Leider geschieht es viel zu oft, dass Ärzte den Patienten nicht wirklich ernst nehmen und sich rein auf die Momentaufnahme einer Diagnose stützen. Schilderungen der Symptomatik seitens des Patienten werden bestenfalls zur Kenntnis genommen. Am Ende des Besuchs hört man nicht selten die Worte: „Es ist alles in Ordnung“. Und diese vermeintliche Ordnung kann sehr schnell im absoluten Chaos enden welches durchaus vermeidbar gewesen wäre und gerade Herzerkrankungen sollten von jedem Beteiligten sehr ernst genommen werden.

Das Vorhofflimmern – eine gut getarnte Form der Herzrhythmusstörung

Herzrhythmusstörungen können sowohl unterschiedliche Ursachen wie auch ganz verschiedene Formen haben. Auch das an sich nicht lebensbedrohliche Vorhofflimmern zählt zum Krankheitsbild der Herzrhythmusstörung. Insbesondere bei mindestens einer der vier Arten des Vorhofflimmerns liegt die Schwierigkeit, dass sie seitens des Arztes überhaupt diagnostiziert werden (kann). Dies ist das paroxysmale Vorhofflimmern.

herzrhythmus, ekg, rhythmusstoerungParoxysmal steht für ein anfallsartiges also plötzliches Auftreten. Der Herzrhythmus wird durch einen Auslöser gestört und diese Störung behebt sich quasi „von selbst“ und verschwindet wieder komplett binnen weniger Stunden bis maximal zwei Tagen. Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass diese Herzrhythmusstörung dann nicht mehr nachweisbar ist.

Wie bereits erwähnt ist das Vorhofflimmern im Gegensatz zum Kammerflimmern nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Vorhofflimmern nicht so wirklich ernst genommen werden sollte, denn die Folgen daraus können durchaus schwerwiegender Natur sein – ein Schlaganfall ausgelöst durch Blutgerinnsel die sich wiederum durch den „gestörten Rhythmus des Herzens“ über längere zeit bilden können.

Generell sollte man alle Herzprobleme ernst nehmen und in jedem Fall Rücksprache mit einem Facharzt halten, gegebenenfalls mit Zweit- und Drittmeinungen.

Mehrere Jahre mit unbehandeltem Vorhofflimmern

Vom Gefühl her kann man es beschreiben wie eine Art Stampfen in der Brust, oder auch wenn der Herzschlag sich anfühlt als würde er bis über die Haarspitzen hinaus gehen. Und ein wenig beängstigend ist es zugegeben allemal wenn es wie aus dem Nichts auftritt.  Ja es ist sehr schwierig die richtige Schilderung zu finden, für den medizinischen Laien zumindest. Ärzte allerdings sollten hier schon hellhöriger werden wenn ein Patient wiederholt mit solchen Beschreibungen an ihn herantritt und Ursachenforschung betreiben.

Dieses Stampfen in der Brust kenne ich seit einigen Jahren, im Verlauf mit steigender Tendenz in seiner Häufigkeit. Schon als ich meine beiden Stents implantiert bekam sprach ich meinen damaligen Kardiologen auf dieses unangenehme Gefühl an. Seine Antwort war seinerzeit, nachdem auch ein 24 Stunden-EKG durchgeführt wurde:

….das kann schon mal vorkommen, Ihr Herz ist ja keine Maschine die immer gleich funktioniert. Das ist jedenfalls nichts Beunruhigendes.

„Nichts Beunruhigendes“…. damals glaubte ich dies. Schließlich war er der Facharzt und kannte mein Herz durch die Eingriffe ganz genau. Heute erscheint mir diese Aussage doch sehr fahrlässig gewesen zu sein. Dass dieses Langzeit-EKG keine Aussagekraft hat wenn während dieser 24 Stunden „nichts passiert“ dürfte dem Arzt auch kein großes Geheimnis gewesen sein. Für mich ohnehin unverständlich, warum solche mobilen EKGs im Zweifelsfalle nicht gleich über mehrere Tagen eingesetzt werden um derartige Störungen überhaupt aufzeichnen zu können.

Vorhofflimmern lässt sich gut behandeln – so heißt es. Beobachten und abwarten wird wohl auf Dauer die bessere Variante sein.