Sucht man bei Google nach dem Begriff „Jobcenter Geschichten“ werden satte 81000 Treffer ausgeworfen. Das würde schon bald für eine eigene TV-Show reichen was es an Kuriositäten aus dem Bereich der sog. Fallmanager zu erzählen gibt. Wirklich von Management kann meines Erachtens nicht wirklich die Rede sein. Einen weiteren Treffer in den SuMas will ich jetzt mit dem nachfolgenden Erfahrungsbericht hinzu steuern.

Nachdem Sohnemann 2.0 seine schulische Laufbahn abgeschlossen hat und nun bis zu seiner Volljährigkeit ein freiwillig soziales Jahr absolviert – für sein Berufsziel muss er mindestens 18 Jahre sein – dreht das hiesige Jobcenter vollkommen am Rad. Bereits mehr als zwei Monate vor Beginn seines Dienstes wurde dem Jobcenter auf dessen Anfrage mitgeteilt, dass Sohnemann 2.0 ab August 2012 als FSJ ´ler tätig werden wird. Zum besseren Verständnis und zur Beweisführung lag der Mitteilung eine Kopie des 05Vertrages bei.

Man sollte also davon ausgehen, dass diese Mitteilung nicht nur in den Köpfen der Sachbearbeiter angekommen ist sondern auch in der Akte – mit etwas Glück sogar in der EDV. Es würde sich nicht um ein Jobcenter handeln wenn man jetzt einfach davon ausginge seiner „Mitwirkungspflicht“ nachgekommen zu sein. Es wäre zu einfach…

Das Jobcenter schickte etwa 6 Wochen nach unserer Mitteilung eine Anfrage nach der weiteren schulischen Situation von Sohnemann 2.0, was er denn ab August (Schulbeginn) den machen würde und erinnerte zusätzlich noch an die Schulpflicht – bla bla. In einem neuerlichen Schreiben an das Jobcenter erinnerte ich an meine Mitteilung von vor 6 Wochen und ging spätestens jetzt davon aus, „jetzt sollte es sitzen“!

Immer wieder die gleiche Sachbearbeiterin

Während eine andere Stelle des Jobcenters schon längst den Vergütungsbescheid von Sohnemann 2.0 zerpflückte – man wusste also vom anstehenden FSJ-Beginn – flatterte hier kürzlich wieder ein Brief auf den Tisch. Das Jobcenter fordert eine aktuelle Schulbescheinigung für Sohnemann 2.0 an, droht mit Sanktionen und ggf. dergleichen mehr – man kennt es ja. Der Wahnwitz, es ist zum dritten Mal die gleiche Sachbearbeiterin die den gleichen Mist schreibt.

Ein drittes Mal werde ich sicherlich nicht antworten, sorry. Mir geht es dabei weniger um die 55 Cent fürs Porto als vielmehr um die Tatsache, dass ich es gewohnt bin „einmal zu predigen“. Wenn mein Gegenüber ggf. von der langsameren Fraktion kommt sage ich es auch ein zweites Mal.

In 3 Monaten drei Mal den gleichen Wortlaut zu tippen nur weil es eine Sachbearbeiterin einfach nicht auf die Reihe kriegt ist mir milde ausgedrückt zu blöd. Ja ich könnte es kopieren, das Datum abändern und schicken. Doch wer verspricht mir, dass die Aufforderung nicht ein viertes Mal hier aufschlägt?

Nehmt den Sachbearbeitern die Computer weg

planlos… oder schult sie wie man das flache – hier meist hellgraue Plastikding auf dem Schreibtisch ordentlich bedient. Vor allem schafft bitte eines ab – vorgefertigte Textblöcke die man via F-Tastenbelegung einfügen kann ohne dabei Denken zu müssen. Denn auf diesem Wege kommen die meisten der sinnbefreiten Briefe der Jobcenter überhaupt zustande. Ein offenbar planloses und wildes „F3-F6-F8-Geklicke“ ist noch lange kein Garant dafür, dass das ausgedruckte Dokument auch wirklich Sinn macht. Probelesen offenbar komplette Fehlanzeige.

Müssten die Sachbearbeiter die Briefe von Hand schreiben… dreimal wäre ein solches Schreiben hier wohl nicht angekommen. Obwohl… ne lassen wir das lieber :cool: .

Das Sprichwort „da weiß die linke Hand nicht was die rechte tut“ ist hier wohl eine sehr passende Beschreibung dieses Verwaltungswahnsinnes.