erst recht kein Fan davon – Beispiele hierfür kenne ich genügend :-) . Doch bei fairer Betrachtung muss jeder eingestehen, dass Bayern München augenblicklich das Maß aller Dinge darstellt, sowohl in der Bundesliga als auch international. Die konstante und geschlossene Mannschaftsleistung, vielen Spielern die nahezu alle Positionen besetzen können und der permanente Zug zum Tor machen das Spiel der Bayern so attraktiv.

40 Bundesligaspiele in Folge nicht verloren (34 Siege, 6 Unentschieden), letzte Niederlage gegen Leverkusen am 28.10.2012. Das hat nichts mit dem so oft angesprochenen Dusel zu tun, das ist eine klare Machtdemonstration. Der Gewinn des Triple dieses Jahr unterstreicht dies zusätzlich – böse Stimmen hin oder her. Sicherlich wird auch der FC Bayern wieder einmal verlieren, keine Frage. Und die Freude der ganzen Schar an Bayerngegnern wird dann auch riesengroß ausfallen dessen bin ich mir absolut sicher.

Und trotzdem – diese Erfolgsserie muss erst mal jemand aufstellen oder überbieten um überhaupt große Töne spucken zu dürfen. Und bis dahin läuft die Tormaschine weiter und weiter….

Guardiola und Heynckes sind die Macher

Jupp Heynckes hat dieses Werk begonnen und mit dem Gewinn der Championsleague glorreich vollendet, dies wird gerne immer wieder mal vergessen zu erwähnen. Bayern München war nicht über Nacht zur Exklusiv-Elf aufgestiegen, dazu brauchte es sehr viel Arbeit am Spielsystem als solches. Der gebührende Dank an Jupp Heynckes wird auch von den Anhängern nicht vergessen.

Pep Guardiola hat mit dem Wechsel zu Bayern ein sehr schweres Amt angetreten. Doch er ist der geschaffene Mann dafür, wenn er nicht wer dann? Guardiola hat viel mit Heynckes gemeinsam, auch vom Typ Mensch her betrachtet – ein ruhiger und besonnener Zeitgenosse. Emotionen sind vorhanden, manchmal auch überschwenglich aber dennoch nie aus dem Rahmen fallend. Negativbeispiele gibt es bei den Bundesligatrainern mehrere.

Die Kombination aus den Systemen Heynckes und Guardiola passen meines Erachtens perfekt zueinander. Was daraus entstanden ist konnte man in der abgelaufenen Zeit nahezu im 3-Tage-Rhythmus betrachten – ein Sieg jagt den anderen, die Vereinsrekorde wurden und werden immer wieder völlig neu berechnet.

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Weiter so, das macht so richtig Spaß – und an die Bremer der Hinweis… keine Bange, der FC Bayern kommt ja nur einmal pro Saison ins Weserstadion ;-) .

Über Thomas Liedl
Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im und außerhalb des Internets. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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8 Kommentare
  1. Hans sagte:

    Im Moment haben nur Leverkusen und Dortmund die Chance, Bayern mal zu ärgern. Und dann muss Bayern auch noch einen schlechten Tag erwischen. Auch international gesehen ist keine Mannschaft auszumachen, die Bayern gefährlich werden könnte. Da müssten sie sich schon selbst schlagen.

    Aber es kommen bestimmt auch wieder bessere Zeiten für uns Anti-Bayern… ;-)

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  2. Alex sagte:

    Und wenn man dann noch weiß, dass mit Lahm, Schweinsteiger, Robben… sogar einige Stammkräfte gefehlt haben… Hut ab und – der nächste bitte! :D

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  3. Andreas Heine sagte:

    Anhand der Bayern sieht man, dass zu einer erfolgreichen Mannschaft mehr als nur elf herausragender Spieler gehören. Auch wenn das viele nicht mögen (ich auch nicht), aber die ganze Maschine FC Bayern läuft momentan rund ruckelt nicht einmal nach einem Trainerwechsel. Das ganze macht die Bundesliga allerdings nicht wirklich interessanter, wobei sieben Tore in 90 Minuten für so manchen Bayernfan Muskelkater bedeutet, vorrausgesetzt sie feiern JEDES Tor mit Freudensprüngen.

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    • Thomas Liedl sagte:

      @Andreas: Willkommen bei nicht-spurlos. Dem Irrglauben dass 11 Mann auf dem Platz Erfolg ausmachen sind schon viele erlegen – und es erliegen immer wieder welche. 11 Mann und auch Geld alleine sind dafür nicht verantwortlich. Die Führung muss stimmen und vor allem mit Leuten besetzt sein die Ahnung davon haben. All das passt beim FC Bayern und daher der langfristige Erfolg. Diese Art von Muskelkater nehme ich gerne in Kauf :-) .

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  4. Andreas Heine sagte:

    Da hast du Recht Thomas … das Problem bei den meisten anderen Vereinen liegt meines Erachtens auch darin, dass die guten Spieler für mehr Geld abwandern und der FC nunmal einer dieser Magneten ist, die mit unter anderem mit ausreichend Geld locken können. Kein Verein schafft es an die Spitze, wenn die Spieler nicht dauerhaft bleiben.

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    • Thomas Liedl sagte:

      @Andreas: Klar ist Bayern München ein Magnet. Doch das Finanzvolumen welches sie angeschafft haben ist klug erwirtschaftet worden. Das kapieren die wenigsten Neider. Und was die Spielerwechsel betrifft… wenn zu Dir einer kommt und sagt er bezahlt Dir das Doppelte für die gleiche Arbeit die Du augenblicklich machst würdest Du bestimmt auch nicht Nein sagen. Ist auch ganz legitim so ein Verhalten, auch wenn es den jeweiligen Spielern immer zum Vorwurf gemacht wird.

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