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IEEE: Drucker sterben aus

Die Aussage von Kevin Curran war gleichermaßen radikal wie provokativ: Der Senior Member des IEEE geht davon aus, dass der klassische Papier-Drucker innerhalb der nächsten vier Jahre komplett aussterben wird. Als Begründung führte Curran an, dass die Menschen es ohnehin zunehmend gewohnt seien, auf einem Display zu lesen – zudem würden Displays ohnehin immer günstiger, wie der anhaltende Boom der Tablets zeige.

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Hohe Druckkosten: Unternehmen könnten durch Abkehr vom Drucker sparen

Tatsächlich schaffen Tablets den Weg in immer mehr Haushalte, und das mit immer schärferen Displays. Ein Papier-Ausdruck durchschnittlicher Qualität erfolgt meist mit 300 dpi – ein Wert, den viele Smartphones und Tablets heute schon erreichen. Dabei sind sie komfortabel in der Nutzung, leicht, schnell, universal.

Die Kernkompetenz der Tablets liegt genau darin, das Internet – und auch wichtige Dokumente – überall mit hinnehmen zu können. Ein komplettes Aussterben der Drucker dürfte natürlich binnen vier Jahren nicht zu erwarten sein, dafür gibt es zu viele Menschen die trotz Tablet gerne auch an der gedruckten Seite festhalten.

Entscheidend ist ohnehin die Entwicklung in Industrie und Gewerbe: Selbst in kleinen und mittelständischen Betrieben steht der Drucker selten still, auch das Ausdrucken kompletter Mails wegen weniger belangloser Informationen ist vollkommen üblich – durch Anhänge und Haftungsausschlüsse, die mitgedruckt werden, kommen oft schnell viele Seiten zusammen. Hier fällt das Potenzial am größten aus. Dabei kann das Papier in jederlei Hinsicht gespart werden.

Die Wichtigkeit von Recycling und auch den Verbrauch von Papier geht aus diesem Bericht hervor.

Auch wenn viele Unternehmen sich ungern von ihrem gewohnten Workflow verabschieden wollen, der Kostendruck könnte das Abschaffen des Druckens durchaus notwendig machen. Denn derzeit liegen die Druckkosten in vielen Unternehmen mit ausgedehnter Verwaltung bei bis zu 5 Prozent des Umsatzes. Allein die Tatsache, dass diese Zahl vielen Entscheidungsträgern nicht bekannt ist, könnte dafür sorgen, dass sich daran so schnell nichts ändern wird.

Der Nutzen für die Umwelt wäre in jedem Fall enorm: Natürlich verbraucht ein Tablet Energie und Ressourcen bei Herstellung und Nutzung; das tun Drucker derzeit aber auch. Wichtig ist es, auch beim Drucker auf Siegel wie Blauer Engel etc. zu achten und generell auf umweltbewusste Kennzahlen zu achten. Hierzu zeigt Konica Minolta auf seiner Webseite umweltbewusste Technologien in Drucksystemen.

Tablet hat längst den Weg in die Privathaushalte geschafft

In Privathaushalten dürfte die Rechnung freilich anders ausfallen – hier wird in der Regel viel seltener gedruckt. Doch die Umwelt könnte auch hier profitieren, denn im Gegensatz zum Unternehmen stellt sich die Entweder-oder-Frage nicht: Die meisten Bürger, die sich für das Thema interessieren, kaufen sich ohnehin ein Tablet – und verabschieden sich damit langsam auch von ihrem Drucker.

Über Thomas Liedl

Ich beschäftigte mich mit gemischten Themen aus Gesellschaft, Politik, Technik und Sport. In meinen Praxistests schreibe ich über eigene Erfahrungen mit Produkten bzw. Dienstleistungen im Netz. | Facebook | Twitter | LinkedIn

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