Der Zwergpudel gehört zu jenen kleinen bis mittleren Hunderassen, bei denen es früher oder später zu einer ernstzunehmenden Herzerkrankung beim Hund kommt. Auftreten können Herzerkrankungen bereits in jungen Jahren, das Zeitfenster der häufigsten Erkrankungen liegt bei 5 bis 9 Lebensjahren. Diese Erkrankung kann angeboren (nicht gleichzusetzen mit vererbt), durch Medikamente oder auch die Ernährung mit begünstigt sein. Ein Taurinmangel ist die Ernährung betreffend ein häufiger Grund für eine Herzerkrankung bei Hunden. Hunde die gebarft werden (mit rohem Fleisch ernährt) sind in Sachen drohendem Taurinmangel besonders gefährdet. Zumindest diesen Mangel kann ich bei meinem Hund ausschließen.

Es können unterschiedliche Faktoren zur Erkrankung des Hundeherzens führen, Hauptproblematik ist die Diagnosestellung, also wann die Krankheit erstmals diagnostiziert wird. Je früher die Diagnose gestellt wird desto besser sind die Behandlungschancen und je geringer die Gefahr von bereits vorhandenen Organschädigungen. Hier ist die größte Hürde die es zu nehmen gilt, Stichwort Symptomatiken beim Hund beobachten. Und dabei haben viele Hundebesitzer(-innen) ein Problem die Symptome einer beginnenden Herzerkrankung zu erkennen. Die charakteristischen Symptome werden erst mit (langsam) fortschreitender Krankheit erkennbarer.

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Bei Merlin war es wirklich nach dem typischen Muster „bis gestern war noch alles in Ordnung“ gelaufen.

Herzerkrankung beim Hund und ihre Symptome

Jeder kennt seinen eigenen Hund am besten und weiß wie er für gewöhnlich „tickt“, was er mag und was nicht. Als Alarmzeichen / Auffälligkeiten sollten gesehen werden:

  • Das Interesse am Gassi gehen lässt nach (Hund will wieder nach Hause anstelle von weiterlaufen).
  • Trägheit und häufig müde / schläfrig (bleibt lieber an seinem Stammplatz und verlässt ihn nur langsam).
  • Der Hund hustet immer wieder und hechelt schneller als „früher“.
  • Appetit schwindet
  • Der Hund zieht sich aus dem Geschehen um ihn herum zurück (zeigt wenig Interesse an Dingen die ihn früher „nicht kalt gelassen“ hätten)
  • Der Hund läuft häufig mit gesenktem Kopf herum
  • Vermeintliches Verschlucken beim Saufen (kann ein Hinweis auf Atemnot sein)

Dabei müssen nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Nicht wenige Hunde können auch über eine gewisse Zeit hinweg ganz gut kompensieren / vertuschen, dass ihnen etwas fehlt. Das macht es den Besitzern nicht unbedingt einfacher. Und Merlin war hier schon seit den Kniepoperationen (Patellaluxation) ein Meister bzw. er zeigte sich stets als „hart im Nehmen“. Das macht es generell nicht einfacher nur schwach auftretende Symptome zu erkennen.

Herzerkrankung beim Hund
Herzerkrankung beim Hund rechtzeitig ernst nehmen

Diagnose Herzrythmusstörungen / Mitralklappen-Endokardiose

Eine Woche nach den diagnostizierten auffälligen Herzgeräuschen wurde eine Ultraschalluntersuchung am Herzen bei Merlin durchgeführt mit dem Ergebnis Herzrythmusstörung und eine Mitralklappen-Endokardiose. Letzteres führt zu einem gewissen Blutrückfluss in die Lungen (Lungenstau) was dann wieder mehr oder weniger große Atemnot verursacht. Neben der Aussicht auf eine lebenslange Medikamentengabe mit immer wiederkehrenden Kontrolluntersuchungen bedeutet das nicht unbedingte Schonung aber alles etwas „ruhiger angehen“ zu lassen. Und es bedeutet zukünftig vor allem genaue Beobachtung des Hundes auf Symptomatiken, Verhalten usw. um rechtzeitig reagieren zu können.

Wenn man die Symptomatik rechtzeitig sowohl wahrnimmt als auch ernst nimmt und den Tierarzt aufsucht können größere Schäden vermieden werden. Eine Herzerkrankung beim Hund muss nicht immer gleich mit dem Schlimmsten enden. Auch die Tiermedizin – und eben auch die Kleintierkardiologie kann heute zwar noch keine Wunder verrichten aber schon sehr viel tun um den Vierbeinern wieder auf die selbigen zu verhelfen. Wie auch in der Humanmedizin spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Je früher „der Feind“ erkannt wird, desto eher kann man effektiv gegen ihn vorgehen.

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5 Kommentare zu „Herzerkrankung beim Hund – 10 % sind betroffen“

  1. Ja, auch für die Fellnasen kann schon viel mehr getan werden!
    Kürzlich ist der Herz- Hund einer ehemaligen Bloggerfreundin (Blog ehemalig) mit 20 Jahren gestorben. Ein stolzes Alter!
    Gute Besserung und alles Gute für Merlin!

  2. Bei den Dalmatinern ist es im vergangenen Jahr publik geworden und da hat man festgestellt, dass es zu einem großen Teil auf zwei Linien aus dem Ausland zurück zu führen ist. Da waren einige Züchter eifrig dabei und haben versucht die Sache klein zu reden.

    1. Speziell was die „Schuld“ von Züchtern ist bleibt festzustellen, dass solange Hunde (bzw. Tiere allgemein) nur „eine Sache“ sind hier wenig Änderung zu erwarten sein wird. Alleine das „Du-Du-Du“ von Tierschützern und auch den staatlichen Stellen wird hier keinen nachhaltigen Effekt erzielen. Leider sind die Tiere die Leidtragenden bei der ganzen Angelegenheit und zu einem gewissen Teil auch die Halter.

      1. Das ist richtig. Zumindest die Verbände haben reagiert und habe sich der Problematik angenommen und man hat auch schon konkrete Informationen über das Thema bereitgestellt.

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